kleinkariert

"Kleinkariert" gilt auch als Synonym für engstirnig, spießig, nicht weltoffen. Kleinkarierte Menschen scheinen nicht in der Lage zu sein, über ihren eigenen Tellerrand hinauszuschauen, sie leben in ihrer eigenen, als spießig empfundenen Welt und können die Lebensweise anderer nicht tolerieren. Der Begriff wird abwertend benutzt und häufig mit Verhaltensweisen wie Nörgeln, Schimpfen und ständiger Unzufriedenheit in Verbindung gebracht. Niemand umgibt sich wohl gern mit kleinkarierten Menschen.

Kleinkarierte Muster dagegen sind beliebt, schön anzusehen und werden diesen Monat bei Frau Müllerin gesammelt.

 

Meine Karos sind mit Aquarellfarbe gepinselt, wegen Gartenblick in Blütenfarben, die Azaleen stehen gerade in voller Pracht.

Dann gibt es noch ein Karomuster auf Stoff, dazu hab ich weißen Stoff mit Klebeband (längs halbiertes Malerkrepp) beklebt und mit verdünnter Textilfarbe in pink und orange besprüht bzw. mit der guten alten Zahnbürstentechnik bespritzt. Das ging gut, ist nur ganz wenig unter den Stoff gelaufen und wird wohl ein Täschchen.

Und zuguterletzt noch was Genähtes: bei einem neuen Pullover habe ich eine Stoffwebtechnik versucht, dazu das Rückenteil zweimal ausgeschnitten und oben an Ärmel- und Halsnaht zusammengenäht, damit nichts verrutscht, dann das unten liegende Teil bis vor die Naht in Längsstreifen geschnitten, das obere Teil bekam Querschnitte bis jeweils kurz vor den Rand und dann wurden die Längsstreifen abwechseln über und unter die Querstreifen gefummelt, gewebt halt. Der Sweatstoff rollt sich allerdings an den Rändern etwas ein und beim Tragen rutscht alles etwas nach unten und ist ganzschön wurschtelig, also Idee gut, Praxistest naja geht so. 

Spanische Gewächshäuser sehen von oben irgendwie auch kariert aus.

 

Das hier ist nicht kariert, sondern ein Fisch

 

Bei so viel Augenfutter noch das hier - eine tolle Erklärung für diese schwimmenden Dinger in den Augen.

 

Und ein Lied - von einem seit gestern 75Jährigen.

 

Die Farben der Akeleien in meinem Garten - develloppa

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Siebdruckfische

Im Rahmen der FrühlingsmailART (Fischmuster auf Stoff gesiebdruckt) trudelten hier in den letzen Wochen allerfeinste Fischstöffchen ein, es war immer eine große Freude, die bunten Umschläge aus dem Briefkasten zu angeln und zu sehen, wie verschieden und kreativ das Thema umgesetzt wurde. 

 

Ganz froh, die Letzte in der Gruppe zu sein, hatte ich mir zwar recht früh ein Sieb nach Kristinas Anleitung gebaut, bespannt mit Siebdruckgewebe 54T, und zum Drucken Siebdruckfarbe (Deka 2000) gekauft, dann ruhte das Projekt erstmal bis zum letzten Wochenende vor dem Verschicktermin, ein klarer Fall von Aufschiebetechnik:-)

 

Ich hatte kleine zweifarbige Fischschwärme im Kopf, auf hellblauem Stoff mit großen hellen Punkten im Hintergrund. Also wurde erstmal der weiße Baumwollstoff im Topf gefärbt, die hellen Kreise habe ich danach mit Bleichmittel und sehr hellblau verdünnter Farbe in zwei Durchgängen gestempelt, vier Lagen Siebdruck schienen mir für den Erstversuch Siebdruck dann doch zu viel, außerdem hat ein Probekreis gezeigt, dass reines Weiß irgendwie steif und hart nach dem Trocknen wird. Vor dem eigentlichen Siebdruck hatte mein Stoff also schon 3 Runden Waschen und Bügeln hinter sich.

Ich hatte eine große Grafikhülle aus durchsichtigem Kunststoff in genau Siebdruckrahmengröße zuhause (also nach dem Aufschneiden zwei gleich große Folien) und dachte, super Idee, die ist schön stabil und so kann ich gut zwei Lagen übereinander bringen (Position der Folie mit Folienstift auf dem Paketband-Rand des Siebdruckrahmens anzeichnen, Position des Siebes mit Malerkrepp auf dem Stoff markieren), das hat auch gut funktioniert. Aaaaber: das Auscuttern der Fische war mühsam, man musste ganz viel Druck geben, um durch die recht dicke Folie zu kommen, Rundungen gingen fast gar nicht, weshalb die Fischlein dann ganz andere Muster bekommen haben als gedacht, und die Hand tat noch zwei Tage später weh. 

Das Drucken mit einem kleinen Plastikrakel ging dann aber überraschend gut, ich habe die Farbe "pur" (also keinen Trocknungsverzögerer o.ä.) benutzt.

Die Muster auf den kleinen Fischen sind anders als geplant, aber feiner konnte ich die Folie nicht schneiden, die kleinen Fisch-Augen wurden auch später gestempelt.

Nachdem die Fischschwärme gedruckt waren, war mir noch zuviel Platz auf dem Stoff und ich wollte gern noch Papierschablonen ausprobieren. Also skizzierte ich noch zwei gemusterte Einzelfische, wobei ich anfangs dauernd Denkfehler hatte, was denn jetzt stehen bleibt und was weggecuttert. Das Cuttern aus dem Butterbrotpapier war aber so viel leichter und angenehmer als aus der Folie, und das Drucken damit hat auch gut funktioniert. Die Schablonen haben die 8 Drucke und noch einige auf Papier gut durchgehalten, beim Abziehen am Ende haben sie sich sich allerdings "aufgelöst".

Ich habe den Stoff übrigens vor dem Drucken geviertelt, so konnte ich gut auf dem Esstisch drucken, und die fertigen Stücke dann zum Verschicken noch längs geteilt.

 

Mithilfe der herausgecutterten Folienfische entstanden noch kleine Kärtchen, sie wurden als Vierer-Formation auf Bastelkarton gelegt, mit stark wasserverdünnter Farbe besprüht, nach dem Trocknen abgenommen und mit Fineliner mit dem Muster versehen, das ihnen ursprünglich vorgesehen war.

Aus den Resten gab es noch mehr Spielereien (wie den Negativdruck der Papierschablone), und total schön finde ich die übereinanderliegenden Schatten im ausgewaschenen Sieb.

 

Fazit: Siebdruck ist noch fremd und ungewohnt und es gibt noch eine Menge zu lernen, man macht das nicht mal eben zwischendurch, sondern braucht Zeit und Muße, es macht aber großen Spaß, man kann es gut zuhause machen, und es gibt tolle Ergebnisse und ich werde auf jeden Fall weiter machen. Danke für den Anstupser und die tolle Aktion!

 

Hier kann man übrigens alle gesammelten FrühlingsmailART-Werke bewundern. 

 

Ich zeige demnächst nochmal alle Stöffchen der Gruppe zusammen (eins steht noch aus) und was daraus dann entstanden ist.


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Fischpost und Rautenmuster

Lange bin ich herumgeschlichen um den Siebdruck, hab ihn vor mir hergeschoben und erst auf den letzten Drücker gedruckt, aber am Montag sind meine Fische in die Post gegangen. Geschafft. Und viel dazu gelernt. Noch finde ich Stempeln berechenbarer und einfacher, aber es hat Spaß gemacht und da ich nun das Material dafür besitze, werde ich es auf jeden Fall weiter probieren mit dem Siebdruck.

Von meinem Stoff zeige ich nächste Woche mehr, ich wollte nicht alles vorweg nehmen, bevor die Post angekommen ist.

Diese drei schönen Fischstöffchen sind in den letzten Wochen noch zur Sammlung dazu gekommen, und sie passen so gut zusammen! Danke Corinna, Rima und Jeanette!! (leider alle ohne Blog)

Nun bin ich gespannt, was aus den tollen Stoffen entsteht.

Beim Mustermittwoch werden in diesem Monat Karo- und Rautenmuster gesammelt.

Von mir gibt es Rauten, mit Filzstift und weißem Fineliner gezeichnet, und irgendwie gefällt mir die Version, bevor ich  weiter mit weiß überkritzelt habe, besser. Manchmal ist weniger eben mehr. 

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von grau bis gelb

handgetöpferte Keramik von develloppa

Es gibt wieder ein paar neue Stücke aus dem Brennofen - und ich mag sie sehr. Aus grauem Ton, den ich schöner finde als weißen, deshalb durfte bei Schüsselchen und Tasse der untere Rand unglasiert bleiben. Gefreut habe ich mich, dass das Glasurexperiment mit dem Kaltwachs funktioniert hat. Den hatte ich eigentlich mal für Stoff gekauft, das hat aber nicht gut funktioniert, aber jetzt kann ich das flüssige Wachs beim Töpfern verwenden. Bei dem kleinen Salzfässchen habe ich zuerst die Blätter mit schwarzer Glasur gepinselt, anschließend mit dem Wachs überpinselt, dann das Ganze in die sandsteinfarbene Glasur getaucht - durch das Wachs perlt die Glasur von den Blättern ab, und dann braucht man noch eine Portion Glück, dass die Glasuren beim Brennen nicht ineinander verlaufen, was manchmal passiert. Das Wachs verbrennt übrigens rückstandslos im Ofen. 

 

Gefreut hab ich mich auch über die kleinen Schlüsselblumen, die im Garten blühen. In freier Natur stehen sie unter Naturschutz.

 

Und ein Rezept möchte ich noch mit euch teilen, für eine köstliche indische Creme, gefunden bei Katrin, auf dem unteren Foto zu sehen im mittleren Schüsselchen, sehr lecker, sehr ungewöhnlich.

Dazu 150 g Frischkäse und 150 g Schafskäse grob vermischen, 2 EL Olivenöl, 1 EL Honig, 1 TL Kurkuma, etwas Pfeffer und Salz gut verrühren und über die Käsemischung kippen,  6-8 getrocknete Datteln (kleingeschnitten) und 1 TL Schwarzkümmel (vorher leicht in der Pfanne geröstet) unterheben. Brot dazu reichen. Es fragt garantiert jemand von den Gästen nach dem Rezept:-)

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Konfetti

Ein sehr kalter, schneeverregneter Aprilmontag verlangte nach Stimmungsaufhellern.

 

Heraus kam ein Konfettipullover, genäht aus dickem weichen Sweatstoff, das Schnittmuster ein bisschen Frau Toni, ein bisschen Eigenbastelei (Rundhalsausschnitt statt Kapuze), nach dem Nähen bekam der cremefarbene Pulli noch einen Schwung bunter Kreise aufgedruckt, für die ich meine Stofffarben zu möglichst vielen Kombinationen vermischt habe. Der Kreisstempel (ausgeschnitten aus einer Moosgummiplatte und auf ein Stück Holz geklebt) entwickelt sich gerade zum liebstbenutzten Stempel.

 

Stimmungsaufheller Nummer zwei: drei Bleche Haferflockenkekse nach Michas Rezept, bei mir bekam eine Teighälfte noch eine Handvoll gehackte Mandeln und Cranberries dazu, köstlich, knusprig und super schnell zu machen. 

 

Weitere Stimmungsaufheller des Tages: der blühende Duft-Schneeball im Garten, die Amsel, die jeden Morgen auf ihren halben Apfel wartet und ihn wegpickt, der Instagram-Feed von Doro Ottermann.

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wasserfarben

Gestern habe ich ja schon über das Färbeexperiment mit den Procion MX-Farben geschrieben. Für das letzte Stoffstück gab es nur noch drei Farbreste: türkis, gelb und braun, Farben, die ich normalerweise nie zusammen benutzt hätte. Aber in 5 x 5 cm große Quadrate geschnitten, verschoben und wieder zusammengenäht gefällt mir auch dieses Farbmuster, das daraus entstandene Täschchen habe ich Nordsee genannt, da es mit seinen farblich etwas verschiedenen Seiten irgendwie an Ebbe und Flut erinnert.

 

Weitere Wassermuster gibt es bei mir heute als genähte Wellen auf einem Stück Segeltuch, die zusammengenähten Jeansflickenreste erinnern farblich irgendwie auch an wildes Wasser, die Glasur des Schüsselchens heißt Regenwasser und die im Garten gefundene Eierschale hatte einfach eine tolle Farbe, leider weiß ich nicht, wer da wessen Nest geräubert hat.

Viel Spaß beim Mustermittwoch.

 

Und dann zeig ich euch noch die tolle Frühlings-Fisch-Post, die bis jetzt hier eingetroffen ist, ich freue mich über jeden einzelnen dicken und immer auf den ersten Blick zu erkennenden Umschlag, den ich aus dem Briefkasten angele, Danke Eva, Maren und Annika!! 

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Farbexplosion und Kellerfalten

mit Procion MX-Farben bedruckter Stoff (von develloppa)

"Stoffe drucken und gestalten mit Procion MX" - so hieß der Kurs, den ich neulich gemacht habe. Procion MX- Farben sind Kalt-Reaktivfarben zum Färben von Naturfasern und waren mir bis dato völlig unbekannt. Zuhause hätte ich das nicht ausprobiert, die Handhabung erschien mir doch recht aufwendig, das Farbpulver wird mit Wasser angerührt und dann mit einer ebenfalls angerührten Verdickerpaste gemischt, die so entstandene Farbpaste sollte einige Stunden durchziehen und wird dann auf den mit Soda vorbehandelten Stoff aufgetragen und muss ca. 24 Stunden einwirken, bevor der Stoff ausgewaschen wird und erst dann kann man überhaupt das endgültige Ergebnis sehen. Geduld ist also angesagt. Dafür sind die Farben sehr intensiv und farbecht, man kann sie übereinander legen, und der Stoff bleibt - anders als bei Siebdruck- oder Stoffmalfarben - weich, weil die Farbe nicht aufliegt, sondern sich mit dem Stoff verbindet.

 

Christina hatte die Farben am Vortag schon angerührt und in großen Plastikpötten auf dem Arbeitstisch angerichtet, alle waren voller Tatendrang, tja und dann, noch bevor der Kurs überhaupt losging, krachte ein Tischbein weg und ALLE Farben landeten wild durcheinander auf dem Boden, eine Farbexplosion im wahrsten Sinne. Kurze Schockstarre, dann schaufelten wir die Farbmatsche mit gummibehandschuhten Händen in Müllsäcke - nein, davon gibt es leider kein Foto - und nach der Putzaktion war glücklicherweise nichts mehr vom Desaster zu sehen. Und der Kurs zu Ende, bevor er angefangen hat? Nö. Durchschnaufen, ´n Kaffee trinken, ein paar noch brauchbare Reste sichten, weitermachen. Einige Farben waren nicht mehr da, auch kaum Verdickerpaste, die man eigentlich zum Aufhellen der intensiven Farben benötigt, aber wir haben zu fünft noch sämtliche verfügbaren Farbreste irgendwie auf unsere Stoffstücke aufgebracht, mit Pinsel, Schwamm, Spachtel, Stempel, Siebdruckschablonen, und es hat total Spaß gemacht und man hat ein Gefühl dafür bekommen, was mit den Farben so geht. Der "richtige" Kurs wird übrigens nachgeholt...

 

Nach Auswaschen, Bügeln und vor allem Zerschneiden fand ich die Stoffstücke richtig gut und so landeten sie nicht in den unendlichen Tiefen des Stoffregals, sondern wurden sofort vernäht.

Die knalligen Farben schrieen förmlich nach Sonnenbrillenhüllen, und (inspiriert vom hübschen Täschchen einer der Kursteilnehmerinnen:-) entstanden noch zwei Kellerfalten-Täschchen. Die Falten machen die Täschchen schön geräumig und mir gefallen die Kellerfalten am besten mit einem farblich anderen Stoff, in diesem Fall einer abgetragenen Jeans.

Für das kleinere Täschchen waren die Stoffstreifen 5 cm x 14 cm lang, für das etwas größere 6 cm x 17 cm, die Kellerfalten (meine ersten) sind schnell gelegt und werden in der Nahtzugabe oben und unten mit ein paar Stichen fixiert, dann wird der obere Streifen in passender Länge rechts auf rechts drangenäht, der Rest wird wie ein ganz normales Reißverschlusstäschchen mit abgenähten Ecken (bei mir 2 cm) genäht, dafür gibt es ja bereits viele Anleitungen im Netz.

 

Ich hätte jetzt gern noch mehr schräg bunte Stoffstücke...

 

Kellerfaltentäschchen von develloppa

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Frühlingsgrün

Es ist so schön zu sehen, wie überall das frische Grün sprießt. An den zarten Blättchen kann ich mich kaum satt sehen. Im Garten gibt es erste Kräuterspitzen, aber alle Rosmarine sind vom Winter dahingerafft, auch die als besonderes winterhart geltende Sorte Ape. Dafür sprießt der Giersch umso munterer, die ersten zarten Gierschblätter werden noch in der Küche verarbeitet, irgendwann wird nur noch weggerupft oder aufgegeben. Und über die treue Bärlauchpflanze freue ich mich jedes Jahr.

 

Erstes Grün und frische Kräuter wandern bei mir gern in Kräuter-Ayran. Dafür cremigen Joghurt, etwas kaltes Wasser (oder im Sommer Eiswürfel), Salz und eine Hand voll Kräuter (Minze, Basilikum, Giersch, Sauerampfer, ein wenig Bärlauch oder Dill, halt alles was gut und grün und geschmackvoll ist, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt) im Mixer schaumig rühren und eiskalt genießen. 

 

Frühlingsgrün ist auch meine neue Schürze. Einem olivgrünen IKEA-Vorhang, für 6 Euro auf dem Trödelmarkt erstanden, wurden zuerst mit dem Moosgummi-Stempel und Haushaltsbleiche helle Kreise geblichen und dann mit schwarzer Textilfarbe ein Schwalbenschwarm darüber gedruckt (die Stempel habe ich hier schon mal gezeigt, etwas mehr übers Bleichen hier) Der Schnitt für diese Schürze (die ich zum Töpfern brauche) ist derselbe wie bei dieser Schürze (die ich zum Kochen brauche), nämlich von Lotta Jansdotter, diesmal zusätzlich noch mit einer großen Tasche vorne drauf. 

 

Habt ihr schonmal einen fliegenden Pfau gesehen? Schönen Dienstag.

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Die gute alte Steckrübe

Sie war ungeliebtes Hauptnahrungsmittel in den Hungerwintern von Kriegs- und Nachkriegszeit, wohl deshalb haftete ihr lange der Ruf an, ein "Arme-Leute-Essen" zu sein, sie wächst auch unter widrigen Bedingungen, und sie trägt viele Namen: Steckrübe, Kohlrübe, Butterrübe, Dottsche, Runke, Wruke, Bodenkohlrabi, Erdkohlrabi, schwedische Rübe und sogar ostpreußische Ananas. Sie ist nicht besonders ansehnlich, dabei ist sie (auch dank neuerer Züchtungen) ein delikates Knollengemüse, preiswert und gesund. Aus heimischer Ernte bekommt man sie von Oktober bis April, und im Moment landet sie oft in meinem Einkaufskorb, weil ich keine große Lust mehr auf Kohl habe und frisches Grünzeug im Hofladen noch Mangelware ist, und ich mag ihren süßlich erdigen Geschmack, irgendwo zwischen Möhre, Kohlrabi und Kohl, und ganz besonders mag ich gerade dieses Steckrüben-Dinkel-Risotto. 

 

Für Risotto benutze ich gern anstelle von Reis ab und zu Getreide wie Dinkel mit seinem nussigen Aroma. Perldinkel oder Zartdinkel hat leicht geschliffene Körner und gart schneller, man kann alternativ auch Gerstengraupen benutzen. Darf man überhaupt Risotto sagen, wenn gar kein Reis drin ist? Egal, Dinkotto/Gerstotto klingt komisch, und Mr. Fearnley-Whittingstall, von dem dieses Rezept ist, nennt es schließlich auch so.

 

Steckrüben-Dinkel-Risotto

Rezept:

 

1 l heiße Gemüsebrühe

1 großer EL Butter

2 EL Olivenöl

2 Zwiebeln, gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

350 g Steckrübe, geschält, ca. 1 cm groß gewürfelt (bei mir mehr)

300 g Zart-Dinkel

60 g Parmesan oder anderer würziger Käse, gerieben (bei mir mehr, Blauschimmel geht auch gut) und zusätzlich etwas geriebener Käse als Garnitur

ca. eine Handvoll gehackte Petersilie

 

Meersalz, schwarzer Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss

 

Butter und Öl ein einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin langsam andünsten, bis sie weich sind. Knoblauch und Steckrüben hinzufügen und weiterrühren. Dann den Dinkel oder die Graupen dazu geben und einige Minuten weiterrühren. Nun nach und nach die Brühe hinzugeben, wie bei einem Risotto, und unter häufigem Umrühren köcheln lassen, bis die Flüssigkeit (fast) aufgesogen ist und das Getreide weich, aber gerade noch bissfest ist, das sollte nach ca. 25 min (Gerstengraupen etwas länger) der Fall sein. Eventuell noch Brühe nachgeben. Zuletzt Petersilie und geriebenen Käse unterrühren, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss abschmecken und mit geriebenem Käse bestreut servieren.

 

Ein bauch- und seelenwärmendes Essen. Bei Mr. Fearnley-Whittingstall reicht es übrigens für 4 Personen, bei uns nicht. 

Ach ja, wie für die meisten Wurzelgemüse gilt auch für die Steckrübe: je kleiner, desto zarter.

 

Beim Rüben zeichnen fiel mir auf, dass ich noch nie eine Steckrübe mit Blättern gesehen habe und weder Oma noch Eltern sie je im Garten hatten. 

Und ich erinnerte mich an das russische Märchen vom Rübchen, das wächst und gedeiht und riesengroß wird und sich erst aus der Erde ziehen lässt, als der Großvater, die Großmutter, das Kind, der Hund, die Katze und die Maus gemeinsam ziehen... Kennt ihr´s? Ach, ich weiß noch genau, wie die Bilder dazu aussahen. 

 


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Meer-Muster

Im April werden bei Frau Müllerin Meer- und Wassermuster gesammelt. Das freut mich sehr, auch hier gibt es immer wieder große Meersehnsucht, nach Weite und Wind und Wellen und salziger Luft.

 

Meine Wellen auf Papier sind größtenteils mit Filzstift bzw. Fineliner gezeichnet, einmal wurde mit dem spitzen Pinselstiel ins Papier geritzt und mit industry painter überstrichen, einer deckende Farbpaste (Konsistenz wie Lippenstift) in Stiftform, normalerweise werden damit rauhe, verschmutzte oder rostige Oberflächen wasserfest und beständig markiert, hier wurde er zweckentfremdet, wegen stechendem Geruch und zwei Tage lang blauen Fingern bleibt es bei einem Einzelversuch.

Und unten links ein Stoffstück, das kürzlich in einem tollen Färbekurs mit Kristina entstanden ist (ich sag nur Farbexplosion:-), aber davon zeige ich ein andermal mehr, heute war der Ausschnitt einfach farblich so passend. 

 

"Wenn bange, unruhige und böse Gedanken kommen, so gehe ich ans Meer, und das Meer übertönt sie mit seinen großen, weiten Geräuschen, reinigt mich mit seinem Lärm und legt einen Rhythmus allem in mir auf, was verstört und verwirrt ist." 

(Rainer Maria Rilke / aus: Briefe aus den Jahren 1892 bis 1904)

 

Noch ein Blick auf echtes Meer gefällig? Bitteschön. Bei Daily Overview gibt es noch mehr dieser großartigen Satellitenaufnahmen anzuschauen, sehr sehr spannend, faszinierend und überraschend. 

 

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Nicht nur fürs Regal

handmade ceramics by develloppa

Neulich in der Töpferwerkstatt kühlte der Brennofen runter, am Tag zuvor gab es einen Glasurbrand. Alle schlichen um den Ofen herum und checkten immer mal wieder die Temperaturanzeige, aber er war noch viel zu heiß, um ihn zu öffnen. Eine der Frauen meinte, manche Leute bräuchten halt einen Bungeesprung für den Adrenalinkick, ihr reiche die Aufregung, wenn sie die fertigen Sachen aus dem Ofen holen könne, große Zustimmung im Raum. Vor ein paar Monaten hätte mich das wohl eher belustigt, jetzt stehe ich auch vorm Ofen und bin gespannt wie ein Flitzebogen. 

 

Die einfarbig dunkle Schüssel hatte eigentlich helle Punkte, die sind komplett verschwunden, aber sonst sind die meisten Sachen so ähnlich, wie ich´s mir vorgestellt hatte. Zinnweiß und das seidenmatte Basalt könnten Lieblingsglasuren werden. Die zwei Schüsselchen, die ich in der Hand halte, sind handgeformt, die anderen Sachen sind die ersten brauchbaren Ergebnisse an der Drehscheibe. Es braucht noch eine Menge Übung, bis höhere, wohlgeformte Becher oder größere Sachen entstehen, aber es macht total Spaß. Ebenfalls üben muss ich, die Sachen auch tatsächlich zu benutzen und nicht nur ins Regal zu stellen. Dabei dürfen sie sogar in die Spülmaschine. 

 

"Sometimes you should stop for just a moment, because when you really want to see what is going on around you, you need to stop what you are doing."  Der Künstler Dan Les arbeitet seit über 40 Jahren mit Ton, hier kann man einen Blick in seine inspirierende Werkstatt werfen und ihm bei seiner Arbeit zuzuschauen. So ruhig, so schön. 

 

Und aus Zweigen und bunten Wollresten und Bändern entstand ein frühlingshaftes Flechtaufhängsel, was jetzt das Hasenaufhängsel neben der Eingangstür ersetzt.

 

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Den Sommer herbei nähen

Ich führe es auf den Sonnenmangel der letzten Wochen zurück, dass ich jetzt ein sonnengelbes Kleid besitze. Normalerweise findet man Gelb nicht in meinem Kleiderschrank. Aber dieser Schnitt und der retro-blumen-gelbe Flanell-Bettbezug im Stoffregal waren einfach füreinander gemacht. 

 

"Die Gelbfarbe führt in ihrer höchsten Reinheit immer die Natur des Hellen mit sich und besitzt eine heitere, bunte, sanft reizende Eigenschaft" - schreibt Goethe in seiner Farbenlehre.

 

Durch die Falten vorne und Abnäher hinten fällt das Kleid gut, bei dem Gelben standen mir die Ärmel zu doll ab, deshalb haben sie einen Gummizug bekommen, mit dem Beleg am Halsausschnitt hab ich eine Weile gekämpft, aber weil es dann doch irgendwie geklappt hat, gab es gleich noch eine Kleid-Version aus jeansfarbenem Baumwollstoff hinterher, mit aufgesetzten Taschen und abgesetzter Stoffkante am Saum. Bei beiden Kleidern habe ich mich um den eigentlich im Schnitt vorgesehenen Reißverschluss gedrückt, und ich bekomme sie auch so an- und ausgezogen, aber ganz knapp... 

 

Aus den gelben Stoffresten entstanden noch ein paar kleine Löwen, gefüllt mit getrockneten Kräutern.

 

Und es wurde Goldmilch gemacht. So viel Tolles habe ich jetzt über die positive Wirkung von Kurkuma gelesen, dass ich gar nicht anders kann, als es auszuprobieren. Als Gewürz gehört Kurkuma  zwar nicht zu meinen Geschmacks-Favoriten, aber ich mag die leuchtend goldgelbe Farbe. Mit Kurkuma kann man super Eier oder Stoff färben, aber leider auch die Pfanne, den Holzlöffel, die Finger... Rote Beete ist nichts dagegen.

 

Die Wurzeln habe ich aus Neugierde gekauft (die Goldmilch wird aus getrocknetem Kurkuma gemacht), und dann aus Neugierde zwei in einen Blumentopf gesteckt, aus einer wurde ein Pflänzchen, mal schauen, wie weit sie es schafft.

 

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geschnitten, gestempelt und genäht

Aufgrund einer einzigen Schwalbe sollte man nicht darauf schließen, dass nun gleich die warme Jahreszeit beginnt. Das bekannte Sprichwort "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" geht auf die Fabel "Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe" des griechischen Dichters Äsop zurück. Der Jüngling verkauft als seinen letzten Besitz einen Mantel, als er eine Schwalbe sieht, weil er meint, nun werde es warm sein. Dann stirbt jedoch die Schwalbe wegen einbrechender Kälte und der frierende Jüngling wirft ihr zornig Täuschung vor. Im Sprichwort liegt also die Warnung, aus bestimmten Anzeichen keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

 

Trotzdem wird die Schwalbe, die ja ein Zugvogel ist, gern als Frühlingsbote gesehen. In vielen Städten war es früher üblich, die Ankunft der ersten Schwalbe von den Turmwächtern durch Blasen eines Horns der ganzen Stadt anzuzeigen. 

Heute sieht man in den Großstädten Schwalben nur noch selten, obwohl sie auch hier gute Lebensbedingungen finden können. 

 

Aus Ermangelung an Schwalben im Garten kommen sie bei mir stattdessen auf Stoff, für eine Bluse, die den Frühling verkündet. Dazu habe ich eine Schwalbe mit dem Linolmesser aus einer Gummiplatte geschnitten, mit schwarzer Textilfarbe eingerollt und den Stoff bedruckt. Das Schnittmuster ist eine FrauMia, der Stoff ein riesiges Stück dünnes, weich fallendes Mischgewebe, das ich mal aus dem Sonderangebotskorb eines großen Kaufhauses für 8 Euro mitgenommen hatte. Weil ich so im flow war, gab es gleich noch eine zweite Bluse hinterher, diesmal mit Punkten und Halbkreisen bedruckt. Die wurden mit der Schere aus einer Moosgummiplatte (gibt es im Bastelgeschäft) ausgeschnitten und auf Holzreste geklebt, ebenfalls mit schwarzer Textilfarbe eingerollt und quer Beet auf den Stoff gedrückt. Die Moosgummistempeldrucke decken nicht so gut, was ich aber ganz schön finde, weil es so mondartig aussieht.

Voilá, der Sommer kann kommen.

Nach Stempel- und Moosgummigeschnippel wollte ich noch ein ordentliches Papiermuster für Frau Müllerin schneiden, vor meinem geistigen Auge sah das allerdings ganz anders aus, aber so ist das halt manchmal. Landschaftsbilder aus einer alten Geo-Zeitschrift wurden mit dem Cutter in Streifen geschnitten und auf Karton geklebt, das sah nicht so toll aus, wie ich dachte, also ein paar lange Querstreifen rübergeklebt, immer noch nicht so toll, also mit dem Filzstift drüber. Hmm, hat jetzt was von Dias. Ich nenne es "Fenster zur Welt":-) Schönen Mittwoch allerseits.

Oh und die erste Frühjahrspost war heute im Briefkasten, so toll verpackt und entzückende Fischlein, Daaanke liebe Eva, Bilder gibt es demnächst mal gesammelt, ich freu mich, dass ich mitgemacht habe, und ich freu mich auch, dass ich erst im Mai dran bin, hüstel, aber immerhin ist der Siebdruckrahmen schon fertig gebaut...

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let the sun shine

Pünktlich zum Frühlingsanfang gibt es ein paar Sonnenbrillentäschchen, irgendwann muss die Sonne ja mal rauskommen. Farbenfröhlich, bedruckt, weich gepolstert und mit Reißverschluss zu schließen, für mich die optimale Sonnenbrillenverpackung. 

 

Ostergebastelt wurde auch ein bisschen, das traditionelle jährliche Vor-der-Tür-Hängsel ist diesmal kein Kranz, sondern ein kleiner Schaukelhase.

 

Und in der Keramikwerkstatt wurde ein Kuchenteller und ein Becher handgetöpfert, die Vanille-Glasur (in echt viel vanilliger als auf dem Foto) wird allerdings keine Lieblingsglasur. 

 

Diese Etagere hätte ich gern auf dem gedeckten Ostertisch.

 

Ich liebe es, in Werkstätten oder Ateliers schauen zu dürfen. Hier gibt es Blicke in die Ateliers berühmter Künstler.

 

"Bei Nacht und Nebel" plakatieren aktuelle gesellschaftspolitische Statements in der Stadt. "Ziel ist es, den Alltagstrott von Menschen zu unterbrechen und sie kurz innehalten zu lassen."

 

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Ringelig genäht

genähtes Ringelshirt (develloppa)

Mein Kleiderschrank beherbergt eine beachtliche Zahl blau-weiß geringelter Pullis, ich komme einfach nicht daran vorbei, dicke Ringel, dünne Ringel, langärmelig, kurzärmelig, immer blau-weiß. Jetzt zieht was Rotgeringeltes mit ein. 1,2 m dicker weicher Sweat-Stoff lagen im Regal, bei schönen Stoffen brauch ich immer eine Weile, bis ich mich durchgerungen habe, wie ich ihn zuschneide.  Es wurde eine etwas abgewandelte "Frau Tony". Mit Raglanärmeln, weil ich die so mag, und schmalen Ärmelbündchen, aber ohne Kapuze, weil zuwenig Stoff. 

 

Gelernt:

1. Man muss die Ärmelteile für rechts und links jeweils spiegelverkehrt zuschneiden und nicht einfach zweimal genau gleich und sich dann wundern, dass das mit den Markierungen nicht passt... Erste kleine Näh-Krise, konnte durch etwas Rumschnippeln zurechtgefummelt werden.

 

2. Einfach so nur die Kapuze weglassen und den entstehenden Halsausschnitt einfassen funktioniert nicht, der Ausschnitt steht nämlich an Schultern und Hals hoch... Zweite Näh-Krise, konnte durch beherztes Frei-Hand-Größerschneiden des Auschnittes gelöst werden.

 

3. Man kann die Ärmel endlich mal so lang machen, wie man sie braucht, und allein dafür liebe ich das Selbernähen und das Ergebnis dann doch.

 

Ein Schwung neuer Täschchen ist auch fertig geworden, genäht aus alten Jeans und selbst gefärbtem/bedrucktem/beschriebenem Stoff, die wandern demnächst in den Shop (wenn ich den denn mal irgendwann fertig gebastelt bekomme...)

 

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Schnitt-Muster

Frau Müllerin sammelt diesen Monat geschnittene Muster. Sehr schön, ich probiere ja gern Dinge, die sonst wahrscheinlich nicht in mein kreatives Versuchsfeld geraten wären. 

Ausgangsmaterial: 2 Bögen schwarzes Papier, ein gebrauchter Pappkarton, Schere, Cutter.

Zeitaufwand: anderthalb Folgen der abendlich geschauten Serie. 

Gelernt: ich bevorzuge grobe und schnell, einfach und frei Hand zu schneidende Muster, runde Formen aus Wellpappkarton zu cuttern macht keinen Spaß, ein stumpfer Baumarkt-Cutter auch nicht, Häuschen wirken irgendwie immer weihnachtlich, die ausgeschnippelten Abfall-Drei- bzw. Vierecke sehen auf schwarzem Papier eigentlich auch ganz schön aus, aber am liebsten mag ich das Detail "aufgestapelte Schüsseln".

Das kann ich mir auch gut auf Stoff vorstellen, und da heute die bestellte Siebdruckgaze im Briefkasten war, steht dem Siebdruckrahmenselbstbauversuch nichts mehr im Weg.

 

Wer deutlich feinere Schnittmuster anschauen möchte:

 

Béatrice Coron erzählt mit ihrer Kunst Scherenschnittgeschichten und erzählt darüber in diesem TED-Talk.

 

Niemals hätte ich die Geduld für so feines Geschnippel. 

 

Oder für dieses fotorealistische Geschnippel.

           

Eine Frage in die Runde: WIE (bzw. mit welchem Bildbearbeitungsprogramm) vermustert ihr eure Bilder?? Ich bekomm das nicht hin. Würd ich aber gerne. Danke für Lösungsvorschläge.

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Daumenschälchen, Webversuche und ein für gut befundenes Knuspermüsli

Daumenschälchen (von develloppa)

Die Lust mit Ton zu arbeiten und alles darüber zu lernen ist gerade größer als meine Nählust.

Diese neuen Schälchen sind aus stark eisenhaltigem Ton entstanden, in der altbewährten Daumenschälchen - Technik. Ungebrannt war dieser sehr spezielle Ton rotbraun und hat stark die Hände gefärbt, nach dem Schrühbrand rötlich wie Ziegelstein, nach dem Glasurbrand war er dunkelbraun. Die Glasur ist nur innen und am oberen Rand aufgetragen, und die Schälchen sind ungewöhnlich schwer, ich mag sie sehr und schicke sie zu den gesammelten Dienstagswerken.

 

Und es wurde endlich mal der für 3 Euro auf dem Flohmarkt erworbene Webrahmen ausprobiert. Die beiliegende Anleitung war nicht sehr hilfreich, aber es gibt ja im Netz Anleitungen für Alles, und so waren die Fäden endlich ordnungsgemäß aufgespannt und es entstanden kleine, nun ja, Tischläufer. Wir brauchen natürlich keine Tischläufer, aber die kamen halt dabei heraus. Mit den Webschiffchen kommt man erstaunlich schnell voran, die 3 Euro waren also gut investiert.

Knuspermüslirezepte haben mich bislang ja nie zum Nachmachen animiert, aber als ich Michas Variante gesehen hatte, erwachte sofort der Nachmachzwang und jetzt gibt es auch hier selbstgemachtes Knuspermüsli. Die (leichte) Süße kommt nämlich ausschließlich von getrockneten Früchten, was mir sehr gut gefällt. Die ersten zwei Bleche verschwanden rasant schnell, so dass es bereits eine Folgeproduktion gab, diesmal gaanz leicht an der Süße geschraubt (mehr Datteln), und aufgrund persönlicher Vorlieben gab es mehr Mandelkerne und nen Löffel Zimt dazu. So geht´s: 500 g Haferflocken, 100 g Hirseflocken (oder andere Flocken), eine Handvoll Sonnenblumenkerne oder Buchweizen (was man so da hat oder gern mag), 200 g Mandeln (grob gehackt) und 100 g Kokoschips in einer großen Schüssel vermischen. 150 g getrocknete Aprikosen, 100 g getrocknete Datteln, 100 g getrocknete Feigen und etwas Zimt mit 250 ml heißem Wasser übergießen, ca. 15 min stehen lassen, dann das Ganze fein pürieren. In die Schüssel mit den trockenen Zutaten kippen und mit den Händen gründlich durchkneten, dabei kann man in der Faust Klümpchen drücken oder wieder kleiner zupfen, so wie man die Knuspergröße haben möchte. Auf zwei mit Backpapier belegten Blechen verteilen und bei 100° Umluft ca. 90 - 100 min trocknen lassen, dabei 2-3mal mit einem Spatel wenden. Nach dem Auskühlen in Gläsern oder Dosen luftdicht aufbewahren, so hält sich das Knuspermüsli lange. 

Im Garten werden übrigens am liebsten Erdnüsse geknuspert, hier von Eichhörnchen und Eichelhäher demonstriert.

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Fischmuster und Mustertasche

Ich habe wieder ein paar Fischlein für Frau Müllerin gekritzelt, diesmal mit dünnen Finelinern. Meinen Versuch eines Katzenmusters zeige ich mal besser nicht...  Aber Fische gehen irgendwie ganz gut. Fast bin ich in Versuchung, bei dieser schönen Aktion mitzumachen, obwohl ich null Plan von Siebdruck habe. 

 

"Ich tue immer das, was ich nicht kann, um zu lernen, wie es geht." (Picasso)

 

Beim Taschen nähen befinde ich mich dagegen auf deutlich vertrauterem Boden. Eine neue Charliebag (nach diesem Schnittmuster) ist entstanden, weil man nämlich nie zu viele Stoffbeutel haben kann. Da sie als Wendetasche genäht ist, kann man wahlweise auch die blauen Äpfel außen tragen. Beim Zusammenfriemeln der Henkel fällt mir bei diesem Schnitt jedes Mal ein, dass ich doch eigentlich mal diese Version mit den Gurtbandhenkeln ausprobieren wollte. 

Es gibt doch noch eine Art Katzenmuster von mir - nämlich Katzenspuren im Schnee, vor der Gabelung sorgfältig nach Katzenart in die bereits vorhandene Spur getreten...

 

Simon Beck ist Schneekünstler und stapft riesige Muster in unberührten Schnee.

 

Falls jemand gute Tipps hat, wie Schneefotos schön und hell werden, bitte her damit.

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Blumen-Freitag

Ich kaufe fast nie Schnittblumen, da ich das Glück eines kleinen Gärtchens habe und mir dort etwas schneide, wenn ich Blütenaugenweide in der Wohnung brauche. Im Moment sieht es da draußen aber nur grau aus, und so gab es doch ein paar Stengelchen vom Blumendealer - einmal Schneeball, einmal Kamille, ein Trommelstöckchen, eine duftende Freesie, ein Zweig Rosmarin, fertig ist der Freitags-Blumengruß, angerichtet in selbstgetöpferter Vase, und weil ich die Farben so mochte, gleich noch in Schnipsel-Technik verewigt. Dazu aus einer Zeitschrift farblich passende Papierstückchen gerissen und mit Bastelkleber auf ein Stück Bastelkarton geklebt.

 

Und neue Kekse wurden ausprobiert, die Tahini-Plätzchen aus dem wunderbaren Kochbuch "Jerusalem".

Dazu 130 g Zucker und 150 g zimmerwarme Butter in der Kückenmaschine ca. 1 Minute gut verrühren, dann 110 g helles Tahini (Sesampaste), 1/2 Päckchen Vanillezucker und 25 g Sahne hinzufügen und weiter rühren, zuletzt 270 g Mehl unterrühren. Den Teig danach auf der Arbeitsfläche durchkneten, bis er glatt ist. Kleine Stücke (etwa 20 g) abreißen und zu kleinen Kugeln rollen, mit einer Gabel etwas flach drücken, auf zwei Backblechen verteilen, mit etwas Zimt bestreuen, bei 200° ca. 15-17 min goldbraun backen. 

 

Die Plätzchen sind schnell gemacht und eine super Möglichkeit, Tahini aufzubrauchen (weil man zum Beispiel 3 angefangene Gläser im Schrank hat), sind lecker (der Geschmack erinnert an Halva, die arabische Süßigkeit aus Sesamsamen und Honig), sie schaffen es aber nicht unter die Favoriten-Kekse. Sollte ich sie doch noch einmal machen, würde ich einen Teil des Mehls durch gemahlene Nüsse ersetzen und den Zimt weglassen.

 

"Wir brauchen Kreativität und vor allem Ungehorsam" - Arno Grün über den Verlust des Mitgefühls.

 

"The question for me has always been `What changes minds most?`" - Martin Hill erschafft geometrische Skulpturen in der Natur.

 

In regelmäßigen Abständen zertöppern wir versehentlich die Glaskanne des Druckstempel-Kaffeezubereiters, hier gibt es eine wunderschöne Version aus Keramik, also vielleicht beim nächsten Glasbruch...

 

Mein Tier des Tages:-)

 

Kommt gut ins Wochenende.

 

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Stoffgestaltung: Crackle-Muster durch Mehlmatsch

diy - crackle-Muster auf Stoff (by develloppa)

Da ich für sämtliche Arten der Stoffgestaltung und -färbung leicht zu begeistern bin, musste ich das hier unbedingt ausprobieren - ein Crackle-Muster (also den Effekt eines feinmaschigen Rissnetzes) auf Stoff bringen, indem man einen Mehlbrei benutzt. 

 

Man sucht sich erstmal Stoffstücke (bei mir von einem Bettlaken bzw. einer Tischdecke), weiß oder farbig, auf jeden Fall hell, um die Linien später schön zu sehen. Die Stoffstücke sollten vorgewaschen (frei von Weichspüler o.ä.) und gebügelt sein und werden auf Zeitungspapier oder Folie gelegt, um den Untergrund (in diesem Fall den Esstisch) zu schützen. Dann wird ein Mehlbrei aus Weizenmehl und Wasser angerührt (von der Konsistenz ähnlich einem dicken Pfannkuchenteig, ich habe auf 200 g Mehl 300 ml Wasser benutzt) und mit einem Pinsel oder einer Rolle auf den Stoff aufgetragen. Das Ganze gut trocknen lassen, das kann ein paar Stunden dauern.

Dann kommt der Teil, der das spätere Muster bestimmt, das Brechen der trockenen Mehlschicht. Man kann den harten Stoff rollen, quer und längs, oder zusammenknüllen, wobei man etwas vorsichtig sein muss, dass die Mehlschicht nicht abplatzt, oder mit der Rückseite über eine harte Kante oder die Fingerkuppen ziehen, einfach rumprobieren.

 

Ist die Mehlschicht überall schön rissig, kann man die schwarze Farbe (man kann jede beliebige Farbe nehmen, schwarz sieht man aber am besten) auftragen, ich habe Stoffmalfarbe mit wenig Wasser verdünnt und mit dem Pinsel aufgetragen, auf der Rückseite kann man prüfen, wie gut die Farbe in die Risse dringt.

 

Das Ganze wieder trocknen lassen, dann die Stoffstücke von der Rückseite bügeln, damit die Stofffarbe fixiert wird (dabei Zeitungs- oder Backpapier unterlegen, die Stoffstücke sind hart und können auf der Rückseite etwas trockene Farbe abbröseln).

 

Nun muss man nur noch die Mehl-Farb-Schicht abwaschen. Das erwies sich als etwas mühsam, und ich würde das auch nicht in die Waschmaschine stecken, mein Tipp: erstmal alles ins Waschbecken und in kaltem Wasser einweichen. Wenn die Schicht aufgeweicht ist, unter Wasser abbürsten und auswaschen.

 

Die Ergebnisse sind alle etwas unterschiedlich und interessant, von "Birkenrinde" bis zu feinem Netzwerk, und demnächst gibt es daraus wohl ein paar Täschchen.

In der Keramik gibt es spezielle Glasuren, die beim Brennen Haarrisse entwickeln, die dann im Nachhinein noch mit Kaltfarben, Tinte oder schwarzem Tee bzw. Kaffee eingefärbt werden können, um den Effekt zu verstärken.

Und auch in der Malerei oder um Möbel antik aussehen zu lassen, kann man diesen Effekt erzielen, dazu benutzt man speziellen Reißlack.

 

verlinkt mit creadienstag

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Sonne auf dem Teller

Orangen-Mandel-Kuchen (develloppa)

Im Hofladen gab es neulich spanische Orangen, voll ausgereift am Baum, mit Stiel und Blatt, weich und nach Urlaub duftend, und schnell zu verbrauchen, da nicht konserviert. Einige von ihnen landeten direkt in diesem sirupgetränkten Orangen-Mandel-Kuchen, eigentlich eher ein Dessert, etwas aufwendig in der Herstellung, weil man eine Menge Töpfe/Schüsseln in Gebrauch hat, aber nicht schwierig, und da man ihn einen Tag vor Verzehr zubereitet, muss man ihn, wenn die Gäste kommen, nur noch aufschneiden.

 

Beim Zubereiten riecht die ganze Wohnung nach Orange, das Ergebnis ist ein sehr aromatischer, sehr feuchter (man kann auch matschig sagen, aber das gehört so) Kuchen, durch die verwendeten Schalen erinnert er an Bitterorangenmarmelade, als Kuchen zum Nachmittagskaffee würde ich ihn nicht servieren, aber in schmalen Streifen als Dessert mit Vanilleeis  war er ein Knaller und löste großes Ah und Oh bei den Gästen aus (bis auf eine Person, die aber auch Bitterorangenmarmelade hasst und mit Vanilleeis pur sehr glücklich war). Absolutes Wiederholungsrezept.

 

 

Rezept (für eine Springform von 26-28 cm Durchmesser):

 

3 große Bio-Orangen (ca. 1,2 kg) (bei mir mehr, da kleiner)

5 Eier

400 g Zucker

50 g Vanillezucker (bei mir 3 Tütchen Vanillezucker)

Salz

Butter für die Form

250 g gemahlene Mandeln

1,5 TL Backpulver

5-6 Saft- oder Blutorangen

1/2 Vanilleschote

1 TL frisch gemahlener Kardamon

 

Zwei  Bio-Orangen (bei mir drei, da kleiner, so dass man ungefähr auf ca. 800 g kommt) in einem Topf mit Wasser zugedeckt ca. 1 Std. köcheln lassen, dann abtropfen und abkühlen lassen. Die Eier trennen. Eigelbe, 200 g Zucker und Vanillezucker cremig hell aufschlagen, die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Mandeln mit dem Backpulver mischen. Die gekochten Orangen vierteln, Kerne entfernen, die Viertel mit der Schale fein pürieren. Mit der Eigelbmasse und den Mandeln verrühren, dann den Eischnee unterheben. Den Teig in die gefettete Backform füllen und im vorgeheizten Ofen bei 170° (Umluft 150°) ca. 50 min backen. Inzwischen den Sirup zum Beträufeln kochen. Saftorangen auspressen, von der (gewaschenen) Bio-Orange die Schale abreiben, dann den Saft auspressen, insgesamt sollte man auf ca. 800 ml Saft kommen, Vanilleschote auskratzen, mit dem Vanillemark, der ausgekratzten Schote, dem restlichen Zucker (200g) und dem Kardamon aufkochen und bei mittlerer Hitze ca. 20 min auf ca. 400 ml einkochen. Vanilleschote entfernen. In den noch warmen Kuchen mit einem Spieß viele Löcher stechen und den Sirup auf dem Kuchen verteilen (bei mir ist oben eine Schicht Sirup stehen geblieben, das macht nichts). Den Kuchen möglichst 24 Stunden durchziehen lassen. Mit Vanilleeis oder Sahne servieren.

 

Quelle: Bettina Matthaei - "Vegetarisch vom Feinsten"


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Fisch-Muster-Mittwoch

Das Kritzelbuch wurde mit ein paar Mustern gefüllt, und weil ich mir Michaelas Mustersammlungen immer gern anschaue und bisher immer nur geguckt und nie mitgemacht habe und auch mal was beisteuern wollte, wurden es Fischmuster. Eigentlich werden ja diesen Monat Katzenmuster gesammelt, aber Fische gehen auch und Fische finde ich einfacher. Gemalt mit den neuen Stiften, einem Mitbringsel einer netten Kollegin aus London, nach drei Seiten hatte ich von dem chemischen Geruch der Permanentmarker die Nase voll, aber die Farben mag ich sehr. Und Muster malen ist irgendwie meditativ. Vielleicht probiere ich es doch mal mit den Katzen. 

 

Und wenn man nebenbei guten Gesprächen zuhört, macht Kritzeln noch mehr Spaß.

 

"Das Leben kann man nicht verlängern, nur verdichten." (Roger Willemsen)

 

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Regen-Grau

 

Passend zum grauen Wetter habe ich mir einen (bereits vorhandenen, aber eher langweiligen) grauen Pullover mit Regen bemalt. Strippenregen, leicht von der Seite, typisch für Hamburg. Man benötigt lediglich schwarze Stoffmalfarbe, einen Pinsel und Zeitungen zum Dazwischenlegen.

 

Dazu passend noch eine Kette auf ein graues Seidenband aufgefädelt, aus Holzperlen und einer großen grauen Keramik-Perle. Pulli und Kette bringen mir heute eine Portion gute Laune in den grauen Tag. Eigentlich bin ich ein  großer Freund von Grau in all seinen Schattierungen, aber dieses Regengrau da draußen geht langsam aufs Gemüt.

 

Am Meer kann Regengrau allerdings auch schön sein.

 

Grey matter(s) - diese Fotos von Tom Jakobi, so stimmungsvoll, und nicht etwa schwarz-weiß-Aufnahmen, wie man denken könnte, sondern Farbaufnahmen von grauer Natur, natürliches Grau, fast meditativ.

 

verlinkt mit RUMS

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Stoffschnipsel zu Topflappen

Ich habe eine große Kiste voll mit kleinen Stoffresten, von besonders schönen Stoffen wird jedes Fitzelchen aufgehoben. Allein mit dem Durchstöbern, projektbezogener Häufchensortierung und Farbzusammenstellung kann ich Stunden zubringen. Heutige Farben: schwarz/rosa/natur/Jeans für ein paar Topflappen, dick mit Thermolam und Vlies gefüttert, die Wendeöffnung wurde mit Handstich geschlossen. 

 

Weil es farblich so schön passt,  gibt es noch ein Daumenschälchen zu sehen, aus tollem dunkelbraunen Ton getöpfert. Leider ist die Glasur überhaupt nicht so geworden wie gedacht, kaugummifarben, hochglänzend und komisch verlaufen statt hellem matten Rosé. Aber Glasuren sind eben nie berechenbar und es ist immer spannend, wie Sachen aus dem Ofen kommen. Learning by doing. 

 

verlinkt mit creadienstag.

 

Mein heutiges Bild des Tages: so sehen Igelbabies aus.

 

Ganz erstaunliche Fotos macht Alex MacLean. Der Mann ist nämlich nicht nur Fotograf und Architekt, sondern auch Pilot, und deshalb fotografiert er die Welt von oben.  Hier kann man sich durch seine faszinierenden Luftaufnahmen scrollen und staunen.

© Alex S. MacLean
Blumenfelder. Foto von Alex MacLean. © Alex S. MacLean
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Blitz-Liebe

Aufgrund exzessiven David-Bowie-Hörens in den letzten Tagen gibt es hier irgendwie gerade auf fast allem, was ich mache, Blitze. Der rot-blaue Blitz, aufgetaucht 1973 auf dem Album-Cover "Aladdin Sane", quer übers Gesicht gemalt mit rotem Lippenstift, ikonografisches Symbol. Ich vermisse meine Platte. Schon als ich lange keinen Plattenspieler mehr hatte, haben ein paar Lieblingsplatten noch einige Wohnungswechsel im Karton mitgemacht, bei irgendeinem Umzug blieben sie dann auf der Strecke. So schade. Akute Nostalgie, wenn ich daran denke. 

 

Nun gut, dafür bin ich wahrscheinlich die Einzige, die einen David-Bowie-Gedenk-Topflappen besitzt. In Patchworkfriemelei aus rotem und blauen Stoff und einer zerschlissenen Jeans.

Beim Täschchen wurden die roten Blitze handgestempelt, dazu habe ich einfach einen Blitz aus einer Moosgummiplatte ausgeschnitten und seitenverkehrt auf ein Stück Holz geklebt, der blaue Rand wurde nach dem Stempeln mit dem Pinsel drangemalt. 

 

Der Blitz ist neuerdings auch ein Sternbild

Ein Lied.

Noch nicht genug? Bitteschön: 15 Great Performances

 

Q: "What do you regard as the lowest depth of misery?"

A: "Living in fear".

- David Bowie

verlinkt mit creadienstag


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Kühe sind Herdentiere

Kühe auf Stoff gestempelt  -  develloppa

Der dringende Wunsch nach einem Kuhstoff, der nicht schwarz-weiß gefleckt oder comic-lustig ist, erforderte mal wieder Selbermachfleiß. Die Stempel aus der Gummiplatte waren schnell geschnitten, ich brauchte zwei seitenverschiedene, da die Kuhreihen in verschiedene Richtungen laufen sollten. Mit der Gummirolle Textilfarbe auf den Stempel auftragen und mit gutem Augenmaß kräftig auf den (vorgewaschenen und gebügelten) Stoff drücken. Das ist auf Dauer mindestens so effektiv wie Liegestütze. Und ich habe mal wieder gemerkt, dass normale Textilmalfarbe nicht so gut zum Drucken geeignet ist, zu glitschig auf der Rolle und deshalb schwer gleichmäßig aufzutragen. Druck- bzw. Siebdruckfarbe für Textilien ist dicker, klebriger, deckender, aber auch deutlich teurer.

Meine Kühe sind nicht perfekt, aber gerade das Ungleichmäßige, Unperfekte macht Handdrucke ja auch interessant und zu Unikaten. Ein Täschchen ist für mich, das andere wird ein Geschenk. 

 

Neben dem Kühe drucken gerade sehr gemocht:

Dieses Buch.

Diesen Kuchen.

Dieses Interview: "Das Ziel des Lebens ist nicht unbedingt das Glück." (Danke Nina)

Julies Neujahrszettel.

Mein neuer Kalender.

So jung und dann so ´ne Stimme.

 

 


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Gutes Neues Jahr

 

Hallo 2016! Das war doch schonmal ein guter erster Tag mit uns beiden. Mit exzessivem Sofaliegen, Lesen und Resteessen, ganz wie sich das für einen Neujahrstag gehört. Und mit viel Kritzeln, Malen, Seiten vom Skizzenbüchlein füllen.

Auf ein gutes neues Jahr voller Kreativität, Lebensfreude, Horizonterweiterung, Mut, Zufriedenheit und Gesundheit.

 

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Weihnachtsbäckerei

Die Keksdosen sind gefüllt. Mit altbewährten Klassikern und ein paar Neulingen. Manche der Neuen wandern auf die weihnachtliche Unbedingt-wieder-backen-Liste, andere werden wohl ein einmaliges Backerlebnis bleiben.  

Die superleckeren Elisenlebkuchen und Pistazien-Kokos-Makronen zählen bereits seit einigen Jahren zu den Gehören-unbedingt-auf-den-Plätzchenteller-Favoriten, und von denen gibt´s jetzt das Rezept - falls hier noch irgendjemand leere Keksdosen hat und das ändern möchte.

 

Rezept für Elisenlebkuchen ohne Mehl:

 

5 Eier

220 g Zucker

150 g gemahlene Mandeln

150 g gemahlene Haselnüsse

200 g gehackte Mandeln 

100 g fein gehacktes Zitronat

100 g fein gehacktes Orangeat

etwas abgeriebene Zitronen- und Orangenschale

Gewürze: 1 TL gemahlene Nelken

                 2 TL Zimt

                 1/4 TL Kardamon

                 1/4 TL Piment

(oder ca. 4 TL Lebkuchengewürz)

eine Prise Salz

Back-Oblaten (die Kleinen)

Kuvertüre und Puderzucker zum Überziehen

 

Eier und Zucker lange schlagen, bis die Masse dickschaumig wird, dann alle restlichen Zutaten unterrühren, die Schüssel mit dem Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Mit nassen Händen aus dem klebrigen Teig kleine "Frikadellen" formen und auf die Oblaten drücken, bei 175° ca. 20 min backen, bis sie am Rand leicht braun werden, sie sind beim Herausnehmen noch ganz weich. Abkühlen lassen, dann wahlweise mit Kuvertüre oder Puderzuckerglasur (Puderzucker mit etwas Wasser glattrühren) überziehen. Supersaftig, und aromatisch. Wenn ich nur eine Sorte Weihnachtsplätzchen machen dürfte, es wären diese.

 

Und wenn es was mit Kokos sein soll, ist das hier mein Favorit:

 

Rezept für Pistazien-Kokos-Plätzchen:

 

150 g Pistazien (ungesalzen und gesalzen gemischt oder mit Mandeln gemischt)

140 g Puderzucker (+ 2 EL zum Wälzen)

100 g Kokosraspeln

1 Eiweiß

2 EL weiche Butter (50 g)

 

Die Pistazien mit dem Stabmixer/Blitzhacker schreddern, so dass sie zwischen gemahlen und gehackt sind. Alle Zutaten verkneten (ja, das ist eine weiche, klebrige Masse) 2 Stunden kalt stellen, mit feuchten Hände kleine Bällchen formen, in Puderzucker wälzen, etwas flachdrücken und auf Backpapier setzen, bei 185° O/U-Hitze ca. 8-12 min backen, so dass sie außen leicht Farbe annehmen, innen aber noch weich sind.

 

Wer noch nicht genug Zucker hat, wie wär´s mit gebrannten Mandeln

 

Dazu Papiersternschnippeleien nach diesen Vorlagen.

 

Und ein Lied.

 

Habt schöne Weihnachtstage!!

 

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Oh Tannenbaum - wachsgekratzt

Für weihnachtliche Kärtchen und Geschenkanhängsel wurden hier die Wachskratztechnikkenntnisse aufgefrischt. Das Prinzip: immer noch dasselbe wie damals im Kindergarten - helle oder bunte Flächen werden mit einer Kerze überrieben, mit schwarz übermalt, und dann teilweise wieder freigekratzt. Das geht natürlich auch umgekehrt, also schwarzes Papier unten, Wachsschicht, weiße Farbe drüber. Dann entstehen schwarze Linien beim Kratzen. Oder man benutzt statt der Kerze gleich Wachsmalstifte in der gewünschten (Untergrund)Farbe, wie hier das Grün. Zum Abdecken eignet sich normale Tempera-/Tusch-/Plakatfarbe, sollte sie etwas abperlen, kann man einen Tropfen Spülmittel unterrühren. Nach dem Trocknen der Farbe kann losgekratzt werden, zum Beispiel mit einem Nagel oder einem Zahnstocher.

 

Meine schwarze Acrylfarbe war leider nicht so gut geeignet, da sie nach dem Trocknen wie eine Gummihaut und deshalb schwierig zu bearbeiten war (Lerneffekt 1). Für weihnachtliches Glitzern kann man etwas Glitzerpulver auf die noch nasse Abdeckfarbe streuen, das sieht sehr schön aus (auch wenn man es auf den Fotos nicht so sieht), erschwert allerdings dann das Kratzen ein wenig. Und einzelne Glitzerpartikel sind später auf wundersame Weise in der ganzen Wohnung zu finden (Lerneffekt 2). Und man sollte die abgekratzten Farbkrümel immer gleich von der Karte in den Papierkorb klopfen und nicht wegpusten (Lerneffekt 3). 

 

Fazit: Wachskratztechnik macht Spaß, auch wenn man aus dem Kindergartenalter raus ist.

 

Die künstlerische Technik des Auftragens mehrerer Schichten und des wieder Freilegens unterer Schichten durch Kratzen heißt übrigens Sgraffito und kommt ursprünglich aus der Wandmalerei. 

 

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Mit Federn geschmückt

Die letzten Wochen waren voll, null Zeit für Muße oder Kreativität. Seit Sonntag habe ich mein Leben zurück, normaler Arbeitsrhythmus, Privatleben, freie Tage, Tageslicht, ich freu mich auf euch! Das Ergebnis der vielen Überstunden wurde entsprechend gefeiert. Weil ich mal wieder keine passende (elegante) Tasche hatte, habe ich mir eine gebastelt. Ein einfaches kleines Cordtäschchen (vor Jahren mal gekauft) wurde mit Federn aufgehübscht. Die Federn gab es im Bastelladen, die kleine Pfauenfeder war mal ein Ohrring. Die Federn mit etwas doppelseitigem Klebeband/Stylefix fixieren und dann ein Samtband darübernähen. Dauert 10 Minuten. Und macht was her, jedenfalls wurde ich auf mein Täschchen angesprochen:-)


Dazu mein liebster "Klunker"-Schmuck, ein aus Draht und vielen verschiedenen Perlen gehäkeltes Armband. Leider nicht selbst gemacht, sondern vor Jahren bei einer alten Frau auf dem Bremer Flohmarkt gekauft, die dort zwischen Unmengen farblich sortierter Perlen (die sie ihr ganzes Leben gesammelt hat) saß und diese Schmuckstücke gehäkelt hat. 


Ginkgo-Blätter, gepresst und mit Goldfarbe überzogen, wären auch ein hübscher Schmuck. Aber zu filigran und zerbrechlich, um sie als Kette zu tragen. Vielleicht kann man sie mit irgendeinem Lack überziehen und so härten. Das werde ich mal recherchieren. Bis dahin können sie an dünnen Fäden an Tannenzweigen hängen, auf festlich gedeckten Tischen liegen oder auf Geschenkverpackungen kleben.


Von diesen Orangenschnitten holt man sich einen nach dem anderen noch lauwarm vom Backblech, so lecker.


Das sind Fotos von echten Schneeflocken. 


verlinkt mit creadienstag

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Schokoladenkeksvergleichsbacken

Wenn ich im Stress bin, besonders viel zu tun habe, keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann stelle ich mich zum Runterkommen und Kopf sortieren gern in die Küche und backe oder koche. Gern auch nachts. Manchmal mit Mixer und Rührschüssel unter einer dicken Bettdecke hockend, um die Nachbarn nicht aufzuwecken. Backen zur Nervenberuhigung. Da gibt es kein Nachdenken mehr, einfach nur noch Tun, ein Schritt nach dem anderen, und am Ende hat man eine lecker riechende Küche und ein Ergebnis, das man aufessen kann, Schokokekse zum Beispiel beruhigen die Nerven ja bekanntlich ungemein.

 

Gestern war so ein Schokokekstag. Bei Micha habe ich zwei Rezepte gefunden, die ich schon seit Längerem ausprobieren wollte: die Sablés au chocolat et fleur de sel  (das Originalrezept stammt von Pierre Hermé, einem bekannten Pariser Konditor bzw. Pâtissier) oder die Schokokekse  (die fast nur aus Schokolade bestehen) nach dem Rezept von Daniel Humm. Nun ja, da ich mich nicht entscheiden konnte, gab es beide. Ist eh viel besser zum direkten Vergleichsessen. 

 

Nach dem Backen fiel mir die Entscheidung allerdings auch nicht leichter. Direkt aus dem Ofen hatten die Schokokekse noch die Nase vorn, zart und zerbrechlich schmelzen sie fast auf der Zunge, am zweiten Tag fand ich allerdings die Sablés feiner mit ihrer Kombination von dunkler Schokolade und Salzkristallen und ihrer Mürbheit. Die anderen Testesser waren sich ebenfalls uneinig. Die Sablés sind definitiv ungewöhnlicher, aber auch polarisierend, denn man muss die Kombination Schoko + Salz mögen, einer meiner Kollegen kam damit gar nicht klar und hätte den Bissen am liebsten wieder ausgespuckt, die anderen beiden fanden sie großartig. Da ich Schoko + Salz auch großartig finde, gebe ich hiermit den Sablés den ersten Platz und hier kommt das Rezept:

 

150 g sehr gute dunkle Schokolade (70%)

175 g Mehl

30 g Kakao

5 g  Natron

150 g weiche Butter

120 g Rohrzucker

50 g Puderzucker

5 g fleur de sel (das ist ca. ein leicht gehäufter Teelöffel, und das schmeckt man sehr deutlich, wer nicht                                sicher ist, kann etwas vorsichtiger dosieren)

Mark einer Vanilleschote

 

Die Schokolade auf einer Reibe oder mit einem Brotmesser fein zerkleinern. Mehl, Kakao und Natron vermischen und sieben. Die sehr weiche Butter mit dem Zucker, Puderzucker und Vanillemark schaumig aufschlagen, mit der geriebenen Schokolade und dem Salz vermischen, zuletzt die Mehl-Kakaomischung dazu geben und nur so viel wie nötig kneten (desto mürber werden die Kekse). Den Teig zur Rolle von ca. 4 cm Durchmesser formen (möglichst ohne Luftlöcher in der Teigrolle, der Teig ist etwas bröselig), dann in Klarsichtfolie gewickelt 2-3 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Nach dem Rausnehmen ein paar Minuten warten, bis der Teig sich ohne zu brechen schneiden lässt, in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit etwas Abstand auf ein Backblech mit Backpapier setzen, bei 170° Umluft ca. 10 - max. 12 min backen. Die Kekse sind heiß noch relativ weich und werden beim Auskühlen härter. Komplett ausgekühlt können sie in eine Blechdose, wo sie sich angeblich lange halten, das konnte ich aber nicht testen, sie sind schon alle.

Die hübschen bunten Blätter stammen vom letzten Herbstspaziergang, wurden gepresst und mit etwas Goldfarbe versehen, steht ihnen ganz gut und wird demnächst als Tischdeko verwendet, und Malen ist ja ebenfalls eine beruhigende Tätigkeit.


Mit ganz viel Geduld kann man aus Ahornblättern das hier basteln - zauberhaft! 


Und vor ziemlich genau 20 Jahren purzelte dieses schwarze Fellbündel in mein Leben. Auf dem Foto noch zarte 8 Wochen alt und später riesengroß, war er 11 Jahre mein treuer Begleiter. Ach Higgins, manchmal vermiss ich dich immer noch.


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Herbstgarten und Zwetschgenknödel

Ruhig war´s hier im Blog im Oktober. Ich muss gerade ziemlich viel arbeiten. Umso schöner, wenn dann am freien Tag das Wetter mitspielt und der Herbst nochmal seine schönsten Farben zeigt. Durchatmen. Herbstluft riechen, das Gesicht in die Sonne halten. Eine Runde durch den Garten gedreht, überraschenderweise noch Himbeeren gefunden, so verliebt in die abgeblühten Hortensienblüten gewesen, dass ich einen kleinen Kranz machen musste. Dafür einfach biegsame Zweige (bei mir Haselnussrute, Efeuranke und Goldrute) zusammenbinden und mit Blumendraht Gartenfundstücke befestigen. Diese hier sind auch hübsch (aber wer bitte bezahlt denn 138 $ für ein paar Zweige?).

 

Die Samen der Nachtkerze sind jetzt reif und lassen sich ganz leicht ausschütteln, sie besitzen einen hohen Anteil an Gamma-Linolensäure und Linolsäure und können z.B. zu Pulver gemörsert oder einfach so aufs Müsli gestreut werden. 

 

Dann gab es noch Freihandstick-Spielereien an der Nähmaschine und schönstes Seelenfutter aus den wohl letzten Zwetschgen der Saison - Zwetschenknödel, und zwar unbedingt aus Kartoffelteig statt aus Topfenteig, aber da gehen die Meinungen sicher auseinander.

 

Rezept für Zwetschgenknödel:


750 g Kartoffeln

230 - 250 g griffiges Mehl (gut ist z.B. Pasta-/Spätzlemehl)

1 Ei

eine Prise Salz

ca. 12 Zwetschgen

ebensoviel Stück Würfelzucker

100 g Butter, ca. 100 g Semmelbrösel, Zimtzucker

 

Die Kartoffeln mit Schale kochen, noch heiß pellen und durch die Kartoffelpresse drücken. Abkühlen lassen, mit Mehl, Ei und Salz zu einem glatten Teig verkneten, 10 - 20 min ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Zwetschgen entsteinen und statt Kern jeweils ein Stück Würfelzucker hineinlegen und einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig auf einem bemehlten Brett zur Rolle formen und in ca. 12 Scheiben schneiden, die Pflaumen mit dem Teig umhüllen und die Knödel im heißen Salzwasser ca. 8-10 min leicht sieden. Butter schmelzen und mit den Semmelbröseln goldbraun rösten. Fertige Knödel mit dem Schaumlöffel herausnehmen, die Bröselbutter darübergeben, dann noch Zucker+Zimt darüber streuen und genießen. 

 

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Kettenanhänger aus Ton

Anhänger aus Ton (develloppa)

Diese kleinen Anhänger sind im Tonkurs entstanden. Die Muster sind - erkennt ihr es? - die Abdrücke von Häkel- bzw. Klöppeldeckchen, die in den feuchten und mit dem Nudelholz ausgerollten Ton gedrückt wurden. Auf der Rückseite gibt es eine Öse, durch die man dann eine Kette oder ein Lederbändchen ziehen kann. Die Anhänger wurden nach dem ersten Brand (dem Schrühbrand) in Glasur getaucht, die dann nach dem Trocknen teilweise mit einem Messer wieder abgekratzt wurde, danach erfolgte der zweite Brand.


Das kann man im heimischen Backofen leider nicht einfach so machen, man braucht einen Brennofen, der über 1000 Grad schafft. Es gibt zwar Modelliermassen bzw. Fimo, was man unter 200 Grad brennen kann, dafür gibt es aber (meines Wissens) keine brennbaren Glasuren, man kann die Stücke hinterher lediglich anmalen, z.B. mit Acrylfarben auf Wasserbasis, und die Ergebnisse sehen deutlich anders aus.


Hätte ich zuhause einen Keramik-Brennofen, würde ich vermutlich vor lauter Experimentieren zu Nichts mehr kommen. So freue ich mich auf die nächsten 2 Stunden in der Töpferwerkstatt.


Die Anhänger wandern zum creadienstag.


Und dann möchte ich euch noch einen niederländischen Künstler vorstellen, der sehr staunenswerte Wesen unwirklicher Art erschafft: Theo Jansen und seine Strandgeschöpfe. Aus unzähligen PVC-Rohren, Plastikflaschen und Folien formt Jansen mit unendlicher Geduld scheinbar skelettierte Urviecher, die am Strand von Scheveningen immer wieder für Aufsehen sorgen, denn sie stehen nicht etwa still, sondern setzen sich in Bewegung, sobald Wind in ihre filigranen Glieder fährt. Seit über 20 Jahren tüftelt der ehemalige Physikstudent an immer neuen Fähigkeiten seiner Strandtiere, ihre Fortbewegung wurde immer ausgefeilter, mittlerweile erkennen sie sogar den Einbruch der Flut.

Faszinierend und bezaubernd schön.


Mehr über ihn und seine Arbeit hier, ein Bildband mit ruhigen schwarz-weiß-Aufnahmen seiner Geschöpfe hier.


"Spektakuläre, mechanische, philosophische Schönheit, zusammengefasst in den Talenten eines Mannes, der zugleich Künstler und Handwerker ist, im weiteren Sinne beider Begriffe." (Forbes, New York)


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Hallo Herbst - Apfel-Quitten-Zwetschgen-Walnuss-Tarte

Apfel-Quitten-Zwetschgen-Walnuss-Tarte (develloppa)

Von den Ende September Geborenen heißt es ja, sie wären manchmal entscheidungsunfreudig, unentschlossen, wägen alles ab. Bei diesem Kuchen habe ich das anscheinend bestätigt, Apfel-Walnuss oder lieber Pflaumenkuchen oder doch was mit Quitten, die gerade so verlockend aussehen, hmmm, und so wurde aus dem Nichtentscheidenkönnen eine ziemlich köstliche Apfel-Quitten-Zwetschgen-Walnuss-Tarte. Vor ein paar Jahren noch wäre Schokokuchen meine erste Wahl gewesen, aber diese rustikalen Tartes mag ich immer lieber, einfach und gut, ohne schischi, die Zutaten eher nach Gefühl und nicht grammhaargenau wie z.B. bei den zickigen Macarons, wo schon Zugluft das Resultat verändern kann.


Rezept:

 

160 g Mehl

60 g gemahlene (Hasel)Nüsse

70 g Rohrzucker

100 g kalte Butter

1 Prise Salz

1 Bio-Ei

2 EL Apfel-Karamell-Marmelade (oder andere Marmelade nach Wahl)

2 Äpfel

1 Quitte (+ 1 TL Zitronensaft und 1 EL Zucker zum Dünsten der Quitte)

1 Handvoll Zwetschgen

1 Handvoll Walnüsse

1 EL Zucker zum Bestreuen

 

Die gemahlenen Nüsse in einer Pfanne leicht rösten, bis sie duften (aber nicht verbrennen, dann werden sie bitter), abkühlen lassen. Dann Mehl, gemahlene Nüsse, Zucker, Butter, Salz und Ei mit kühlen Fingern rasch zu einem Mürbeteig verkneten und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Die Quitte schälen, Kerngehäuse entfernen, vierteln, in Stücke schneiden und in etwas Wasser mit 1 TL Zitronensaft und 1 EL Zucker bissfest dünsten, dann abgießen. Die Äpfel ebenfalls schälen und in Stücke schneiden, Pflaumen entsteinen und vierteln. Den Teig auf bemehltem Backpapier ausrollen (größer als eine Springform), die Mitte mit einem Teller o.ä. markieren, so dass ein guter Rand zum Umklappen bleibt, die Mitte mit Marmelade bestreichen (ich hatte noch ein Glas Apfel-Karamel-Marmelade mit fleur de sel im Vorratsschrank, was natürlich hervorragend dazu passt, aber es geht auch andere Marmelade wie Aprikose oder Johannisbeer), dann mit den Früchten belegen, was nicht draufpasst, direkt aufessen, die Walnusshäften zwischen den Fingern zerdrücken und darüberbröseln, dann den Zucker darüberstreuen, den Rand vorsichtig Stück für Stück umklappen, alles schön fest drücken, für einen schönen Glanz kann man den Rand noch mit kalter Milch oder Sahne bepinseln. Die Tarte mit dem Backpapier auf ein Backblech ziehen und bei 190° Umluft ca. 30 - 40 min backen, wird der Rand zu schnell braun, die Temperatur etwas reduzieren. Man kann auf die fertige, noch heiße Tarte noch etwas Marmelade pinseln, das ist Geschmackssache, wie süß man das Ganze haben möchte. Und dann am allerbesten lauwarm essen, und noch besser mit Sahne oben drüber.

 Herbstzeit ist auch Pilzzeit. Und dieses Jahr scheint es eine Menge davon zu geben. Auf diese hübsche Fliegenpilzfamilie sind wir letzte Woche in Österreich gestoßen. Der Fliegenpilz ist wohl der bekannteste Pilz überhaupt, er ist aber bekanntermaßen kein Speisepilz, dafür gilt er als Glückssymbol und ich mag den Anblick der leuchtenden Rotkäppchen.

Fliegenpilzfamilie (develloppa)

Noch mehr freue ich mich aber über den Anblick dieses Exemplars: ein Bilderbuchsteinpilz, heute vor den Toren Hamburgs gefunden, und zwar richtig viele von seiner Sorte. Nee, die Stelle verrate ich nicht. Und meine Mutter scheint mit ihrer Theorie, Pilze braucht man eh nur bei zunehmendem Mond zu suchen, Recht zu haben, vor zwei Wochen war nämlich nichts zu finden.


Die Steinpilze gaben ein Dreierlei-Schlemmermahl, der Schönste wurde roh als Carpaccio serviert, ganz dünn in Scheiben geschnitten, mit ordentlich gutem Olivenöl, Meersalzflocken, Basilikumblattstreifen und Parmesanspänen bestreut, die zweite Variante mit Schinkenspeckstreifen gebraten, die dritte Variante in Olivenöl mit frischem Thymian gebraten, Salz, Pfeffer, hauchdünne Knoblauchscheibchen und etwas Zitronensaft dazu. Alle drei Varianten supergut. Fotos gibt es davon nicht, es war viel zu lecker, um vorher noch Zeit mit Fotografieren zu verbringen. Die Fundstelle ist auf jeden Fall gemerkt.

ein perfekter Steinpilz (develloppa)

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Küchenschürzenstoffgestaltung

Eine neue Küchenschürze wollte ich haben, für beim Kochen gerne Hände-am-Bauch-Abwischer wie mich sehr praktisch und notwendig.

 

Ausgangsmaterial: ein alter beiger IKEA-Vorhangstoff, ein alter Bettbezug als Futterstoff, Stoffmalfarbe, Flüssigwachs, Gemüse, Moosgummibuchstabenstempel.

 

Der Plan: mit Flüssigwachs den Text "in food we trust" und mit Apfel, Zwiebel, Blättern usw. ein paar Naturformen auf den Stoff zu drucken (das Wachs ist mit einem Pinsel gut auftragbar), dann mit einer kleinen Schaumstoffrolle blaue Stoffmalfarbe drüber, da wo das Wachs ist, bleibt der Stoff hell, Wachs ausbügeln, fertig. Dachte ich.

 

Das hat aber bei den Buchstaben gar nicht funktioniert, sie waren kaum zu erkennen, beim Gemüse nur mittelmäßig. Und der Stoff war sehr steif durch die viele Stoffmalfarbe. Doof. Also ab ins Waschbecken, mit Bürste und Seifenwasser mühsam das Dunkelblau wieder heller bekommen, dann die Schrift und einige Gemüse mit türkiser Farbe nochmal nachgestempelt. Besser. Der Stoff ist jetzt ganz weich und sieht fast wie heller Jeansstoff aus.

 

Die ganze Prozedur war mühsam und das Ergebnis ist ganz anders als gedacht, aber jetzt mag ich sie, die neue Schürze. Der Schnitt ist aus diesem Buch von Lotta Jansdotter, ich hab´s in der Bücherhalle ausgeliehen, gekauft hätte ich es wohl nicht. 

 

Die Riesentomate auf dem Bild ist eine alte Sorte namens German Gold, innen ganz orange und saftig, die Pflanze hat 3 Stück geliefert. Von den kleinen, ebenfalls alte Sorten - ich hatte im letzten Sommer Samen von den schönsten Tomaten aufgehoben, konnte ich den ganzen Sommer ernten, sie wachsen in drei Holzkisten, kommen mit Regenwetter zurecht und schmecken zuckersüß.

 

Vor den Toren Hamburgs gibt es übrigens die Tomatenretter, die sich für den Erhalt alter Sorten einsetzen, eine Arbeitskollegin ist dort Mitglied bzw. Pate und bringt manchmal die abenteuerlichsten Tomaten zur Ansicht und Verkostung mit. Es gibt auf der Seite auch ein Sortenarchiv, das ist großartig, ein Beispiel gefällig? Furry Red Boar  - die Früchte sind samt-flauschig, innen weinrot und von außen rot-grünlich-gelb gestreift!


Die Schürze wandert zum creadienstag.


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Bergluft macht hungrig

Die Alpen im September, so anders als im Frühjahr, und auch so schön. Die Farben ändern sich, die Almen sind abgegrast, empfindliche Kühle am Morgen und am Abend, der Geruch von Holzfeuer, tief hängende Wolken, allerletzte Blaubeeren, Pilze wo man hinschaut, und bei Föhn herrliche Weitsicht und bestes Wanderwetter.

 

Wir haben eine Woche bei einem Freund im Pitztal verbracht, hier steht auf 1200 m Höhe das Auszeithaus, das Franz in den nächsten Jahren von einer Bauruine zurück ins Leben holen wird, damit Menschen dann hier einen Perspektivwechsel erleben können. Es gab schöne Wanderungen, unberechenbares Wetter, einen heftigen Sturm mit umgeknickten Bäumen, eine Kälbchengeburt, handwerkliche Lernprozesse (ich habe Glas geschnitten und in alte Fenster eingesetzt), wir haben jeden Abend die Feuertonne angezündet und auf dem Campingkocher mit Blick auf die Berge ziemlich gut gekocht. 

 

Am letzten Tag wurde der alten Holzherd an den Schornstein angeschlossen und zum ersten Mal in Betrieb genommen, diesmal zwar nur für Kaffeewasser, aber beim nächsten Besuch werden Tiroler Schmankerln gekocht - Butternockerln, Kassupp´n, Krautkrapfen, Speckknödel, Schwammerlgulasch, Marillenknödel, Mohnstrudel, Apfelradln... ach, allein schon diese Namen.

 

Da ich ein Stück Graukäse hatte (einen traditionellen fettarmen Sauermilchkäse), gab es hier zum Warmwerden schonmal Kaspressknödel. 

 

Rezept:

 

1 Zwiebel

1 EL Butter

1 EL gehackte Petersilie

200 g Knödelbrot (in Würfel geschnitten)

200 - 250 ml Milch (lauwarm)

2 Eier (mit der Gabel verschlagen)

Salz, Pfeffer

2 mittelgroße Kartoffeln

70 g Bergkäse

100 g Graukäse (wer den nicht bekommt, ersetzt ihn durch einen Hartkäse)

1 EL Mehl

3 EL Öl

 

Die Zwiebel kleinschneiden und mit der Petersilie in der Butter langsam goldbraun braten. Knödelbrot mit der Milch, den Eiern, Salz, Pfeffer und den Zwiebeln vermengen, die gekochten Kartoffeln schälen und reiben, unter die Masse heben, dann den Käse zerbröseln/reiben und mit dem Mehl untermischen, am besten mit einer Gabel. Aus der Masse handflächengroße, daumendicke Pressknödel formen (geht am besten, wenn man die Hände in kaltes Wasser taucht) und im heißen Öl bei mittlerer Temperatur ca. 5 min auf jeder Seite ausbacken.

Man kann die Knödel, so sagen die Tiroler, "zu Wasser oder zu Land" verzehren, also entweder mit klarer Brühe oder mit Sauerkraut. Oder wie hier mit einem frischen Salat. 

 

Tirol, bis bald! Ich glaube, ich brauche dieses Buch.

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Farbenfroh.

Rote-Bete-Apfel-Suppe (develloppa)

Unser kleiner Apfelbaum hat hübsch anzuschauende mittelleckere rote Äpfel, meist mit Wurm, aber sie sind absolut nicht lagerfähig, und wenn man nun nicht dauernd Apfelkuchen oder Apfelmus machen möchte, müssen herzhafte Apfelrezepte her, zum Beispiel diese Suppe, sie bringt ordentlich Farbe auf den Teller und schmeckt heiß genauso gut wie kalt. 


Rote-Bete-Apfel-Suppe:

 

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

ein kleines Stück Ingwer

2 EL Öl

ca. 400 g Rote Bete (2 kleinere Knollen)

2 Äpfel

ca. 500 ml Gemüsebrühe

200ml trockener Weißwein (oder Apfelsaft)

Meerrettich 

 

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Rote Bete und Äpfel schälen, würfeln und in Öl andünsten. Mit Gemüsebrühe und Weißwein (bzw. Apfelsaft) aufgießen, köcheln, bis das Gemüse weich ist, pürieren, mit Salz und Pfeffer und vielleicht etwas Kümmel abschmecken, zum Servieren nach Belieben einen Klacks creme fraiche dazu geben, ich hab mich für Meerrettich entschieden, der toll dazu passt. Dazu gibt es in etwas Olivenöl geröstetes Brot. 

 

Der große Apfel auf dem Bild stammt übrigens von den Nachbarn und wiegt knapp 500 g. Wir erschrecken inzwischen nicht mehr, wenn es draußen rumst und poltert, denn dann war es sicher wieder so ein Riesenapfel, der gerade vom Baum gefallen ist.

 

Und wer auch noch Kapuzinerkresse im Garten oder Blumentopf hat, sollte dieses ungewöhnliche Kapuzinerkresse-Apfel-Mandel-Pesto ( Rezept von Hugh Fearnley-Whittingstall) probieren:

 

75 g geschälte und geröstete Mandeln

100 g Kapuzinerkresse und 1 Handvoll Blüten 

1 Apfel (geschält, ohne Kerngehäuse)

1 Knoblauchzehe

100 ml Olivenöl

100 ml Rapsöl

Zitronensaft

Salz

 

Alles fein hacken und pürieren, bis ein flüssiges grünes Pürree entsteht. Ich habe weniger Kapuzinerkresseblätter, dafür zusätzlich etwas Basilikum und weniger Öl genommen. 

 

Sowieso kann man bei  Pesto ja nach Lust und Laune und Vorratsschrank experimentieren. Neu für mich war, dass man von der Kapuzinerkresse nicht nur die Blüten, sondern alles benutzen kann. Sie hat einen typisch scharfen Geschmack, da sie dieselben aromatischen Verbindungen wie Senf hat und sie ist ziemlich gesund. Jetzt mag ich sie noch mehr mit ihren leuchtenden Blüten und kreisrunden Blättern, von denen das Wasser so schön abperlt. 


Da die Rezepte ganz pflanzlich daherkommen, sind sie ein Fall für den Tierfreitag.

 

Was sind denn eure liebsten herzhaften Apfelrezepte? 


Und auch auf dem Papier wurde es herbstfarbenfroh, ich habe die über 20 Jahre alten Aquarellfarben aus der Kiste geholt und ohne Ziel und Zweck gepinselt und mich am unberechenbaren Verlauf der Farben beim Aneinanderstupsen erfreut. Sollte man viel öfter machen. 

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Aus Alt wird Anders 

das Matchboxauto wurde zum Schlüsselanhänger (develloppa)

Ich bin damit aufgewachsen, dass viel selbst gemacht wurde,  Kinderfotos zeigen mich in von meiner Mutter genähten oder mit der Strickmaschine gestrickten (übrigens top modischen) Outfits, mein erstes Fahrrad war Marke Eigenbau... aus Resten oder gebrauchten Dingen wurde oft nochmal "was gemacht". Ich bin froh, dass sich das irgendwie vererbt oder verankert hat, ich finde es gut, aus Vorhandenem etwas Neues zu machen, vorhandene Dinge zu nutzen, überhaupt Sachen herzustellen, das spart Ressourcen, bringt meist Spaß, und es ist schön, wenn Dinge eine Geschichte haben, die Sitzkissen mal ein alter Mantel waren, die Lieblingsjeans zur Tasche wird. das kuschelige Sweatshirt zum Wolkenkissen, das alte Matchboxauto ein Schlüsselanhänger.... 


Früher eher aus der Not entstanden, dem Umstand, dass man nicht viel hatte und Vorhandenes gut nutzen musste, ist das sogenannte Upcycling (der Begriff entstand Mitte der 90er Jahre) seit einigen Jahren ein richtiger Trend, eine ganze Industrie, aber Upcycling ist für mich auch eine Lebenseinstellung, die Wertschätzung von Dingen, Verantwortung für das übernehmen, was bereits produziert wurde, ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität.

 

Hier ist jemand, der aus Abfall ganze Häuser baut, die dazu auch noch energieautark sind.

 

Und diese Instrumente, die Idee, das Orchester - so großartig.

 

verlinkt zum creadienstag und upcycling-Dienstag.


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Gepinselt, geflucht, genäht... und schließlich für tragbar befunden

Gern würde ich viel mehr Kleidung für mich selber nähen, aber bekleidungsnähtechnisch bin ich noch in der learning-by-doing-Phase und die Ergebnisse sind nicht immer ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, also probiere ich weiter rum und lerne dazu. 


"I hope to do it better in time. I myself am very far from satisfied with this but, well, getting better must come through DOING it and through trying."

(Vincent van Gogh in einem Brief an seinen Bruder Theo)


Und tatsächlich kommt immer öfter ein Teil raus, das ich dann gern und nicht nur zuhause trage. Diese beiden Oberteile sind diese Woche entstanden und ich mag sie. Ich habe zum ersten Mal Bleichmittel (Haushaltsbleiche aus der Drogerie) auf Jersey ausprobiert. Bleiche (am besten vor dem Nähen auf das bereits zugeschnittene Stoffstück) aufpinseln, abwarten, bis der Stoff nicht mehr heller wird, dann auswaschen. Man sollte auf jeden Fall vorher an einem Probestoffstück ausprobieren, wie der Stoff reagiert und auf welche Farbe er ausbleicht (es kann z.B. orange rauskommen, oder gelb, oder es passiert gar nichts...)


Beim Kurzarmshirt hatte ich mich spontan für ein französisch-bejahendes Oui entschieden, um dann nach dem Ausbleichen zu bemerken, dass ich ein schwungvolles Qui gepinselt habe (was übrigens "dass" heißt, orrrr...), also hab ich das Q nochmal zu einem dicken O überpinselt, man kann auf dem Foto den Ausbleichprozess etwas sehen. Der Schnitt ist selfmade.


Beim dunkelblauen Shirt kam ein dickerer kuscheliger Sweatstoff zum Einsatz. Beim Pinseln des Bootes gab es dann unbeabsichtigt einen Fleck (wo Bleiche hintropft, da kriegt man sie nicht wieder weg), nach kurz ärgern und tief durchatmen hab ich mit dem Pinsel noch mehr Kleckse gesprenkelt und finde das Ergebnis sogar besser als ohne Sprenkel. Den Pinsel nach Gebrauch übrigens immer sofort auswaschen.

Der Schnitt ist das Fledermausshirt "Usedom", ich hab allerdings die Ärmel etwas weniger fledermausig gemacht.


Und um den Sommer noch ein wenig festzuhalten, gab es noch ein Wassermelonentäschchen aus bemaltem Stoff (der in seinem früheren Leben mal ein beiger IKEA-Vorhang war).

verlinkt zu RUMS.


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Ein Rucksack für ein Pferdemädchen

Das pferdevernarrte Kind hat einen Rucksack bekommen. Genäht nach dem Schnittmuster von Lillesol&Pelle, dieser Jeanssack wurde ebenfalls nach diesem Schnitt genäht, nur in der größeren Version.

 

Innen gibt es ein Trennteil, dadurch hat man innen zwei Fächer, sehr praktisch. Der Pferdekopf ist appliziert (braun mit blonder Mähne war übrigens ausdrücklicher Wunsch), bei Augen, Maul und Blesse bin ich auf Textil-Wachsmalstifte umgestiegen. Und ich habe zum ersten Mal längenverstellbare Träger gemacht, es gibt dafür viele Anleitungen im Netz, z.B. hier. Ich hab ein paar verschiedene anschauen müssen, bis der Groschen gefallen ist. Aber dann ist es erstaunlich einfach und funktioniert super, ich werde mir also mal einen kleinen Vorrat an Gurtschiebern (gibt es aus Plastik oder Metall) zulegen. 

 

Hier nicht zu sehen: der Rucksack wurde dann noch über und über mit Pferdenamen beschrieben, alle Pferde, die das Kind kannte, wurden mit dickem schwarzem Textilstift darauf verewigt.

 

Und ich erinnere mich, dass ich als Kind auch eine Kiste hatte, in der ich Pferdebilder und -postkarten gesammelt habe und die total vollgeschrieben war mit Pferdenamen, und an Wöpes Haflingerherde bei uns am Ortsrand, wo ich unzählige Nachmittage verbracht habe, Äpfel oder altes Brot im Gepäck, einfach auf der Weide im Gras gesessen, gelesen, den Pferden beim Fressen zugeschaut, ihnen den Hals gekrault, manchmal (unerlaubterweise) auf eines der besonders Gutmütigen raufgeklettert und geträumt, ich wäre ein Indianer...


verlinkt zum creadienstag

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Helfen.

Das vorherrschende Gefühl der letzten Tage zum Thema Flüchtlingspolitik - wahlweise möchte man schreien oder heulen oder einfach am liebsten auf eine einsame Berghütte auswandern - lässt sich für mich am besten durch Machen beruhigen, irgendwie helfen, Hintern hoch und raus aus der Komfortzone und vor allem, mit eigenen Augen hinzuschauen.  Also machte ich mich gestern auf den Weg Richtung Hamburger Messehallen, wo seit ca. zwei Wochen über 1000 Flüchtlinge untergebracht sind und in einer der Hallen in den letzten Tagen eine riesige Kleiderkammer entstanden ist (hier ein guter Artikel).

 

Schon in der Nähe des Liefer-Eingangs Menschen mit Taschen und Tüten, voll beladene Autos werden vom Pförtner durchgewunken, Menschen, die ihre Sachen schon abgegeben haben, kommen mir entgegen, nicken mir lächelnd zu, ein überwältigendes Gefühl der Solidarität und der Menschlichkeit überschwappt mich. Am Eingang dann freundliche Helfer, die jedem weiterhelfen, der Blick in die riesige Halle, wie ein kleines Logistikunternehmen, manche wollen nur was abgeben, viele wollen mithelfen, ich will beides und werde mit meiner Tasche voller Babypflegeprodukte (auf der facebook-Seite gibt es ständig neue Informationen, was gerade dringend benötigt wird) in die Drogerieecke geschickt, die freuen sich über meine Mitbringsel, ich helfe mit, Stoffbeutel für die Erstausstattung zu packen, aus jeder Kiste (Duschgel, Zahnpasta usw.) ein Stück, irgendwann ist das Deo alle und bei den Babytüten die Schnuller, wir müssen hier erstmal pausieren, ich versuche, mir bei der Kleidung einen Überblick zu verschaffen, Berge, und es kommen laufend neue Tüten, die Sachen werden ausgepackt, sortiert, Männer, Frauen, Shirts hier, Hosen da, und nach Größen, die Stapel werden dann weiter nach hinten getragen auf große Berge, zum Teil kann man nicht mehr erkennen, wo welche Größe hin soll, die Markierungen auf dem Boden sind von Klamotten überdeckt, die Sortierung vom Berg in große Kartons ist daher recht mühsam, ich sitze irgendwann im Blusenberg und sortiere Blusen nach kurzärmelig / langärmelig und den jeweiligen Größen, ist das jetzt ne Tunika oder ein Herrenhemd orrr und wieder keine Größe drin... nach 3 Stunden schwitze ich und hab nasse Hände in den Gummihandschuhen, dafür aber ein ganz gutes Sortiersystem entwickelt, es herrscht überall konzentriertes Arbeiten, immer wieder kommen neue Helfer vorbei, die irgendwas suchen oder bringen, irgendwann sind die Kartons alle, kurze Zeit später hat irgendjemand einen riesigen Stapel Umzugskartons besorgt, große Freude, in der Mitte die Verpflegungsstation, Getränke, Kaffee, belegte Brote, Nudelsalat, selbst gebackene Kuchen, Obst, Schokolade, so viel, und alles von engagierten Menschen vorbeigebracht... Ich war nur einen halben Tag dort, allein das reicht aus, um sich von dieser positiven Stimmung anstecken zu lassen, sich weiter engagieren zu wollen, jeder kann dort vorbeischauen, mithelfen, einen klitzekleinen Beitrag leisten. Ich finde großartig, was die Organisatoren - und zwar alles Privatpersonen - dort auf die Beine gestellt haben und jeden Tag leisten. Und dann kommt man nach Hause, sitzt in seiner eigenen Küche, voller Nachdenklichkeit, Demut und Dankbarkeit, dass es einem so gut geht, einfach nur, weil man hier geboren ist. Nie fand ich den neuen IKEA-Katalog im Briefkasten belangloser als heute. Stattdessen backe ich Schokokekse, die ich am Wochenende bei der Kleiderkammer vorbei bringen will, bin neugierig, wie die Halle dann aussieht, heute sollen von Helfern Holzleistenkonstruktionen gebaut werden, um das Sortieren übersichtlicher zu machen...

 

Es ist so einfach, Stellung zu nehmen, durch Worte, Taten, Spenden.

Viele gute Informationen und Spendenmöglichkeiten findet man auf der Webseite blogger-fuer-flüchtlinge.

Spenden speziell für Hamburg kann man hier.

In manchen Supermärkten/Drogerien kann man einfach Produkte kaufen und in bereitgestellte Kisten packen, die dann weitergeleitet werden, in Hamburg z.B. bei Budni oder Edeka Niemerszein.

 

Schön finde ich die Idee der Welcome-Dinner.

 

Dieser Text, so gut.

 

Ich wünsche ein schönes Wochenende. Und hier noch ein Lied.



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Alte Jeans - neue Topflappen

Ich habe Topflappen gemacht. Topflappen - das klingt irgendwie spießig und altbacken, doch sie können auch anders daherkommen und ich mache sie total gerne, ein Stückchen viereckiger Stoff, an dem man sich austoben kann, keine Reißverschlüsse, keine Maße einhalten, freestyle. Für diese hier habe ich alte Jeans benutzt, fester Stoff wie Jeans eignet sich logischerweise super für Topflappen, innen sind sie zusätzlich mit einer Lage Thermolan und Volumenvlies gefüttert.


Als erstes hatte ich vor, die fertigen Topflappen durch alle Lagen zu besticken, hallelujah, das ging so gut wie gar nicht, jedes Nadel durchpieksen war ein Kampf, also wieder aufgetrennt und nur den vorderen Stoff bearbeitet. Selbst das tat irgendwann böse am Daumen weh. Und eigentlich wollte ich im Sashiko-Style sticken, aber irgendwie ist dieses akribisch exakte Arbeiten nichts für mich, freestyle mag ich lieber, das Unregelmäßige finde ich manchmal interessanter als das Perfekte. Die Ziernähte wurden dann wieder durch alle Lagen genäht, die Nähmaschine ist doch stärker als meine Finger.


Nachdem mein Daumen nach 2 Paar Topflappen besticken taub war, bin ich beim dritten Paar auf Bedrucken umgestiegen. Deutlich schneller und angenehmer, dafür dauert das mit dem Zusammenpuzzeln der Stoffstückchen länger.


Bei den Aufhängeschlaufen habe ich einmal Jersey genommen (3 dünne Streifen geflochten), einmal Streifen von einem weichen Lederrest (hat die Nähmaschine gerade so geschafft), und einmal Baumwollwebband. 

Die Topflappen machen sich auch gut als Untersetzer auf dem Tisch und wandern zum creadienstag.

 

Ahhh, jippiehhh, ich seh´ grad, ich hab das Arschbombenbuch gewonnen, das beim creadienstag letzte Woche verlost wurde, Danke!!! Ich weiß, ich werde mich köstlich amüsieren, so sehr wie ich einfach alle Texte von dasNuf mag. Hier übrigens eine Rezension des Buches, die allein mich schon aufs Herrlichste unterhielt. 

 

Und das erste, was ich mit meiner Rote-Bete-Tasche eingekauft habe, war übrigens das hier - Rote und Gelbe Bete aus dem Hofladen, haben genauso knallermäßig geschmeckt wie sie aussehen. 


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Zeitfragen und ein Apfel-Mohn-Kuchen

So ein normaler Tag ist ja mehr oder weniger durchorganisiert, strukturiert, bestimmt von Terminen, Verabredungen, Verpflichtungen, Job, Einkaufen usw., man hat gar keine Zeit, nachzudenken, was man mit seiner Zeit denn nun Tolles anfängt.

 

Aber dann gibt es auch so völlig unverplante Tage, ich liebe und brauche das, um kreativ zu sein, einfach machen zu können, was mir in den Sinn kommt, so lange ich möchte, ohne auf die Uhr zu schauen. An so einem freien Tag schlafe ich nicht etwa aus, nein, ich stelle mir den Wecker extra früh, um möglichst viel von dem tollen freien Tag zu haben. Und dann sitze ich da mit meinem Kaffee und tausend Ideen im Kopf und kann mich kaum entscheiden, womit ich denn jetzt anfange, nähen, färben, malen ... alles, Hauptsache kreativ und mit den Händen. Und Rezepte ausprobieren, im Garten buddeln, und dann liegt da auch noch das 10kg-Paket Ton und den Kleiderschrank könnte man doch auch mal ....

 

Ich muss dann aufpassen, dass ich mich nicht verzettele, einen Fokus finde, mit irgendwas einfach mal anfange. Und dann vertief ich mich meist komplett in mein Tun und erschrecke irgendwann, wie spät es schon ist. Freie Tage gehen definitiv schneller rum als strukturierte.

 

Heute war so ein Tag, der Fokus lag irgendwann auf Stoffschnipsel sortieren und auf dem kompletten Boden verteilen, Patchwork- und Stickexperimenten. Gelernt: Sticken durch mehrere Lagen Stoff geht schwer und tut am Daumen weh und wenn man trotzdem weitermacht, hat man am Ende des Tages einen tauben Daumen. 

 

Unser kleiner Apfelbaum trägt sehr hübsch anzuschauende Äpfel, die aber allesamt einen Wurm beheimaten und die jetzt nach und nach runterplumpsen, also gab es heute auch noch einen Apfelkuchen. Auf die altbekannten Apfelrezepte hatte ich keine Lust, und bei Micha (natürlich) bin ich mal wieder fündig geworden, Apfel mit Mohn und Buttermilch, so fluffig, so saftig, so gut.

 

Das Rezept hab ich etwas runtergerechnet, so dass es für eine normale Springform (25 cm Durchm., 6 cm Höhe) passt:

 

600 g geschälte, grob gewürfelte Äpfel (mit 1 EL Zitronensaft beträufeln)

200 g weiche Butter

170 g Rohrzucker

1 P. Vanillezucker    

4 Eier

320 g Mehl (hier: 220 g Weizen-, 100 g Buchweizenmehl)

1/2 TL Zimt

Prise Salz

2 TL Backpulver

200 ml Buttermilch

für die Mohnmischung:

125 g Mohn

100 ml Milch

20 g Butter

50 g Zucker

für den Guss: 100 g Puderzucker und etwas Zitronensaft

 

Für die Mohnmischung den Mohn quetschen oder mahlen (geht gut mit einer alten Kaffeemühle), die Milch mit Butter und Zucker heiß werden lassen, den Mohn dazugeben und quellen lassen, wer mag, kann einen Schuss Rum oder Rosinen oder gehackte Mandeln dazu geben. Eine Packung Mohnback geht natürlich auch, ich bin aber kein Freund von Fertigzeug.

Für den Teig weiche Butter und Zucker mit dem Mixer schaumig schlagen, dann nach und nach die Eier dazu rühren, dann die abgekühlte Mohnmasse, zuletzt die Buttermilch und das mit Zimt, Salz und Backpulver vermischte Mehl unterrühren (wenn das Mehl drin ist, nicht mehr so lange rühren). Zuletzt die Apfelstücke unterrühren, den Teig in die gefettete Springform gießen, bei 160° Umluft ca. 75-85 min backen (Stäbchenprobe), wenn der Kuchen oben zu braun wird, mit Alufolie abdecken. 

Nach dem Abkühlen einen Guss aus Puderzucker und Zitronensaft auf den Kuchen geben, schmeckt frisch und auch noch nach 3 Tagen.


"Write it. Shoot it. Publish it. Crochet it, saute it, whatever. MAKE." (Joss Whedon)


Schönen Sonntag. 


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Rote-Bete-Liebe

Viele verbinden Rote Bete ja mit süß-sauer eingelegt oder irgendwie muffig und langweilig. Aber das stimmt nicht, sie kann so lecker sein und allein diese Farbe ist der Hammer und super gesund ist sie auch noch. 

Am besten sind natürlich die jungen, frischen Knollen, süß und erdig, gern zu wilden Rohkostmischungen geraspelt, und auch die Blätter kann man z.B. wie Mangold verwenden.

 

Für meinen liebsten Salat, mit dem ich auch schon Rote-Bete-Hasser rumkriegen konnte, benötigt man allerdings gegarte Knollen, aber ich nehme nur im Notfall die eingeschweißten vorgegarten Kugeln, der Aufwand ist gar nicht so groß und lohnt sich, sowohl geschmacklich als auch optisch. Die rohen Knollen ungeschält in Salzwasser kochen, auch nicht an der Wurzel abschneiden, sonst bluten sie aus und werden hell und fad, es dauert je nach Größe ca. eine Stunde, bis sie weich sind. Abtropfen lassen und unter kaltem Wasser etwas abkühlen, dann kann man die Haut einfach ablösen, Strunk und Wurzel abschneiden. Wer Angst vor roten Händen hat, sollte Gummihandschuhe benutzen. 

Die Rote-Bete-Kugeln in Stücke schneiden und mit einem Dressing aus ordentlich Zitronensaft, Olivenöl, Pfeffer, Salz und wenig Honig vermischen, weichen Schafskäse dazu bröckeln und unterheben, leicht geröstete Walnusskerne drüber streuen, über die irre Farbe staunen. 

 

Noch mehr Anregungen? Bitteschön:


Das hier ist mein Lieblingsrezept für  Rote-Bete-Hummus (klar, ist ja auch von Hugh Fearnley Whittingstall), so schnell gemacht, so lecker, auf Partys wird IMMER nach dem Rezept gefragt.

 

Rote Bete versteckt sich auch in diesem Schokokuchen.

 

Dieses Rote-Beete-Eis sieht fantastisch aus. 

 

Und in Klassikern wie Borschtsch oder Labskaus darf Rote Bete sowieso nicht fehlen.

Natürlich war die Versuchung groß, in dem tiefroten Kochwasser noch einen Stofffärbeversuch zu machen. Aber es funktioniert nicht. Egal wie lange man Stoff in Rote-Bete-Wasser oder -saft einlegt oder kocht, Essig oder Salz dazu gibt, nach dem Auswaschen des Stoffes bleibt ein helles bräunlich-rosa übrig. Nachdem ich neuerdings dieses Buch besitze, weiß ich, dass für die meisten Färbevorgänge mit Pflanzen der Stoff vorher stundenlang gebeizt werden muss, beispielsweise mit Alaun oder Aluminiumsulfat, das klingt nun eher nicht so reizvoll.

 

Um doch noch zu einer Rote-Bete-Tasche zu kommen, habe ich den Stoff etwas mit grüner und pinker Stofffarbe besprenkelt (Zahnbürstenspritztechnik) und mit Roten Beten (aus Softcutplatten geschnitten) bedruckt. Meine Obst- und Gemüseeinkaufsbeutelkollektion wächst und es macht mir gute Laune, damit einzukaufen. 

Wenn man das mit dem Stempeln gut drauf hat, sieht das so aus, oh ich mag einfach alles, was mirdinara macht, und der Satz "Well, my fingers are sore, but my soul is pleased" - wie gut ich das kenne... 


Die Tasche wandert rüber zum creadienstag, die Fotos wurden im Regen gemacht. 


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Mit Zirbe schläft es sich besser...

kleine Kissen gefüllt mit Zirbenholzspänen fördern angeblich den gesunden Schlaf - auf jeden Fall duften sie himmlisch (develloppa)

Bis zu meiner Alpenwanderung war mir die Zirbe (auch Zirbelkiefer oder Arve genannt) völlig unbekannt. Man findet sie hauptsächlich in den Inneralpen zwischen 1600 und 2500 m Höhe, sie wächst sehr langsam und kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Aus den Zirbenzapfen wird aromatisch harziger Schnaps gemacht, mit dem ich auf der Dreischusterhütte erstmalig in Kontakt kam. Schnaps ist ja gar nicht mein Ding, aber dieser ist schon sehr speziell und aromatisch (allein der Geruch war der Hammer).


Und das Holz ist ebenfalls sehr speziell, der typische Duft des Holzes ist auf das Pinosylvin zurückzuführen, eine chemische Verbindung im Kernholz der Zirbe, das gasförmig entweicht und nicht nur angenehm duftet, sondern auch antibakteriell und gegen Pilzinfektionen wirkt. Nicht umsonst fertigten Bergbauern früher Truhen für Mehl oder Brot sowie Kleiderschränke aus Zirbe, oft sind auch die Schlafstuben und Betten aus Zirbenholz. Man sagt der Zirbe nach, sie fördere das Allgemeinbefinden, einen gesunden Schlaf und senke die Herzschlagfrequenz.


Man muss aber nicht gleich ein ganzes Bett aus Zirbenholz haben, ein kleines Kissen gefüllt mit Zirbenholzspänen reicht angeblich bereits aus, um die positive Wirkung zu spüren. Nun ja, auf jeden Fall riecht es herrlich aromatisch und wenn man es nicht neben dem Kopfkissen haben will, tut es im Kleiderschrank gute Dienste, Motten mögen den Geruch nämlich gar nicht.


Die Späne für meine Zirbenkissen habe ich von hier, genäht sind sie aus gefärbtem Baumwollstoff und selbst bedrucktem Leinen. Für den Druck habe ich zum ersten Mal diese Softcutplatten ausprobiert, die sind sehr leicht zu bearbeiten, aber das Auftragen der Farbe mit der Gummiwalze hat gar nicht funktioniert (vielleicht zu glatt und rutschig), also bin ich wieder zur altbewährten Fingerauftragmethode übergegangen. Ich hatte nur braune und blaue (Stoff)Farbe, beides fand ich im Ergebnis nicht so schön, die Mischung aus beiden war am besten. Da ich mir beim Schneiden der Softcutplatten nur einmal in den Finger geschnitten habe, drängt mich mein innerer Bastelzwang, es demnächst mit echten Linolplatten zu versuchen. Es lebe die Neugierde und die Lust am Ausprobieren:-)


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noch mehr Johannisbeeren - diesmal auf Stoff gestempelt

Johannisbeerstoff von develloppa

Nachdem gestern so viele Johannisbeeren vernascht und verarbeitet wurden, war ja fast klar, dass sie irgendwie auch noch gestalterisch verarbeitet werden müssen. Wie sie da nämlich so über die Küchenplatte kullerten, wollte ich ganz dringend einen Johannisbeer-Einkaufsbeutel haben. 


Dafür musste erstmal Johannisbeerstoff her. Ich habe den Radiergummi eines Bleistiftes gerade abgeschnitten und schon hatte ich den perfekten Stempel. Da ich auf Stoff gedruckt habe, habe ich etwas Stoffmalfarbe auf ein dickes Stück Filz gegeben und schön eingearbeitet und hatte somit eine Art Stempelkissen. Und dann wird drauflosgestempelt, das Tolle ist, dass man überhaupt nicht akkurat sein muss, je unregelmäßiger, desto besser. Aber bis jetzt sieht das Ganze noch wie rote Punkte aus. Deshalb kriegen die Punkte (wenn sie trocken sind) noch den schwarzen Blütenansatz mit einem schwarzen Stoffstift aufgetupft, auch hier schön unregelmäßig. Und das sieht doch jetzt total nach Johannisbeere aus, oder? 


Aus dem brandneuen Stoff, einem Lederrest und einem alten Bettbezug als Innenfutter wurde dann die Tasche genäht und ich mag sie total, vielleicht sogar noch lieber als die Tasche aus dem Wassermelonenstoff.  Ich glaub, ich brauch noch mehr Johannisbeertäschchen.


Und so schön sauber wird sie nicht lange bleiben, das erste dreckige Bund Möhren kostet zwar immer etwas Überwindung, aber dafür sind sie schließlich gemacht, ich versuche so viel wie möglich lose einzukaufen, weil Plastik ist scheiße, aber ach das wisst ihr ja alle selber...  


verlinkt mit creadienstag und Scharlys Kopfkino.


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Überlast am Johannisbeerstrauch - eine Johannisbeertarte schafft nur wenig Abhilfe

kleine Johannisbeertarte (develloppa)

Der Johannisbeerstrauch hängt so voll, dass sich die Äste biegen. Mit Wegnaschen kommt man da nicht gegen an. Also wurde gebacken, um ihn etwas zu erleichtern. Zwar brauchte ich für diese Tarte nun nicht gerade viele Beeren, aber dafür war sie superlecker. Das Rezept für den Teig habe ich mal wieder bei Micha gefunden und mir das dann passend gebastelt.


240 g Mehl,  125 g kalte Butter, 80 g Puderzucker, 75 g Creme fraiche, eine Prise Salz und evtl. 1 EL kaltes Wasser zügig zu einem glatten Teig verkneten und in Folie gewickelt mindestens eine Stunde kühlen. 

Gewaschene Johannisbeeren (ich habe nicht nachgewogen, einfach so viele, wie gut raufpassen) mit ca. 3 EL Zucker vermischen, der Süßegrad ist wie immer Geschmackssache. Den gekühlten Teig auf bemehltem Backpapier ca. 0,5 cm dick ausrollen, in der Mitte (man kann den Mittelkreis mithilfe einer Tarteform  markieren oder das einfach Pi mal Daumen machen) 3 Esslöffel gemahlene Mandeln verteilen, damit die Beeren nicht durchsapschen, Beeren darauf verteilen, ich habe noch Kokoschips darüber verteilt, Mandelblättchen sind auch gut, dann den Rand Stück für Stück umklappen und schön andrücken. Der Rand sollte eigentlich noch mit etwas Sahne bepinselt werden, hatte ich aber nicht, etwas creme fraiche mit Wasser tat es auch...

Das Backpapier vorsichtig auf ein Blech ziehen und in den auf 190° vorgeheizten Backofen schieben, ca. 30-35 min backen, die letzten 10 min evtl. die Temperatur auf 180° reduzieren oder abdecken (je nach Bräunungsgrad).


Diese Tarte schmeckt am allerbesten lauwarm.

Ich habe das Rezept übrigens heute halbiert, weil es sonst zu viel gewesen wäre, das hat gut funktioniert und das kann man locker zu zweit schaffen, oder als Dessert mit Sahne oder Vanilleeis serviert ist es für 4 Portionen eine gute Größe.


Mit dieser kleinen Tarte war dem Johannisbeerstrauch ja noch nicht geholfen, also gab es noch einen Schwung Johannisbeergelee, das braucht man ja immer, spätestens für Weihnachtskeksfüllung oder Linzertorte. Ich habe das Gelee zum ersten Mal ohne Gelierzucker gemacht, das geht sehr gut bei Johannisbeeren, da sie viel Pektin enthalten. Johannisbeeren (bei mir waren es gut 2 kg, die Menge ist hier aber noch egal) waschen und abribbeln, ihr kennt ja wahrscheinlich alle den Gabeltrick. Mit wenig Wasser in einen Topf geben (die Beeren geben viel Saft ab, wenn sie platzen), aufkochen, mit dem Kartoffelstampfer etwas durchmatschen, abkühlen lassen, dann durch ein stabiles Sieb geben, die entstandene Flüssigkeit abwiegen, das waren bei mir 1,2 Liter, nun genau dieselbe Menge Zucker dazu geben (also 1,2 kg), noch den Saft einer Zitrone, unter Rühren ca. 10-15 min kochen lassen, Gelierprobe machen, in blitzsaubere Gläser füllen.

 

Und dann gab es heute noch eine Menge kleine Johannisbeeren auf Stoff, dazu morgen mehr.


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Salbeisirup und neue Täschchen

Salbei-Blatt-Bäumchen (develloppa)

Endlich habe ich eine neue Verwendungsmöglichkeit für unseren Salbei. Bis jetzt hatten die weichen bitter-aromatischen Blätter lediglich zwei große Einsatzgebiete, nämlich entweder getrocknet für Salbeitee, sehr hilfreich bei Halsschmerzen und Entzündungen im Mund, schmeckt aber scheußlich, oder sehr langsam in viel Butter gebraten, bis die Blätter knusprig sind, himmlisch lecker zu Gnocchi oder Nudeln.

Damit kam ich aber nicht gegen die zwei wuchernden Pflanzen an, die hier seit Jahren standhaft jeden Winter überleben und schon mal zweigeweise in der Vase landen, weil sie über dem klitzekleinen Rosmarin hängen.

 

Aber jetzt gibt es Salbeisirup. Und der ist sowas von lecker - vorausgesetzt natürlich man mag das Salbeiaroma. So geht´s:


80 - 100 g Salbeiblätter

500 ml Wasser

ca. 300 g Zucker

eine Bio-Zitrone in Scheiben geschnitten und den Saft einer zweiten Zitrone


Alles zusammen in einen Topf geben und einmal aufkochen lassen, dann den Herd ausstellen ca. eine Stunde durchziehen lassen, alles durch ein Sieb gießen und die Flüssigkeit nochmal 10-20 min mit offenem Deckel köcheln, bis die Konsistenz leicht sirupartig wird. In eine saubere, heiß ausgespülte Flasche geben (bei mir kamen ca. 300 ml Sirup heraus), Deckel zuschrauben, hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen. Mit Mineralwasser oder Sekt oder Getränken eurer Wahl eiskalt aufgießen, nach Belieben Eiswürfel, Zitronenscheibe und Cocktailschirmchen dazu und den Sommer im Glas genießen.

 

Was macht ihr denn so mit Salbei?

 

Da der Estragon ebenfalls ein riesiger mehrjähriger Busch ist, wird hier demnächst wohl auch ein anis-lakritziger Estragonsirup im Topf landen. Yummie.


neue Täschchen - handmade by develloppa

Aus den Stoffen, die ich letzte Woche gefärbt, bedruckt und bemalt habe, sind ein paar Täschchen entstanden, jeweils kombiniert mit Jeansstoff, der mal zu einer Hose gehört hat.

Und vielleicht schaffe ich es ja demnächst auch mal, sie in den Shop einzustellen, eine ungeliebte Tätigkeit, die ich so gerne aufschiebe...

die Täschchen wandern zum creadienstag


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Farbtupfer im Garten

Im Garten blüht es, es ist eine Freude. Ich könnte stundenlang den Bienen und Hummeln bei ihrer Arbeit zuschauen, am Lavendel schnuppern, den roten Sonnenhut bewundern... diese Farbenpracht und die Gerüche machen einfach gute Laune.


Für noch mehr gute Laune sorgt dieses Video, bei Okka gefunden, also wer da still sitzen bleiben kann...


Und dann gibt´s heute noch was Genähtes, nämlich zwei Röcke, genäht nach dem Schnittmuster Valeska von Jolijou.

Bündchenvariante 1: ein Stück von Mutterns alter Tischdecke, in die ein breiter Gummizug gezogen wurde. Bündchenvariante 2: ein zu kleines Stretchtop, welches direkt als Schlauch angenäht wurde. 

 

Durch die Kräuselung unter den Taschen steht dieser Rock seitlich ziemlich glockig ab, das würde ich beim nächsten Mal reduzieren, aber die Taschen mag ich sehr. Und man muss für diesen Rock keinen Reißverschluss einnähen, auch das mag ich sehr.

 

Merke 1: Nicht so einfach, per Selbstauslöser akzeptable (Hüpf)Fotos zu machen...

Merke 2: Ja, man hätte das Ganze vorher durchaus noch bügeln können. 

Die Valeskas wandern zu RUMS.


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himmeltaubenblaugrau

Auf Flohmärkten gucke ich gerne nach weißen Tischdecken, die eignen sich nämlich hervorragend für Färbe-Experimente. Wie zum Beispiel dieses: ultramarinblau + olivgrün, von beiden hatte ich noch einen kleinen Rest, ergab zufällig wunderschönes blau! Ich hatte mit etwas anderem gerechnet, aber das ist auf jeden Fall die schönste Farbe, die mir je aus dem Topf gekommen ist.

 

Ich färbe am liebsten mit diesen Farben, damit kann man auch kleine Mengen im Topf färben. Pro Liter Wasser einen Esslöffel Salz und etwas Farbpulver dazu, aufkochen, feuchten sauberen Stoff rein, sich überraschen lassen. Die Färbung wird nicht so gleichmäßig wie in der Waschmaschine, auch wenn man den Stoff im Topf viel bewegt, aber ich mag dieses Unregelmäßige ganz gern, und im Topf hab ich direkten Zugriff, kann für das nächste Stoffstück nach Belieben Wasser oder etwas Farbpulver dazu geben, und so die Intensität beeinflussen.

 

Und weil ich heute eh schon im Stoffrausch war, wurde gleich noch gestempelt, der gute alte Kartoffeldruck, für Punkte und große Formen unschlagbar. Die Stoffmalfarbe habe ich mit Wasser verdünnt, halbdeckend fand ich für den zarten Stoff passender. 

Und dann war da noch dieser kaputte Schirm (das Hamburger Wetter und Schirme, das geht einfach nicht zusammen), eigentlich ein Fall für die Mülltonne, nun passte er aber mit seiner blauen Farbe und den Punkten heute so in mein Beuteschema, dass ich ihm den Stoff von den Metallspeichen abgetrennt habe, als mögliches Innenfutter für die zukünftigen Täschchen. Aber nachdem ich zwei Segmente herausgeschnitten hatte, lag da : ein (fast fertiger) Friseurumhang! Lediglich der Halsausschnitt wurde noch etwas größer geschnitten und mit Schrägband eingefasst, das zum Zubinden ein Stück übersteht, fertig ist die kleine Pelerine, der Stoff franst nämlich nicht. Okay, kaum jemand braucht wahrscheinlich so einen Umhang, aber hier werden tatsächlich ab und zu Haare geschnitten, und abgeschnittene Haare kribbeln wie verrückt, aber wir haben ja jetzt einen Umhang. 

 

Jetzt noch diesen Song, sehr laut. Aufräumen tue ich morgen.

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Es wurde getöpfert - Daumenschälchen

handgetöpferte Daumenschalen - develloppa

Diese kleinen Schalen sind die ersten Ergebnisse meines Töpferkurses. Daumenschalen sind beliebte Anfängerprojekte, man braucht dafür keine spezielle Aufbautechnik oder Drehscheibe, man nimmt einfach eine Kugel Ton, die gut in der Hand liegt, mit dem Daumen der anderen Hand drückt man eine kleine Delle von oben in die Kugel, und durch behutsames Drücken und Drehen der Kugel wird die Delle erweitert und vertieft, so dass die Kugel mehr und mehr ausgehöhlt wird. Die entstehende Schalenform kann nach Belieben variiert werden. Ich mag es, wenn die Schalen möglichst dünn und zart werden, auch wenn sie dann anfälliger für Risse beim Brennen werden. Ich konnte im Kurs verschiedene Tone ausprobieren - weißen, grauen, braunen, mit und ohne Schamotte, jeder fühlt sich etwas anders in der Hand an, ich habe aber keinen Favoriten. Wenn sie durchgetrocknet sind, kommen die Schälchen in den Schrühbrand, dann können sie glasiert werden und kommen noch einmal in den Brennofen, und erst dann sieht man das endgültige Ergebnis. Ich habe die Schalen mit recht flüssiger Glasur nur innen ausgegossen und bin dabei etwas über den Rand gegangen, und ich mag das Ergebnis. 


Das Formen mit den Händen ist fast meditativ, und zwei Stunden Kurs sind viel zu kurz, ich will immer ganz viel wissen und ausprobieren und werde ständig zu Geduld gemahnt. Ich träume schon von einem eigenen Brennofen. Ohmmmm. Nächste Woche beginne ich dann mit der Wulsttechnik:-) 

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einmal quer durch die Alpen

Es war eine Weile ruhig hier. Es hat mich in die Berge gezogen, die Alpen im Juni sind wunderschön. Von Hütte zu Hütte gewandert, so viele verschiedene Gesichter der Berge gesehen, großes Glück mit dem Wetter gehabt, viele tausende Höhenmeter bergauf und bergab, der Rucksack genau 8 Kilo schwer, es gab Muskelkater, Erschöpfung, Gipfelglück, Schneefelder, blühende Almen, neugeborene Kälbchen, Kaspressknödelsuppn, Kaiserschmarrn, schnarchende Zimmergenossen, weiter Blick, Freiheit, Durchatmen. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. 

Und kaum zu Hause und die Wandersocken gewaschen, denke ich ans Meer und will plattes flaches weites Land, hohen Himmel und Nordseewind. Berge und Meer, so verschieden, und doch haben beide die gleiche Sehnsuchts- und Seelenwirkung für mich. 


Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen,  jeden Tag eine kleine Zeichnung zu machen. Es blieb bei der Watzmann-Ostwand (Blick vom Königssee) am ersten Tag, ab dann blieb keine Muße, das Skizzenbüchlein aus den Tiefen des Rucksacks zu kramen. Jeden Morgen 7 Uhr Frühstück, spätestens 8 Uhr Aufbruch, am Abend gab es nur noch Anstehen für die heiße Dusche, Essen!!!, ein paar Dehnübungen für die müden Beine (sehr empfehlenswert), die Strecke des nächsten Tages, und früh ins (mehr oder weniger bequeme) Bett.


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nochmal Rhabarber

Rhabarber (develloppa)

Eine alte Bauernregel sagt, dass Rhabarber nur bis zum 24. Juni geerntet werden soll. Das hat einerseits gärtnerische Gründe, denn Ende Juni beginnt beim Rhabarber ein zweiter Wachstumsschub (auch als "Johannistrieb" bezeichnet) und die Pflanze braucht diese Stangen, um Kräfte und Reserven fürs nächste Jahr zu sammeln. Ein weiterer Grund ist die im Rhabarber enthaltene Oxalsäure, je später man erntet, desto höher wird der Oxalsäuregehalt. Dafür ist Rhabarber reich an Mineralien, vor allem Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen, also schnell noch mal ein paar Stangen schnappen und verarbeiten, z.B. zu Rhabarber-Baiser-Kuchen.

 

Das Rezept:

210 g Mehl

120 g kalte Butter

50 g Zucker

2 Eigelb

1 Prise Salz  

3 EL gemahlene Mandeln oder Semmelbrösel

750 g Rhabarber (+ 2 EL Zucker nach Wunsch)

2 Eiweiß

100 g feiner oder Puderzucker

 

Mehl, Butter, Zucker, Eigelb und Salz und 2-3 EL kaltes Wasser zu einem glatten festen Teig verkneten, in eine gefettete Springform drücken und ca. 30 min kalt stellen. In der Zwischenzeit Rhabarber waschen, putzen und in Stücke schneiden. Auf den gekühlten Boden erst die Mandeln bzw. Semmelbrösel geben, dann die Rhabarberstücke, nach Belieben mit etwas Zucker vermischt. Bei 180° Umluft ca. 30-40 min backen. In der Zwischenzeit die 2 Eiweiß steif schlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen. Die Baisermasse auf dem heißen Kuchen verteilen, Backofenhitze auf 210° erhöhen und ca. 5 - 10 min weiter backen, bis sich die Spitzen hellbraun färben.

Am allerbesten noch lauwarm essen.


Und aus den allerletzten Stangen vielleicht noch schnell ein paar Gläser Erdbeer-Rhabarber-Kontitüre?

Oder wie wär´s mit Mr. Slaters im Ofen geschmorten Rhabarber mit Blutorange und Vanille?

Oder etwas experimenteller - Rhabarber-Tomaten-Ketchup?


Während der Kuchen buk, sind diese hübschen Schlüsselanhänger entstanden. Dazu habe ich große Holzperlen mit bereits ewig rumstehendem Nagellack bemalt, ich krieg die Fläschchen ja nie alle... Schlüsselring und Lederbändchen dazu, voilá. Leider ist diese hübsche Idee nicht von mir, sondern von hier, beim Stöbern auf Pinterest entdeckt und jetzt nachgebastelt. Und damit ein Fall für Evas "machen, nicht pinnen". 


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Messerordnung in der Schublade

Ein Messerblock für die Schublade

Ich mag diese klassischen Messerblöcke, die auf der Arbeitsfläche rumstehen, nicht besonders. Deshalb lagen hier die Messer lange einfach in einer großen Schublade, zusammen mit vielen anderen Küchenutensilien, ein wildes Durcheinander. Aber jetzt haben wir einen Messerblock, der in die Schublade passt. Selbst gebaut aus einem Stück Feuerholz, das gut liegt und nicht kippelt und in das in gleichem Abstand einige schräge Kerben gesägt wurden, so dass die Messer gut liegen. 

Jetzt herrscht wieder Ordnung, zumindest bei den Messern. 


Im Garten blühen die Pfingstrosen, die Johannisbeeren versprechen reiche Ernte, allerdings finden zwei Tauben die Beeren auch unreif schon sehr lecker und landen immer mal wieder - sehr unbeholfen - im Strauch, und die Bienen/Wildbienen/Hummeln finden jetzt genug Nahrung und vielleicht auch Wohnraum im Totholz, genug Löcher hätten sie jedenfalls, für ein richtiges Insektenhotel fehlte leider bisher die Zeit, steht aber auf der langen to-do-Liste... 


Creadienstägliche Grüße.


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Pulloverzweitverwertung

Ich mache gern Nähexperimente mit ausrangierten Pullovern, zerschnippeln, Kissen nähen, oder aus zwei alten einen neuen Pullover machen... manchmal geht das schief und wird nicht so wie gedacht, und manchmal kommt ein neuer Lieblingspulli dabei heraus.

Dieser kuschelweiche graubraune Kapuzenpulli war überall zu kurz, unten und an den Ärmeln, wer groß ist, kennt das Problem. Ich habe ihn in der Mitte und an den Ärmeln durchgeschnitten, Teile eines Wollpullovers eingefügt und die Nähte wieder geschlossen. Er ist ein absolutes Wohlfühlteil geworden.


Und weil ich die Farben des Strickpullis so mochte, sind noch sind zwei große Sofakissen entstanden, mit anderen Rest-Stoffen kombiniert und mit home-Schriftzug bestickt.

Da Kissen aus Strickstoff oft etwas ausleiern, kann man die Pullover vorher heiß mit Vollwaschmittel waschen, dann verfilzen sie (je nach Material) etwas und lassen sich leichter verarbeiten.


Kissen und Pullover wandern rüber zum creadienstag und zum upcycling-tuesday.

Habt einen schönen Tag.



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Thymian-Shortbread mit Mandeln

"Shortbread ist ein krümeliges, buttriges Gebäck, das einen vielleicht für den Moment vergessen lässt, dass man auf die entscheidenden Fragen im Leben keine Antwort bekommt", sagt Elisabeth Raether. Klar, dass ich diese Kekse sofort nachbacken musste, vor allem, wenn sie wie hier mit Thymian, Parmesan und Mandeln daherkommen. Ich habe ja schon so einiges an Kräuter-Käse-Keksen ausprobiert, diese hier sind ab sofort ganz weit vorn auf der Beliebtheitsskala, vor allem die knackigen Mandeln machen sich sensationell gut. Die Kekse haben nur einen Abend gehalten, absolute Suchtgefahr!

 

Rezept (ganz leicht abgewandelt):

60 g Mandeln

100 g kalte Butter

40 g Parmesan

1 EL Thymian

125 g Mehl (bei mir halb Weizen/halb Dinkel)

1 Prise Salz

1 TL Honig

grobes Meersalz zum Bestreuen

 

Die Mandeln in einer Pfanne leicht rösten und grob hacken. Mehl, Parmesan, Thymian, kalte Butter (gewürfelt), Salz und Honig und die abgekühlten Mandeln vermischen und (mit möglichst kühlen) Fingern rasch zu einem Teig verarbeiten, nicht zu lange kneten. Den Teig auf einem bemehlten Backpapier ca. 0,5 cm dick ausrollen, mit etwas Meersalz bestreuen und in Rauten schneiden (ja, man kann auch hübsche Kreise ausstechen, aber mir ist das zu tüddelig, die Ungeduld und so...) das Backpapier auf ein Backblech ziehen und 15 - 20 min bei 150° Umluft backen. Noch warm schonmal die Ersten probieren... 

 

Wollt ihr mal sehen, wie es aussieht, wenn zwei Seeadler richtig Spaß in der Luft haben? So schön.

Wie übrigens alle Folgen dieser Reihe sehr sehenswert sind.

 

Im Moment schauen überall im Garten die filigranen, nickenden Blüten der Akelei hervor, so zart auf ihren langen Stengeln und in den verschiedensten Farbabstufungen. Leider kann man sie für kulinarische Küchenexperimente nicht benutzen, aber dafür sind sie wunderschön. Aber so sehr ich sie mag, sie breiten sich von selbst ziemlich doll aus, besonders im Kräuterbeet, deshalb werden die Blüten hier demnächst abgeschnitten, bevor die Samenkapseln aufplatzen. 

Akelei (develloppa)

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Tellerrand #3 - mit Wunderknete, Schnittlauchblütenbutter und ´nem ganzschön alten Song

Heute gibt´s mal wieder ein paar schöne, interessante oder inspirierende Dinge, woanders entdeckt und lose zusammengewürfelt.

 

"Reparieren ist eine Einheit von mechanischem Arbeiten, analytischem Denken und emotionalem Glückserlebnis, wenn die Reparatur gelingt." (sagt Wolfgang Heckl, Autor des Buches "Die Kultur der Reparatur")

 

Das uralte Konzept, kaputte Dinge zu reparieren, spart Geld, ist nachhaltig und verbindet uns mit unseren Dingen. Aber Reparieren ist längst kein Ausdruck mehr von Armut oder Geiz, sondern stellt das herrschende Wegwerfdenken infrage, es geht um Müllvermeidung, und in den immer mehr entstehenden Repair-Cafés auch um den Gemeinschaftsaspekt, denn geschraubt wird zusammen, mit Leuten, die Ahnung und Werkzeug haben.


Ich macgyver da mal was - ein oft gehörter Satz in unserem Haushalt, der Freund ist Meister im Macgyvern, also der Fähigkeit, aus allen möglichen gerade verfügbaren Gegenständen und Werkstoffen etwas Hilfreiches herzustellen. Womit wir zur Wunderknete kommen. Das Zeug heißt Sugru und ist ein Silikonmaterial, das im Ausgangszustand 30 min wie Knetmasse verarbeitet werden kann und dann innerhalb von 24 Stunden aushärtet, dabei formstabil und trotzdem elastisch ist, man kann damit Formen, Abdichten, Isolieren, Abpolstern, also macgyvern ohne Ende. Schon allein die Slogans wie "hack things better" oder "the future needs fixing" mag ich, und den ansteckenden Enthusiasmus von Sugru-Erfinderin und Product-Designerin Jane Ni Dhulchaointigh ("you don´t need to be an expert, learn it.") mag ich noch mehr. 

 

Und dann mag ich Doros Zeichnungen. Einfach jede ihrer kleinen feinen Zeichnungen mit Köpfchen und Witz macht mir gute Laune, heute hat sie bei Indre ein paar Fragen beantwortet.


Und ich brauche sofort Maiwipfel, zarte grüne Tannenspitzen, nämlich hierfür, da die allerdings in Hamburg nicht mal eben so zu pflücken sind und es ja auch schon Juni ist, wird das wohl aufs nächste Frühjahr verschoben.

 

Dieser Song ist heute 50 Jahre alt. 

Derselbe Song klingt so, wenn er von Björk und PJ Harvey performt wird. Großartig.

 

Wer´s noch nicht wusste: Schnittlauchblüten kann man essen und Schnittlauchblütenbrot ist noch leckerer ist als Schnittlauchbrot und sieht schön aus und gesund ist das Ganze auch noch.

 

Ich hoffe, ihr seid gut in den Juni gestartet, und hey Juni, zeig uns bitte ganz viel Sommer, ja?



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Gartenkissen

Gartenkissen selbst gemacht (develloppa)

Ein paar neue Terrassenkissen sind entstanden. Gefärbt, bestempelt, genäht, weich gefüllt, blütenbunt trifft naturfarben.

Das grüne Ausruhen-Kissen war mal ein Stück weißer Bettbezug, im Topf grün gefärbt, die mit Bleichmittel gepinselten Buchstaben sind auf gelb ausgeblichen, das ist immer wieder spannend mit dem Entfärben.

Ein kleiner Berg mit flauschiger Schneespitze, zwei Leseknochen, zum Lümmeln, Knautschen, Ausruhen, Anlehnen.

Die Nachbarskatzen finden die Kissen - den Schlafspuren nach zu urteilen - auch super.

 

Dazu ein paar Sesam-Karamell-Knusper-Kekse nach diesem Rezept und sich über die hübschen Blüten im Garten und überall da draußen freuen.

 

Und für noch mehr gute Laune: dieser Song von 1976 - Blondie!

Die Kissen wandern zum creadienstag.


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Durchatmen

Eine Woche Auszeit.

Durchatmen.

Im Tal von Soller, und in den Bergen der Tramuntana, mit knorrigen Olivenbäumen (die gerade blühen), wilden Kräuterdüften, Kochexperimenten, kleinen Märkten mit köstlichen Tomaten, merkwürdigen Pflanzen, abenteuerlichen Bergtouren und passender Urlaubslektüre.

Ich liebe diesen Teil von Mallorca.

Immer wieder.

"Alles, was Dichter und Maler sich erträumen können, hat die Natur hier geschaffen, ein gewaltiges Ganzes mit unendlichen Einzelheiten in unerschöpflicher Vielfalt, wirre Formen, scharfe Konturen, verschwommene Tiefen, alles ist vorhanden, und Kunst könnte dem nichts hinzufügen."

(George Sand - "Ein Winter auf Mallorca")


Demnächst ausprobiert wird auf jeden Fall dieses Rezept für den typisch mallorquinischen Mandelkuchen (Gato di Almendra), oder vielleicht Ensaimadas, diese luftigen Gebäckkringel, von denen ja gern mal behauptet wird, dass die wichtigsten Zutaten die Luft und das Klima der Insel seien und sie deshalb außerhalb niemals so gut werden könnten, oder wie wär´s mit diesem Orangeneis ?

 

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Sonntagssüß - fluffige Rhabarbermuffins mit Zimtzuckerkruste

Ich brauch´ ihn nicht das ganze Jahr, so dicke sind wir nicht, der Rhabarber und ich. Aber im Mai und Juni, wenn er Saison hat, freue ich mich über die roten Stangen (die übrigens ein Gemüse sind und kein Obst, wie man annehmen könnte) und trage sie nach Hause, um dann Kuchen, Kompott oder Sirup aus ihnen zu machen.  Denn roh essen, in Zucker gestippt, als Kind gerne gemacht, boah nee, das geht nicht mehr. 

 

Jedes Jahr mindestens einmal gemacht werden diese traumhaft süß-sauren Rhabarbermuffins. Sonst eher kein großer Muffin-Fan, gehören diese hier zum Standard-Rhabarber-Backrepertoire, aus dem Handgelenk geschüttelt sozusagen. Sehr fluffig, super schnell gemacht, man braucht nicht mal einen Mixer, 2 - 3 Stangen Rhabarber reichen aus, und die Säure der Rhabarberstückchen in Kombination mit der Zimt-Zucker-Kruste - einfach gut.

Rezept: 

 

150 g brauner Zucker

80 ml neutrales Pflanzenöl

1 Ei

1 Päckchen Vanillezucker

250 g Joghurt oder Buttermilch

250 g Rhabarber (ca. 2-3 Stangen)

70 g Haselnüsse oder Walnüsse

300 g Mehl

1/2 TL Natron

1 TL Backpulver

1/2 TL Salz

 

Guss:

1 EL zerlassene Butter

50 g brauner Zucker

1 TL Zimtpulver

 

Zucker, Öl, Ei, Vanillezucker und Joghurt bzw. Buttermilch in einer Schüssel gut verrühren, das ist sehr flüssig und geht am besten mit einem Schneebesen.

 

Den Rhabarber putzen, waschen und in kleine Stücke schneiden (ca. 1 cm Länge). Die Nüsse grob hacken, Nüsse und Rhabarber unter die flüssige Mischung geben.

 

In einer zweiten Schüssel Mehl, Natron, Backpulver und Salz vermischen und nach und nach unter die Fruchtmischung rühren, ebenfalls mit dem Schneebesen oder einem Holzlöffel.  Hier ist wichtig, nicht zu doll und zu lange zu rühren, sonst wird der Teig zäh und später nicht fluffig!

 

Ein Muffinblech fetten, die Mulden maximal 2/3 hoch mit dem Teig füllen (bei einer 12er Form bleibt bei mir immer etwas Teig übrig, den ich in zwei kleinen Tassen backe, wenn man die Mulden zu voll macht und beim Backen die "Häubchen" zu sehr über den Rand gehen, bekommt man die Muffins schlecht aus der Form).

 

Für den Guss die zerlassene Butter mit dem Zucker und dem Zimt mischen und auf dem Teig verteilen.


Im vorgeheizten Backofen (200° oder 180°Umluft) ca. 25 - 30 min backen. Nach dem Backen etwas abkühlen lassen, dann aus den Mulden nehmen und genießen. Lauwarm sind sie besonders lecker, halten sich aber auch einige Tage.

  

Seit 3 Jahren gibt es eine Rhabarberpflanze im Garten, im ersten Jahr mit bleistiftdünnen Stängelchen, im zweiten ist sie gar nicht aufgetaucht und ich hatte sie bereits abgeschrieben, der Standort ist auch schwierig, ist sie nun erstaunlicherweise wieder aufgetaucht und kann wohl bald sehr vorsichtig beerntet werden.

Die rosa Blüten gehören übrigens zum Apfelbaum, nicht zum Rhabarber, sie sehen gerade so schön aus.


Bei Micha gibt es heute Rhabarber-Johannisbeertarte mit Haselnussbaiser, oder wie wär´s mit diesem Eis? Süßen Sonntag!

 


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Samstagskaffee - zwischen Stoffhäufchen und Nähideen

Beim Nähen brauche ich Platz. Besser gesagt, VOR dem eigentlichen Nähen. Stoffe, Reißverschlüsse, die Schneidematte, Schnittmuster, Skizzen, alles wird auf dem Boden ausgebreitet und kombiniert, kein Tisch war bisher groß genug. Ein Kissen, weil die Knie irgendwann weh tun. Kaffee in Reichweite.

 

Die Entscheidung, welchen Stoff ich benutze, was ich überhaupt nähe, welche Kombinationen ich mag, all das dauert oft länger als das Nähen selbst. Ich kann stundenlang zwischen Stoffbergen hocken und nachdenken, Häuflein nach Farben sortieren, doch alles unpassend finden und mal eben was färben oder bestempeln oder im Keller Flohmarktkisten durchsuchen auf der Suche nach einem bestimmten Teil (wie hier das alte Ringelsweatshirt, das ich für den Waschbärenschwanz brauchte....) Unerfreulicherweise muss ich das Nähen ab und zu für meinen regulären Job unterbrechen, was aber auch gut ist, sonst würde ich völlig in meinen Nähhäufchen versacken.

 

Sich freuen, alles wieder weg zu räumen, ich bin nach spätestens 2 Tagen selbst genervt vom Chaos. Und dann mindestens 3 Wochen gar nichts nähen. Wieder Platz haben. Für andere Ideen, zum Beispiel ein Grußkärtchen mit Blumensamen für eine Freundin basteln.  Oder einfach mal rausgehen, zum Beispiel an den Elbstrand, immer wieder so schön und viel zu selten.

 

Der momentane Nähaktionismus hat übrigens einen Grund: nächste Woche bin ich bei einem pop-up-store in Hamburg dabei, und kurz vorher überfällt mich natürlich die (unberechtigte) Panik, ich könnte nicht genug Sachen haben... Also falls hier jemand aus Hamburg am Donnerstag Zeit hat, hübsche handgemachte Kleinigkeiten shoppen oder einfach mal Hallo sagen möchte, ich freu mich...  Kaffee gibt es da übrigens auch. 

 

Verlinkt mit Ninjas Samstagskaffee.


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Alte Jeans zu neuen Taschen

Eigentlich habe ich kein Problem, mich von Kleidungsstücken zu trennen, aber manchmal gibt es Ausnahmen. Diese alte Hippiejeans zum Beispiel, früher heiß geliebt, mit Blümchen, peace-Zeichen und Schlag, oft geflickt, seit Jahren im Schrank, konnte ich nie wegschmeißen. Jetzt ist sie - in Kombination mit einem alten IKEA-Sofabezug - ein Multifunktionssack.

 

Seit ich nähen kann, bekommen die meisten alten Jeans ein zweites Leben als Taschen oder Kissen, ich mag es, wenn man ihnen das frühere Leben ansieht, das Verwaschene, die Robustheit, die Nähte, die verschiedenen Farben... 

 

So, und jetzt brauche ich Jeans-Nachschub, die Bodenkissen für die Terrasse sind im Kopf schon fertig, aber mein Kleiderschrank gibt - zumindest jeansmäßig - nichts mehr her, auf dem Flohmarkt neulich habe ich keine einzige Jeans gefunden, die ich gemocht hätte... Orrr, ich habe ein Jeans-Problem.

Vielleicht gucke ich gleich mal den Stapel vom Freund durch...

 


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Wie ich Brettchen selber gemacht habe und danach genau so lange den Keller putzen musste...

Ich benutze gerne Holzbrettchen in der Küche. Zum Schneiden, Anrichten, Frühstücken, als Untersetzer, ich mag einfach die Haptik und die Optik. Nun sind die, die ich gut finde, oft ganz schön teuer, und bei uns im Keller stapeln sich die Holzreste, da dachte ich mir, das kann man ja auch selber machen. 


Also passendes Holz ausgesucht, möglichst nicht behandelt, Obstgehölz oder Olive wäre natürlich schön, aber wer hat das schon im Keller rumliegen, bei mir wurden es Reste einer Buchenholzarbeitsplatte, mit Bleistift die Form aufs Holz gezeichnet, mit der Stichsäge ausgesägt (laut!), und dann mit der Schleifmaschine geschliffen. Sehr lange geschliffen - die Oberflächen, die Ränder, grobes Schleifpapier, feineres Schleifpapier, im letzten Durchgang mit der Hand, bis es sich wie ein Handschmeichler anfühlte...


Nach dem Schleifen umgesehen, alles voller Holzstaub, ich, der Keller, die Regale, die Wände, als ob jemand eine Tüte Mehl durch die Gegend gepustet hat, das Putzen hat dann etwa genauso so lange gedauert wie das Schleifen. Der Freund meinte übrigens später, warum ich denn nicht die andere Schleifmaschine genommen hätte, die wäre doch besser und hätte ja auch ´nen direkten Anschluss für den Staubsauger, arghhh, wieso bitte besitzen wir eine doofe und eine gute Schleifmaschine, wieder was gelernt. Meine Brettchenherstelllust ist damit erstmal gedämpft. Vier Brettchen, ein ganzer Nachmittag... Aber ich bin auch eine bisschen stolz auf meine ersten handgemachten Bretter, Holz ist ja nicht so mein Metier.


Nach dem Schleifen wurden die Brettchen dann noch mit einem weichen Lappen geölt, ich habe Sonnenblumenöl benutzt, Olivenöl oder Leinöl geht auch, auf jeden Fall sollte es ein Speiseöl sein, soll ja lebensmitteltauglich sein. 


Ach ja, und nachdem die Brettchen das erste Mal mit Wasser in Kontakt kommen, stellen sie nochmal die Härchen auf und sind gar nicht mehr schmeichelglatt, das ist normal, habe ich mir sagen lassen, man muss dann nochmal mit der Hand nachschleifen. 

Und um in der orange-dominierten heutigen Bildergalerie nicht nur Brettchenbilder zu zeigen, gibt es noch den selbstgenähten Nackenhörnchenhund zu sehen, treuer Begleiter auf langen Autoreisen, und die Frau mit Fuchs, Acryl auf Leinwand, vor einigen Jahren gemalt und seitdem immer an der Wand.

 

Die Brettchen wandern zum creadienstag und zum Kopfkino,  ich wünsch euch einen sonnigen, kreativen Tag!

 


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Samstagskaffee - mit Gartenblick, Topfpflänzchen und Saisongartenversuchung

Morgens mit dem ersten Kaffee erstmal ´ne Runde durch den Garten, ohne Jacke, barfuss, mit Sonne und Vogelgezwitscher, grossartig. So könnte ein Tag immer anfangen.

 

Früher in Omas großem Bauerngarten und auch im elterlichen Schrebergarten lieber genascht als geholfen, habe ich später in allen Wohnungen jeden verfügbaren Platz zum Begärtnern genutzt - Balkone, abenteuerliche Konstruktionen an Fenstern, Garagendächer (der Vermieter ist fast in Ohnmacht gefallen), jetzt das kleine Stadtgärtchen. Das ist sehr schön, aber manchmal träume ich von mehr Platz, fetter Erde, alten Gemüsesorten (ich bin die, die stundenlang im Gartenfachmarkt die Samentütchen studieren kann), büschelweise Kräuter und Sommerblumen ernten - das kriegt mein Gärtchen mit seinem Schatten, der schlechten Erde und den Baumwurzeln nicht hin...

 

Aber es gibt da dieses Feld in der Eidelstedter Feldmark, mitten in Hamburg. Die Familie Ramcke baut dort seit Jahrzehnten Futterrüben für die Elefanten in Hagenbecks Tierpark an, dafür gibt es dann von Hagenbecks den Elefantendung, besser kann man seinen Acker wohl nicht düngen.

Das Prinzip der Saisongärten ist super, man mietet für eine Saison (ca. Anfang April bis Oktober) ein Stück Land (80 qm für 199 Euro oder 40 qm für 115 Euro) und bewirtschaftet es nach eigenen Vorstellungen, man muss sich keinen Kleingartenvereinsregeln mit Kassenwart und genormter Heckenhöhe unterwerfen, einzige Bedingung: kein künstlicher Dünger und nichts Mehrjähriges/Festes, im Oktober wird nämlich alles wieder umgepflügt.

 

So sah es Ende März aus:

hier entstehen bald wieder Saisongärten in der Eidelstedter Feldmark in Hamburg (by develloppa)

Und so letzte Woche:

Die Parzellen sind abgesteckt, Saisongärten in der Eidelstädter Feldmark Hamburg (by develloppa)

Eigentlich habe ich keine Zeit für so ein Projekt, müsste erst hinradeln, um dann mit der Gießkanne zu gießen, und wie schnell wächst eigentlich das Unkraut auf so einem Acker... trotzdem ist die Versuchung groß - fetter Ackerboden, volle Sonne, angeblich keine Nacktschnecken, dafür Hase und Reh, die sich ab und zu bedienen, der Austausch mit anderen Gartenbesitzern (bis jetzt ergab sich immer ein netter Schnack, wenn ich da neugierig am Feldrand stand), selbst angebautes Biogemüse ernten.

 

Ich werde wohl weiter vorbeiradeln und mir das anschauen und darüber nachdenken, und bis dahin werde ich weiter meine Töpfe und Holzkisten bepflanzen, mich über grüne Spitzen freuen, mich über schlechte Erde, Schatten und Nacktschnecken ärgern, dafür aber barfuss, mit Schlumpihose und ´nem Kaffee in der Hand.

verlinkt zu Ninjas Samstagskaffee.


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Frühlingsblühen

Kirschblüte (by develloppa)

Heute nur ein paar Bilder vom gestrigen Frühlingsspaziergang, ohne viele Worte.


"It´s spring fever. That is what the name of it is. And when you´ve got it, you want - oh, you don´t quite know what it is you do want, but it just fairly makes your heart ache, you want it so!" 

(Mark Twain)

Blütenexplosion - Magnolie (by develloppa)
Magnolie - by develloppa
Die Magnolienblüten brechen aus ihrer rauhen Hülle - by develloppa
Magnolienblüten - by develloppa
Diese Farben! Bäume im April - by develloppa
Bärlauch im Hamburger Jenischpark - develloppa

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Amarettini 

Diese harten, süßen, kleinen Amarettini, die auswärts oft neben der Kaffeetasse liegen, werden von mir ja meist liegen gelassen. Nicht lecker. Was man von diesen hier nicht behaupten kann. Sehr mandelig, nicht so süß, außen knusprig, aber innen weich und leicht klebrig... noch lauwarm wurde hier fast die Hälfte weggenascht. Und ein Blech davon ist ruckzuck gemacht. Das Rezept habe ich mal wieder bei Micha gefunden, eigentlich auf der Suche nach was ganz anderem, und zack, gesehen, Speichelfluss und sofortiger Nachbackzwang.

 

Wer seine Amarettini lieber knusprig und luftig mag, sollte eher klassische Rezepte verwenden, dabei wird das Eiweiß zu sehr festem Schnee geschlagen und die Mandelkekse werden länger im Ofen getrocknet.

 

Die Weichen haben übrigens einen eigenen Namen: Amarettini morbidi.

Rezept:

 

115 g gemahlene geschälte Mandeln

115 g gemahlene ungeschälte Mandeln (man kann sich die Mühe machen und selbst mahlen oder schon gemahlen kaufen, aber je frischer, desto aromatischer und feuchter)

120 g Rohrzucker, zu Puderzucker gemahlen, das hat mit unserer alten Krups-Kaffeemühle hervorragend geklappt, oder einfach Puderzucker benutzen

2 Eiweiß (M)

1/2 TL Bittermandelaroma

1 EL Amaretto (ich hab Rum genommen)

1 Prise Salz

 

Die Eiweiße mit der Gabel ordentlich verschlagen, dann mit den restlichen Zutaten vermengen, ebenfalls mit der Gabel, der Teig ist sehr klebrig. Ca. eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.

Dann mithilfe eines Teelöffels kleine Portionen abstechen und kleine Bällchen formen (knapp walnussgroß). Gegen das Kleben hilft, eine Schüssel kaltes Wasser daneben zu stellen und die Hände immer mal wieder feucht zu machen.

Die Kugeln mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, ganz leicht platt drücken, und im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft ca. 16 - 18 min backen, bis die Ränder leicht braun werden, die Kekse sind heiß noch weich und werden erst beim Abkühlen hart. Sie halten in einer Blechdose ca. zwei Wochen.

 

Klein, lecker, schnell gemacht, zum Kaffee, für Gäste, als Mitbringsel, für sich selber - auf jeden Fall absolute Nachbackempfehlung. Und dieser Duft in der Küche! 


Man kann einen Teil der Mandeln übrigens auch durch andere Nüsse ersetzen, gemahlene Pistazien  zum Beispiel kann ich mir darin sehr gut vorstellen. 

 

Ich glaube, ich bin spät dran mit Tomaten, aber jetzt gucken sie zumindest schon mal aus der Erde! Ein paar Samen vom letzten Jahr wurden aufgehoben, allein dass das funktioniert hat, ist eine Freude. Mal schauen, ob aus ihnen auch solche 2m-Büsche werden wie aus ihren Eltern...


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Stoffexperimente - Bedrucken und Entfärben mit Bleichmittel

verschiedene Stoffe mit Farbe und Bleichmittel bestempelt (develloppa)

Stoffe bestempeln ist nicht schwierig, es gibt verschiedenste Textilfarben und das Ergebnis ist relativ vorhersehbar, hier zu sehen auf dem grauen Stoff, mit selbst gemachtem Moosgummi-Vogelstempel schwarz bestempelt.

Möchte man allerdings helle Vögel auf dunklem Stoff, wird es schon experimenteller. Man kann natürlich mit weißer Farbe stempeln, aber damit habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, die bedruckten Stellen sind im Griff meist steif und können im Lauf der Zeit brüchig werden.


Als erstes habe ich Kaltwachs getestet. Das ist flüssiges Wachs und wird eigentlich hauptsächlich für Seidenmalerei verwendet, ich habe es mit einem Pinsel auf den Stempel aufgetragen und auf den Stoff gestempelt. Da es farblos ist, hat man wenig Kontrolle, wo genau man schon gestempelt hat. Danach trägt man mit einem Pinsel Textilfarbe auf. Die Wachsstellen sollten jetzt eigentlich hell bleiben. Klappt aber nicht so gut bzw. sehr ungleichmäßig. Die Punkte habe ich übrigens mit dem Pinsel aufgetupft, das war so gewollt. Man verbraucht sehr viel Textilfarbe und das Endergebnis ist ein ziemlich steifer Stoff, auch nach dem Waschen.  Das ist also noch nicht zufriedenstellend. Vielleicht muss man einen sehr dünnen Stoff benutzen, ich werde weiter probieren.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, Stoffe mit Entfärbersalz oder Chlorbleiche partiell zu entfärben. Ich habe hier Chlorbleiche aus der Drogerie benutzt, ich habe seit Jahren eine Flasche nur für Bastelzwecke, im Haushalt verwende ich es nie. Bei sachgemäßem Umgang ist Bleiche ungefährlich, aber man sollte ein paar Regeln einhalten: gut lüften, Kinder, Hunde und Katzen fern halten, Handschuhe tragen, Zeitung unterlegen, Gebrauchsanweisung beachten (nicht mit Essig oder anderen säurehaltigen Mitteln in Verbindung bringen), Synthetikpinsel verwenden. 


Etwas Bleiche (ca. 1 EL) in ein kleines Schüsselchen geben (man braucht zum Stempeln nur sehr wenig), auf Moosgummistempel pinseln, Stempel fest auf den Stoff drücken, abnehmen, warten. Das ist sehr spannend. Erst sieht man nichts, dann wird der Stoff langsam heller. Manchmal auch nicht. Chlorbleiche funktioniert nämlich nur auf pflanzlichen Fasern, also z.B. Baumwolle/Jeans etc., nicht bei Wolle, Seide oder Polyester. Die wenigsten Entfärbungen werden übrigens richtig weiß. Je nachdem, wie der Stoff gefärbt wurde, kann das Ergebnis orange (besonders bei schwarzen Stoffen) oder gelb, rosa oder beige werden, also am besten vorher an einer unauffälligen Stelle testen. Wenn der gewünschte Ton erreicht ist oder es nicht mehr heller wird, den Stoff gründlich mit Wasser auswaschen, die Arbeitsmaterialien ebenfalls gut mit klarem Wasser reinigen (und falls noch ein Rest im Schüsselchen ist, kann der zurück in die Flasche und muss nicht in den Ausguss).

Wer nicht gern mit einem Pinsel arbeitet, kann ein Stück Schwammtuch auf einen Teller legen, etwas Bleiche darauf geben und dann hat man eine Art Stempelkissen, man verbraucht dadurch allerdings etwas mehr Bleiche.


Viel Spaß beim Experimentieren!

Und aus dem Stoff sind dann gleich zwei neue Einkaufstaschen entstanden. Als Plastiktütenverweigerer kann man ja nie genug Stoffbeutel haben:-). Eine ist erstmalig mit Lederboden, das hat die Nähmaschine mit einer Ledernadel ganz gut geschafft. Ich benutze kein spezielles Schnittmuster dafür, die Taschen sind immer verschieden groß, nur die Nähtechnik ist immer gleich, sozusagen ein Lieblingsmix verschiedener Schnitte. 


Ich hoffe, ihr seid gut durch diesen stürmischen Regentag gekommen und schaue gleich mal, was es beim  creadienstag heute noch so gibt.

Stofftaschen, genäht aus selbst bedrucktem Stoff (develloppa)

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Ostergebastel II - Hasenpapier

bestempeltes Hasenpapier (develloppa)

Normalerweise bestempele ich ja Stoffe, heute aus gegebenem Anlass mal Papier. 

So ein Stempel ist schnell gemacht: einen Hasen auf eine Moosgummiplatte (gibt es in DIN A4 für ca. einen Euro im Bastelladen) zeichnen, mit einem Cutter oder einer scharfen Nagelschere ausschneiden und auf ein Stück Holz kleben (vielleicht habt ihr im Keller noch ein altes Brett, von dem man ein Stück absägen kann). 

Den Hasen mit Farbe bepinseln und losdrucken - auf Packpapier, Platzkärtchen, Servietten, Tütchen für Ostersüßigkeiten, was euch einfällt... oder wenn ihr Stoffmalfarbe benutzt, auch auf die Tischdecke fürs Osterfrühstück:-) Ich habe schwarze Acrylfarbe aus der Tube benutzt, und am liebsten trage ich die Farbe direkt mit dem Finger auf, da habe ich die beste Kontrolle drüber und Stempelkissen decken nicht so gut. 


Und aus dem restlichen Moosgummi kann man noch jede Menge Tierchen, Sterne, Herzen oder sonstwas schnippeln und sich einen kleinen Stempelvorrat anlegen. 

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Ostergebastel

Ostergebastel - ein geflochtenes Osterkörbchen aus Zweigen / by develloppa

Ich bastele und werkele ja gern, Osterdekoration gehörte, solange ich alleine gewohnt habe, allerdings nicht dazu - überflüssiger Schnicksschnack, der danach wieder weggeräumt werden muss. Tja, seit ich patchworkig wohne und hier Kinder ein- und ausgehen, gehört auch Österliches zum Repertoire.

Voilá, es wurde gebastelt:

Nicht neu, aber immer wieder hübsch: aus lufttrocknender Modelliermasse mit Keksausstechern Hasen und Eier ausstechen (oder mit einem scharfen Messer ausschneiden) und mit Keksstempelbuchstaben beschriften.


Küken gehen immer, diesmal Bommelküken aus pinker Wolle. Die Bommeln herzustellen ist etwas fummelig, wir haben sechs Stück geschafft, Anleitungen gibt es genug im Netz. Man kann Wackelaugen ankleben oder einfach Papieraugen ausschneiden und die Pupille schwarz malen, die Schnäbel sind Papierdreiecke.

Die eine Hälfte Bommelküken sitzt an einem Frühlingskranz, dazu ein paar Zweige in der Mitte ein paarmal mit Blumendraht umwickeln, zum Kranz oder Ei biegen und an der Kreuzstelle gut zusammen binden, etwas Moos und nach Wunsch Blüten zwischen die Zweige stecken, Wachteleier und Bommelküken mit Heißkleber ankleben.


Die andere Hälfte Küken sitzt im Eierkarton (der ist tatsächlich taubenblau), zusammen mit ein paar Eierschalen, Moos und Federn.


Diese wilden Gesellen aus ausgeblasenen Eiern hat der Freund schon im vorletzten Jahr mit dem Kind gebastelt, sie wohnen in der Osterkiste und werden jedes Jahr wieder rausgeholt, sie heißen übrigens Roti, Silbi und Goldi, nunja...


Das schaukelnde gelbe Küken stammt ebenfalls aus dem letzten Jahr, die Idee ist von hier (meins hat einen zusätzlichen Draht durch den Kopf, weil es immer vom Sitzdraht gekippt ist).


Falls ihr noch mehr Inspirationen braucht: auf meinem Pinterest-Board habe ich noch ein paar Ideen gesammelt. 

Osterbasteln: Frühlingskranz mit pinken Bommelküken und Wachteleiern  / by develloppa

verlinkt mit creadienstag


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Samstagskaffee - mit sehr wenig nach Thymian schmeckenden aber trotzdem sehr leckeren Nussecken

Mit Nüssen kriegt man mich immer. Dann noch Aprikosenmarmelade und Schokolade dazu, da kann geschmacklich nicht mehr viel schief gehen. Das Rezept habe ich von hier, ich hab´s nur ein klein wenig geändert - etwas weniger Zucker, dafür zusätzlich eine Prise Salz (gehört für mich immer in Süßes), zum Aufpeppen etwas Thymian. Nussig-knusprig-fruchtig-superlecker, und dringend benötigte Energiezufuhr nach stundenlangen Hundespaziergängen. Ferienhund Fanny ist nur noch heute bei uns, ich werde sie vermissen, man kann sich ja schnell an ein Tier im Haus gewöhnen. Kein Hund mehr heißt aber auch wieder mehr Zeit für andere Sachen zu haben, z.B. nähen (würde mich nicht wundern, wenn nächste Woche irgendwas "Hundiges" dabei raus kommt), ins Museum gehen, im Garten buddeln, den Klamottenschrank ausmisten, überhaupt frühjahrsputzmäßig mal so einiges entrümpeln... oder einfach Kaffee trinken. Aus der neuen selbstbemalten Vogelschwarmtasse.

 

Rezept (für ein Blech Nussecken):

 

300 g Mehl (ich hab Weizen und Dinkel gemischt)

100 g Zucker

120 g kalte Butter

2 Eier

1 Vanillezucker

1 TL Backpulver

1 Prise Salz

 

Belag:

200 g Butter

200 g brauner Zucker

5 EL Wasser

200 g gemahlene Haselnüsse

400 g gehackte Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln - je nach Geschmack)

 

Aprikosenmarmelade (ca. 3 EL)

wer sich traut, ein paar frische Thymianblättchen (ca. 1 EL)

200 g Zartbitterkuvertüre

 

Alle Teigzutaten zügig zu einem Teig verkneten und ca. 30 min kalt stellen.

 

Für den Belag Butter und Zucker in einem Topf schmelzen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, aber nicht kochen. Die gemahlenen und die gehackten Nüsse dazu geben und gut verrühren. Abkühlen lassen. Nicht zuviel davon naschen, das ist nämlich schon ziemlich lecker.

 

Den Teig dünn auf ein gefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Blech rollen, mit der Aprikosenmarmelade bestreichen, mit den Thymianblättchen bestreuen, dann die Nussmasse darüber streichen. 

 

Bei 180° ca. 25 - 30 min backen. Nach dem vollständigen Auskühlen in Dreiecke oder Würfel schneiden (wenn man das wie ich noch lauwarm macht, ist es bröselig), dann die Ecken in geschmolzene Kuvertüre tauchen (ebenfalls ganzschön bröselig) oder einfach über die Nussecken träufeln.

 

Falls die Nussecken nicht sofort aufgegessen werden, halten sie sich in einer Blechdose ein bis zwei Wochen und werden sogar jeden Tag besser.

 

Den Thymian merkt man nicht besonders, vermutlich ist mein Thymian im Winter nicht besonders aromatisch. Aber ich mag ungewöhnliche (und vielleicht erstmal ungewohnte) Geschmackskombinationen, fruchtig und herzhaft, süß und salzig, Aprikosen+Thymian, Kirschen+Rosmarin, Erdbeeren+Basilikum, Pfirsiche+Koriander, Kaffee mit etwas Kardamon, Schokolade oder Vanilleeis mit etwas fleur de sel, Birnen und Blauschimmelkäse (dieses Eis würde ich sicher mögen), Vanille und Lauch, bacon mit Honig, Hackfleisch mit Zimt (Filmtipp: Zimt und Koriander)... und immer wieder was Neues ausprobieren.

 

Und was sind eure ungewöhnlichen Geschmackskombinationen?

 

Ein schönes Wochenende, ich schau gleich mal zu Ninjas Samstagskaffee rüber.

 


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Stoffschnüre nähen

Schnüre aus Stoffstreifen / develloppa

Manchmal sitze ich vor meinem Stoffregal und frage mich, warum ich diesen oder jenen Stoff irgendwann mal gekauft habe, zu bunt, zu langweilig, zu dünn, mit lila Matroschkas... Zur Lieblingstasche schaffen sie es also nicht mehr, aber sie können zum Beispiel hübsche Schnüre werden, man kann nämlich mit der Nähmaschine aus Stoffstreifen ganz einfach Schnüre selber machen. 


Dazu Stoff in ca. 2,5 cm breite Streifen schneiden (das geht am einfachsten mit dem Rollschneider).

Den Stoffstreifen vor dem Nähfüßchen immer schön zwirbeln (in sich verdrehen) und mit einem Zickzackstich, der das ganze Stoffröllchen umschließt, übernähen. Da muss man ein wenig ausprobieren, welche Stichlänge und Breite gut ist, je nachdem wie dick der Stoff ist. Meine Maschine hat wegen zu wenig Auflagefläche den Transport (also das Weiterschieben der Schnur) nicht alleine geschafft, man muss also mit der anderen Hand (die nicht vorne zwirbelt) hinten etwas nachhelfen und die Schnur weiterziehen. Es macht nichts, wenn die Zickzackstiche mal enger oder weiter auseinander landen. Zum Nähen kann man farblich passendes oder kontrastierendes Garn nehmen, auch unterschiedliche Farben von Ober- und Unterfaden können schöne Effekte ergeben, ganz nach Geschmack. Und wenn man eine ganz lange Schnur haben möchte (weil man sie z.B. verhäkeln möchte), einfach mehrere Streifen vorher rechts auf rechts aneinandernähen.

 

Ein paar Ideen, was man mit diesen Schnüren alles so machen kann, zeige ich euch dann demnächst....

 

verlinkt mit creadienstag

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Märzgarten

 "Das Warten hat ein Ende. Die Unruhe. Das kräftezehrende Ausharren. Gott, was hat der Winter lange gedauert! Zuerst geht der Frost. Dann kommt das Licht. Und bald auch die Wärme. Also, der Frühling ist da. Zeit, die Bücher wegzulegen, das Träumen einzustellen und  die Arbeit aufzunehmen. Klopfen wir uns die Schwermut aus den Kleidern. Zugegeben, vom Schreibtisch aus betrachtet, macht der Garten noch nicht viel her. Aber laufen Sie mal raus und atmen Sie tief ein. Jetzt hat die Luft wieder Geruch und Geschmack... den Geruch der aufbrechenden Erde, den man geradezu essen kann. Gehen Sie mal zu ihren Beeten, knien Sie sich hin, beugen Sie sich zum Boden hinab und stecken Sie ihre Hände in die weiche Krume. Leben!" (Jakob Augstein in Die Tage des Gärtners)


Heute ist der erste Tag, an dem man den Frühling richtig sehen, spüren, hören, riechen kann. Ich bin dann mal draußen. Sonnigen Sonntag!

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Samstagskaffee - mit Hundebesuch und Aprilhimmel

Der heutige Samstagskaffee ist einer auf die Schnelle. Es geht gleich zu einer Einladung, da gibts dann noch mehr Kaffee, ganz in Ruhe und in großen Mengen. Die Mitbringsel stehen bereit: ein Frühlingsgruß in der liebsten Keksdose und selbstgebackene Käsecracker.

Und vorher gibt´s noch eine große Hunderunde mit Fanny, die für zwei Wochen bei uns wohnt, weil ihre Familie Ferien ohne Hund macht. Das heißt, den Hund mit in den Tagesablauf einplanen, jeden Tag mindestens drei Stunden draußen rumlaufen, und zwar bei jedem Wetter, Wadenmuskelkater am zweiten Tag, nachmittägliche Müdigkeitsanfälle wegen soviel frischer Luft und Bewegung, und Labradoodle haaren übrigens wohl, dieser hier jedenfalls... 

Das alles ist eine Menge Arbeit, aber ich liebe es auch. Und man bekommt soviel zurück, ist bei Wetter draußen, wo man sonst nie das Haus verlassen hätte und dann ist es auf einmal total schön, man entdeckt neue Ecken in der direkten Nachbarschaft, weil man mal andere Wege geht, Fanny ist ein unglaublich lustiger und netter Hund, man kommt schnell mit anderen Hundebesitzern in Kontakt, klar, man hat ja sofort ein Thema (na wer bist du denn? Junge oder Mädchen? Was steckt da denn alles drin? Ach ein Labradoodle? Wie alt ist sie denn? Oh sonst spielt der ja nie so wild....) und schon geht man zusammen durch den Park. Aber ich bin auch sehr gern allein unterwegs, einfach die Natur einatmen, rumgucken, nachdenken... Und nach dem Spaziergang ´n Pott Milchkaffee und ein zufrieden schnarchender Hund, der Yogaverrenkungen auf seinem Kissen macht, unbezahlbar.

 

Anfang letzter Woche war das Wetter hier wirklich ungemütlich, Gummistiefelwetter, matschige Wege und nasse Wiesen, drei mal täglich dreckiger nasser Hund, aber wir haben tollen Himmel gesehen, dunkelgrau und blau gemixt, gerade noch Sonne und plötzlich Hagel, richtiges Aprilwetter.

 

Aber jetzt freue ich mich, dass es jeden Tag etwas wärmer und trockener wird und man den Frühling riechen kann, bei Sonne spazieren gehen ist doch irgendwie noch schöner.

Euch einen wunderschönen Samstag!

am Kollau-Wanderweg in Hamburg
am Kollau-Wanderweg in Hamburg
unterwegs in Hamburgs schönstem Park - dem Jenischpark

verlinkt mit Ninjas Samstagskaffee und Katjas Himmelsbildern

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Stickgarnverwertung- bestickte Täschchen

bestickte Täschchen - von develloppa

Ich habe neulich von meiner Mutter einen Beutel voll Stickgarn bekommen. Sie braucht das nicht mehr, und ich kann ja sowas immer gebrauchen, sagt sie. Das Stickgarn ist zum Teil noch original DDR-Ware, viele Reste, verschiedene Qualitäten. Mit Sticken bin ich bis jetzt noch nicht richtig warm geworden, ein Kreuzstichversuch scheiterte an meinem (Ver)Zählen und meiner Ungeduld. Aber das Flächige bei diesem Versuch mag ich. Beim nächsten Mal würde ich noch enger sticken, damit keine Lücken hervorblitzen. Und ja, man hätte das auch ordentlich vorzeichnen können, dann wären die Ränder wohl gerader geworden, aber ich habe einfach spontan angefangen und hinterher ist man ja immer schlauer und ein bisschen schräg ist manchmal gar nicht schlecht:-)

 

Ich habe übrigens einen Streifen sehr dünnes doppelseitig klebendes Bügelvlies auf die zu bestickende Stelle gebügelt, nach dem Sticken noch mal drüber gebügelt, dann kleben die Stickgarnfäden fest und die Stickerei wird so besser fixiert.

 

Das restliche Stickgarn wandert jetzt aus der doofen Plastiktüte in die neuen Sticktäschchen, natürlich farblich sortiert nach Blautönen und Rottönen.


Diese animierte Stickarbeit macht mich sprachlos, so toll!


verlinkt mit Creadienstag


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Weckruf im Glas - Bitterorangenmarmelade

Pomeranzen für köstliche Bitterorangenmarmelade / develloppa

"Marmelade aus bitteren Orangen zu machen, gehört zu den vergnüglichsten Kocharbeiten überhaupt. Es ist nichts für diejenigen, die nur wegen des Endproduktes kochen. Wenn Sie das Orangenschälen, das sorgfältige Schneiden der Haut in feine Streifen und das ständige Überprüfen Ihrer Fortschritte auf dem Herd als Mühe empfinden, sollten Sie es sein lassen... Orangenmarmelade ist eine Küchenarbeit zum Schwelgen - man sollte jeden bittersüßen Spritzer aus der Schale einatmen, das Prickeln der Fruchtöle auf der Haut genießen und das Haus mit dem Duft von Orangennektar erfüllen." (Nigel Slater)

 

Nun ja, ganz so enthusiastisch wie Nigel Slater bin ich nicht, Orangenmarmelade kochen macht viel Arbeit, es gehört schon ein Portion Küchennerd dazu, und am Ende zählt für mich dann doch das Endprodukt, aber bei keiner anderen Marmelade ist die Freude über die fertigen goldglänzenden Gläser in der Vorratskammer so groß wie bei dieser. Und dieser Geruch beim Kochen ist definitiv ein wirksames Mittel gegen Winterdepressionen. 

 

Bitterorangen (auch Pomeranzen oder Sevilla-Orangen genannt) haben von Natur aus einen hohen Pektingehalt, eine aromatische bittere Schale und saures Fruchtfleisch, sie wachsen hauptsächlich in Portugal und im spanischen Sevilla, und man macht aus ihnen die echte englische Marmelade und aus ihren Schalen Orangenlikör, Orangeat und Bitterorangenöl.

Bitterorangen haben eine kurze Saison und sind bei uns im Handel nur im Januar/Februar, manchmal bis Mitte März zu finden. Mein Gemüsehändler (die will doch keiner haben!) hat sie mir extra vom Großmarkt mitgebracht, Mindestabnahme 2 Kilogramm. 

 

geschälte Pomeranzen für Bitterorangenmarmelade / develloppa

Es gibt verwirrend viele verschiedene Rezepte, manche kochen die Orangen zuerst und zerschneiden sie dann, manche schneiden die komplette Frucht in Scheiben, manche benutzen den weißen Teil der Schale, andere entfernen ihn pingelig, manche pürieren das Ganze, oder nehmen ein paar süße Orangen dazu oder Zitronen... Letztendlich ist es ein Frage des Geschmacks. Dazu noch mal Mr. Slater: "Ich mag es, wenn meine Orangenmarmelade in der Morgensonne glänzt. Eine juwelenbunt strahlende Mixtur, gerade so fest, dass die dünnen Schalenfäden darin zittern, aber nicht auf den Ärmel meines Morgenmantels tropfen... Sie ist ein Weckruf im Glas." 


Genau so mag ich das auch, und trotzdem habe ich nicht das Rezept  von Nigel Slater benutzt, sondern einen Mix aus verschiedenen Rezepten, mit mehr Bitterorangen und weniger Wasser als in vielen Rezepten, und für mich hat sie genau das richtige Verhältnis von leicht bitter und süß, nicht zu fest, sehr feine Schalenstückchen, superfruchtig, goldfarben... Aber genug geschwärmt, hier ist das Rezept:

 

Man benötigt:

 

2 kg Pomeranzen 

Saft von ca. 6 Orangen (so dass Orangensaft + Pomeranzensaft  1 l ergibt)

Saft einer Zitrone

1 - 1,5 kg Zucker (die genaue Menge ergibt sich später nach dem Reduzieren der Flüssigkeit)

1 l Wasser

 

Zuerst die Pomeranzen gründlich abwaschen und abtrocknen. Mit einem Sparschäler abschälen und die Schale in sehr feine Streifen schneiden. Dann die Pomeranzen halbieren und auspressen (bei mir ergab es ca. 600 ml Saft), die Kerne und sämtliche Pressrückstände sammeln und in ein Mullsäckchen (Mulltuch/ausgekochtes dünnes Geschirrhandtuch o.ä.) füllen und gut zubinden. Das Mullsäckchen in einen Topf setzen, mit einem Liter Wasser übergießen, einmal aufkochen und dann über Nacht stehen lassen (durch das Stehen lassen wird angeblich das Pektin besser gelöst und die Marmelade geliert später besser). Die Zitrone und soviel von den normalen Orangen auspressen, bis man insgesamt (inklusive dem Pomeranzensaft) auf  1 Liter kommt, Saft in einen großen Topf geben, die geschnittenen Orangenschalen dazu geben und ebenfalls über Nacht stehen lassen.


Am nächsten Tag das Einweichwasser samt Mullsäckchen in den großen Topf mit dem Orangensaft/Schalen-Mix geben und das Ganze ca. 1 bis 1,5 Stunden sanft vor sich hin köcheln lassen, dabei keinen Deckel aufsetzen, die Flüssigkeit soll reduzieren. Wenn die Schalen weich sind (bei mir nach ca. einer Stunde),  Herd ausstellen, das Mullsäckchen herausnehmen und auf einen Teller setzen (Achtung heiß!), da muss gleich der Glibber rausgedrückt werden. Jetzt wiege ich ab, wieviel Flüssigkeit + Schalen noch in dem Topf sind (schlau ist, wenn man am Vortag den leeren Topf wiegt, dann muss man jetzt nur noch mal wiegen und die Differenz ist das Ergebnis, so spart man sich das Umschütten zum Abwiegen), das waren bei mir 1,2 kg (bzw. Liter), und genauso viel Zucker gibt man dazu.


Nun braucht man den (jetzt leicht abgekühlten) Glibber, dazu den Mullbeutel immer wieder durchkneten und den austretenden Glibber mit einem Löffel abstreifen (Konsistenz wie Tapetenkleister), oder die Masse in ein Metallsieb geben und den Glibber vom Siebboden abstreifen, oder den Mullbeutel mit einer Kartoffelpresse bearbeiten, Hauptsache man bekommt möglichst viel Glibber in den Topf (bei mir waren es so etwa 3 Esslöffel). Der ausgedrückte Rest im Mulltuch wir nicht mehr benötigt und kann in den Bio-Müll.


Nun das Ganze wieder erhitzen, dabei unter Rühren den Zucker auflösen, mindestens 15 min sprudelnd kochen, dabei die ganze Zeit rühren, damit nichts anbrennt. Zur Gelierprobe etwas Marmelade auf eine Untertasse aus dem Tiefkühlfach geben und gucken, ob die Marmelade eine Haut bekommt, also leicht geliert, sonst noch weiter kochen... Ich bin mir nie sicher, ob die Marmelade fest genug ist, sie wurde es immer.


Wenn die Marmelade fertig ist, Herd ausstellen und noch ca. 10 min ruhen lassen, damit sich die Schalen besser verteilen, dann in die vorbereiteten Gläser füllen (bei mir ergab es 7 Gläser), 5 min auf den Kopf stellen, dann umdrehen und abkühlen lassen. Und stehen lassen, nicht dauernd nachgucken:-) Es kann bis zu einem Tag dauern, bis die Marmelade durchgeliert ist. 

 

Schmeckt köstlich auf frisch getoastetem Brot mit Salzbutter. 

 

Oder in diesem Eis. 

 

Oder in diesem Schokoladenkuchen.

 

"Weckruf im Glas" - selbst gemachte Orangenmarmelade

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Tellerrand #2 - mit Sushi, einem Frisörbesuch, Zeichenkünstlern und einem Kakerlakophon

Hier wieder ein paar lose zusammengewürfelte, aber handverlesene Fundstücke aus der großen weiten Welt des Internets:

 

Stevan Paul schreibt über seine kulinarischen Erfahrungen in Japan, köstlich, das macht Fernweh und Hunger.

 

Frau Haessy war beim Frisör und beschreibt dieses Erlebnis und man lacht und nickt wissend und hat das ja auch schon mal erlebt, und man denkt, selber schuld, das war doch klar, und dann schlägt sie den Bogen und man möchte rufen Genau! Billig ist blöd! An dieser Stelle übrigens ein Hoch auf meine Haarschneideschere, die mir seit Jahren gute Dienste leistet. 

 

Mit Karneval kann ich ja eigentlich überhaupt gar nichts anfangen, aber diese Fotos von Smilla Dankert mochte ich sehr. Und dann hat sie auch noch die Gartenvögel an der Futterstation fotografiert, mit Wahnsinnsgeduld und laufender Nase und eisigem Zeigefinger, so tolle Aufnahmen, ich hab das ja neulich auch versucht, mit deutlich weniger Erfolg (und natürlich deutlich weniger Geduld...).

 

Beim Gärtnerinnenblog gefunden: Vier Disney-Zeichner malen einen Baum. Ich könnte denen stundenlang zugucken... 

 

Wo wir schon beim Zeichnen und Staunen sind, hier noch ein paar bewegte Illustrationen.

 

Aahhrrr, und ich glaube, ich muss mir eine Plüsch-Kakerlake nähen!

 

Eine gute Woche!



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Nähzimmer: neue Handschuhe aus alter Jacke

Handschuhe selber zu nähen ist eine super Sache.

Weil hier nämlich andauernd Handschuhe abhanden kommen.

Weil es draußen immer noch sehr kalt ist.

Weil man ausrangierten Pullovern oder Jacken zu neuem Leben verhelfen kann (bei mir einer alten Wildlederjacke, mit einer Ledernadel in der Maschine war das Leder sehr gut zu nähen)

Weil man ihnen innen kuscheliges Fleecefutter verpassen kann.

Weil man die Bündchen so lang machen kann, wie man will (wer lange Arme hat und Fahrrad fährt, weiß das sehr zu schätzen).

Weil dieses Schnittmuster von pattydoo gut verständlich ist und sie schnell genäht sind (die Größe habe ich entsprechend der Handgröße pi mal Daumen angepasst)

Weil die Fuchsvariante (bei mir Graufuchs), Anleitung ebenfalls von pattydoo, einfach gute Laune macht.

Weil man Mitbewohnern damit eine große Freude machen kann.

 

upcycling: selbst genähte Handschuhe nach einem Schnittmuster von pattydoo

verlinkt zum upcycling-tuesday



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Gefiederte Freunde

Ich habe das große Glück, ein kleines Stück Garten zu haben, mitten in der Stadt. Darüber freue ich mich jeden Tag. Es ist mein morgendliches Ritual, mit dem ersten Kaffee eine Runde durch den Garten zu wandern und nach dem Rechten zu sehen. Jetzt im Winter ruht der Garten. Obwohl - nicht ganz. Vor zwei Wochen lag hier etwas Schnee und ich habe Vogelfutter gemacht, um den Vögeln zu helfen, gut über den Winter zu kommen (und natürlich auch, damit sie es hier super finden und mal ein Nest bauen). Rezeptideen gibt es hier. Zum Einfüllen habe ich ausrangierte Tassen, Stücke von Papprollen und leere Milchkartons benutzt. Mein Favorit sind eindeutig die Milchkartons, da läuft beim Einfüllen nichts raus, und auch bei den Vögeln sind sie am beliebtesten, es gibt ständig Streit um die Sitzplätze:-)  Dazu Milchkarton gut auswaschen, oben und unten gewünschte Länge abschneiden, mit Heißkleber einen Ast reinkleben, ein Loch für das Band zum Aufhängen pieken, Futtermischung noch warm einfüllen, nach dem Aushärten aufhängen, warten. Hier hat es ca. eine Stunde gedauert, bis die ersten sich getraut haben. Über eine flache Schale mit frischem Wasser (möglichst katzensicher aufgestellt) freuen sie sich übrigens auch. Es macht so Spaß, das rege Treiben zu beobachten.


Und ich stelle fest, dass ich die wenigsten Arten kenne. Ja gut, die Kohlmeisen, die Amseln, die über den Rasen huschen, den Eichelhäher... aber diese hier auf dem Foto? Ich habe mir also vorgenommen, die verschiedenen Vögel im Garten in Zukunft zu erkennen. Es gibt vom NABU einen Online-Vogelführer und auch eine App dazu, das werde ich mal ausprobieren. Und ein  Vogelstimmenquiz, ebenfalls vom NABU. Oder wie wär´s mit einer Vogelgesangs-CD?


Egal ob töpfern, nähen, malen, Fimo-Broschen basteln - Vögel tauchen (neben Hunden) bei meinen kreativen Ausprobierereien immer wieder auf, sie machen mir einfach gute Laune.

 

Wunderschön finde ich diese aus Stoff gebastelten Vögel von Abigail Brown.

 

Und diese hier von Angela Moulton, die jeden Tag ein kleines Bild malt.

 

Hier ein Video von einem tanzenden Vogelschwarm. Faszinierend.


Schönen Tag euch, ich gehe wieder Vögel beobachten.

 


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Samstagskaffee mit nicht so roten Valentinskeksen

Eigentlich geht der Valentinstag ja einfach so an mir vorbei.  Aber heute morgen beim Kekse backen wollte ich dann doch irgendwie zuckerig-rosa-rot. Ich wollte Kekse, die etwa so aussehen. Keine Ahnung, was die drüben in Amerika für Lebensmittelfarben haben, aber diese Knall-Farbe krieg ich nicht hin. Weder mit Farbe aus der Tube von Dr. Ö noch mit Bio-Rote-Beete-Pulver. Die Schokoladigen sehen trotzdem ganz schön aus, aber versucht nie, hellen Teig rot zu färben. Vor dem Backen schon nicht sehr ansehnlich, aber immerhin noch kaugummirosarot, werden sie nach dem Backen rosarotbräunlich, hmpf. Nun ja, die beteiligten Kinder fanden sie (natürlich auch wegen der Zuckerherzen) trotzdem sehr schön. Und dem Geschmack tut´s keinen Abbruch, aber das Auge isst ja bekanntlich mit.


Letzte Woche hab ich Vogelfutter im Garten aufgehängt und seitdem ist hier erstaunlich viel los in den Bäumen, es macht großen Spaß, das zu beobachten.

Und wenn ich nicht kaffetrinkenderweise Vögel beobachte, lese ich gerade dieses Buch. Pollan hält das Kochen für eine der interessantesten und lohnendsten menschlichen Tätigkeiten überhaupt, und in diesem informativen, schlau und weitgespannt erzählten Sachbuch vermittelt er Wissenschaft, Geschichte, Inspiration und Rezepte (mehr darüber z.B. hier ).

"An einem bestimmten Punkt meines Lebens machte ich die unerwartete Entdeckung, dass die Antwort auf viele Fragen, die mich beschäftigten, tatsächlich ein und dieselbe war: Kochen." (Michael Pollan)


Viel Vergnügen bei Ninjas Samstagskaffee.


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Samstagskaffee mit Rosenkuchen

Eigentlich wollte ich heute nähen. Nächste Woche gibt es nämlich einen pop-up-store, bei dem ich dabei bin und dafür möchte ich noch ein paar Taschen oder Kissen oder Kleinigkeiten herstellen. Aber dann war das Wetter heute so schön, sonnig und frostig, also musste ein Spaziergang gemacht werden.  Und dann hab ich gestern Abend bei Micha dieses Rezept gesehen, es ging mir nicht mehr aus dem Kopf und musste unbedingt heute ausprobiert werden. Dieser Hefeschneckenkuchen ist köstlich, und mit der Karamell-Apfelmus-Schmand-Matsche-Füllung * so saftig, genau das Richtige für den letzten Januar-Tag. Nähen kann ich auch morgen noch, ich hab ja noch bis Donnerstag Zeit (aaahhhrrr). Jetzt geh ich erstmal arbeiten, mein richtiger Job findet nämlich im Theater und somit auch Samstag Abend statt. 

Viel Spaß in die Runde bei Ninjas Samstagskaffee.


(* mein Ersatz für das ofengeröstete Apfelmus: 2 EL Zucker karamellisieren lassen, dann 1 TL Butter dazu und gut rühren, dann 1 kleines Glas Apfelmus dazu und unter Rühren ca. 20 min einkochen lassen. Etwas Zimt, ganz wenig Salz, und wenn man dann nach dem Abkühlen den Schmand unterrührt, schmeckt das schon so gut, dass man den Topf ausschlecken möchte.)

 


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Nähzimmer - Täschchen gehen immer

 genähte und bedruckte Täschchen, handmade by develloppa

Man kann an seinem freien Tag ja so Dinge machen wie spazieren gehen, Freunde treffen, ins Kino gehen, oder lesen.... oder man hockt den ganzen Tag in seinem Arbeitszimmer und näht. Ein Fall von Machzwang. Außerdem hat´s geregnet gestern. Wenn ich nähe, tauche ich völlig ab in Bergen aus Stoff, Ideen, Skizzen, in nullkommanix kann man in meinem Mini-Arbeitszimmer nicht mehr treten (egal wie viel Platz man mir gibt, ich bräuchte mehr...), und auf rätselhafte Weise findet man irgendwann in der kompletten Wohnung Fusseln oder Stecknadeln. 

Diese Täschchen sind dabei herausgekommen. Im Moment greife ich besonders gern zu Naturfarben (obwohl mein Stoffregal übervoll mit bunt bedruckten Stoffen ist) und ich mag das Herumexperimentieren mit verschiedenen "Beschriftungs"techniken, für die neuen Täschchen wurde Stoff bedruckt, bemalt und entfärbt. 

Ich geh jetzt mal mein Nähzimmer aufräumen.

Und die Bilder wandern zum creadienstag.

Kosmetiktäschchen, bedruckt, bemalt, genäht, handmade by develloppa

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Tellerrand #1

Ich stöbere ja sehr gern in anderen Blogs (und verbringe damit oft viel zu viel Zeit, hmpf...), ich freue mich über schöne Inspirationen, Rezepte, Bastelideen, Buchtipps, Dinge, die gute Laune machen oder zum Nachdenken anregen, halt der berühmte Blick über den eigenen Tellerrand, dafür liebe ich das Internet, und einige dieser Netzfundstücke möchte ich ab und zu hier mit euch teilen, einfach so, und weil´s Spaß macht.

 

Zum Beispiel dieses Blogprojekt: "A compliment a day" - jeden Tag einer Person ein Kompliment machen, was für eine schöne Idee! (gefunden bei Okka)

 

Dieses Orangen-Schoko-Eis löst bei mir sofortigen Speichelreflex aus. Das Problem ist, um das Eis zu machen, muss erstmal Bitterorangenmarmelade hergestellt werden (als Selbermacher kommt Marmelade kaufen nicht in Frage). Habe 2 kg Pomeranzen beim Gemüsehändler bestellt.

 

Ideen für eine bessere Welt - bei MiMa dieses Video gesehen, so inspirierend und schön.

 

Noch ein Video, bei Frau Nessy gefunden, nach dem Ansehen möchte man sofort zum Sport. Girl you can - was für eine tolle Kampagne.

 

Das hier ist das absolut süßeste genähte Buch, dass ich je gesehen habe.

 

Der Valentinstag ist mir ja ziemlich egal,  aber sollte ich dennoch irgendeinen Basteldrang diesbezüglich verspüren, würde es wohl dieses Kaleidoskop werden.


Habt´s schön, ich google jetzt noch ein paar Bitterorangenmarmeladenrezepte.



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Nordseeliebe

Kaum etwas kann meinen Akku so aufladen wie ein Tag am Meer - so viel Himmel, diese Weite, der Wind, die salzige Luft, der Geruch, das Rauschen der Wellen, das Geschrei der Möwen, den Kopf frei pusten, die Seele baumeln lassen...  "Das Meer wäscht alle Beschwerden weg" - das glaubte schon der griechische Philosoph Platon.

Und Meer geht bei jedem Wetter, auch im November oder Januar, auch wenn es grau und stürmisch ist. 

Mein Lieblingsziel für einen Tag am Meer: St.Peter-Ording. Es liegt auf der Halbinsel Eiderstedt an der Nordseeküste, von Hamburg in knapp anderthalb Stunden zu erreichen, also gut geeignet für einen Tagesausflug, der sich wie ein kleiner Kurzurlaub anfühlt.


St.Peter-Ording hat einen riesigen Strand, 12 km lang und bis zu 2 km breit, ins Auge fallen gleich die typischen Pfahlbauten (die Pfähle halten übrigens ca. 20-25 Jahre und müssen dann erneuert werden) und der Leuchtturm Westerhever. Und neben ganz viel Strand und Meer gibt es wunderschöne Dünenlandschaften, das Vorland mit seinen Salzwiesen, und das Weltkulturerbe Wattenmeer.  

Ich finde es ja am Schönsten, wenn es ruhig und einsam ist, aber auch in der Hochsaison kommt sich hier niemand in die Quere - Kitesurfer, Strandsegler, Kitebuggyfahrer, Sandburgenbauer, Drachensteigenlasser, Hundebesitzer, Bernsteinsucher, Wanderer, Vogelbeobachter, Wellnessfans (es gibt eine Dünen-Therme mit Meerwasser-Wellenbad und großer Saunalandschaft) - für alle ist genug Platz.

Von März bis Oktober kann man an zwei Stellen mit dem Auto direkt auf dem Strand parken, was besonders für Wassersportler und Campingbusbesitzer sehr attraktiv ist, Übernachten am Strand ist allerdings verboten.


Wir waren im Dezember zum ersten Mal für mehrere Tage in SPO und haben uns im Beachmotel einquartiert. Das Beachmotel  ("Wir wollen kein teures und schickes Resort sein und auch kein spießiges und ganz normales Hotel") befindet sich gleich hinter dem Deich, ist auf drei Gebäude verteilt, mit Holzverandas und bodentiefen Fenstern hübsch anzuschauen und auch innen hell und geschmackvoll eingerichtet. Das Restaurant "dii:ke" direkt im Haus, Frühstück bis 12 Uhr, im gesamten Motel kostenfreies WLAN, Bücherwände, Sofaecken, eine 24 Stunden geöffnete Bar mit konstanter Kaffee- und Teeversorgung, ein Wellnessbereich, das Meer direkt vor der Nase, stundenlange Strandspaziergänge, tief durchatmen.

Schön war das. 


(mehr Meerbilder gibt es bei Fees #BlickaufsMeerstattKopfvordieWand)



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Was sagen?

Tausende von Menschen gehen in diesen Tagen auf die Straße - als Zeichen der Solidarität mit den Opfern des brutalen Attentats in Paris und als Geste für das Selbstbewusstsein freier Gesellschaften, islamische Organisationen haben sich - klar wie nie zuvor - mit sehr deutlichen Worten von dem Attentat distanziert, es wird diskutiert, was Satire darf und was nicht, Millionen Menschen sind "Charlie", zunächst eine spontane, symbolische Geste der Solidarität, und dann als viel größere Idee, die mit den Begriffen Freiheit von Presse & Meinung, Freiheit im Allgemeinen, Rechtsstaatlichkeit usw. formuliert wird, manche wollen aber eben nicht Charlie sein, oder empfinden einen emotional-moralischen Druck aus dem (Online-)Umfeld, sich zu empören, sich zu positionieren, gut oder böse, und warum gibt es eigentlich keinen Massenaufschrei für die Terroropfer in Pakistan oder Nigeria... Manchmal möchte ich einfach nur den Kopf in den Sand stecken, und weiß natürlich, dass das keine Option sein kann, ich will informiert sein, und ich finde die Fülle an Informationen großartig und notwendig, zum Filtern und Bewerten, ja das ist anspruchsvoll bis anstrengend, Denken kann halt anstrengend sein, im Idealfall führt es zu Reaktionen und Handlungen. 

Ich sortiere, recherchiere, lese, hinterfrage... und trotzdem bleibt ein Wirrwarr in meinem Kopf. 

Andere können ihre Gedanken so viel besser in Worte fassen, zum Beispiel die Raumfee, hier und hier und hier, ich mag jeden dieser Artikel so sehr.

"Zu wissen, dass alle unter dem selben Himmel leben, reicht nicht aus, wenn nicht alle den gleichen Horizont haben."

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Hallo 2015

So, da ist es nun, das Neue Jahr. Noch unbeschrieben, frei für Wünsche, Hoffnungen, neue Möglichkeiten, man ist neugierig, was es einem wohl bringt, erwartungsvoll, vielleicht voller Elan und guter Vorsätze. Natürlich braucht man dafür kein bestimmtes Datum und kann Veränderungen jederzeit angehen, aber so ein Jahreswechsel ist einfach ein guter Anlass, um kurz inne zu halten, zu schauen, wo man steht und wo man hin möchte, durchzuatmen - und dann weiter zu machen.

 

Für das neue Jahr habe mir einen kleinen Wunschzettel geschrieben, der kommt in eine Kiste und wird am Ende des Jahres wieder rausgeholt. Mehr kleine Dinge als große Vorsätze - laut Cello zu üben, auch wenn es (noch) schräg klingt und die Nachbarn vielleicht genervt sein könnten, Englisch zu quatschen, auch wenn es holpert, diesen Blog weiter zu machen, auch wenn ich das manchmal alles wieder in die Tonne stampfen möchte, endlich die Shopseite hier zu basteln, mehr nähen, mal wieder zeichnen oder töpfern oder drucken, einfach so aus purer Freude, spielerischer sein, manchmal mutiger, einfach Machen, weniger Zweifler und Zauderer sein, ich neige gerne dazu, alles zu durchdenken und abzuwägen, alles richtig machen zu wollen (und es allen Recht machen zu wollen), nach einem blöden Sturz im letzten Jahr ist mir wieder sehr bewusst, wie wertvoll Gesundheit ist, mehr Achtsamkeit, bereichernde Begegnungen, Lebensfreude, Liebe... all das wünsche ich mir und allen, die hier mitlesen, für 2015.

 

Und einfach mal alles locker lassen, mehr Gelassenheit, und sehen, dass alles so, wie es ist, schon ganz schön toll ist.

Dankbar dafür sein.

 

Nach chinesischem Horoskop ist 2015 ein Ziegenjahr, dominiert von Umsicht, Verständnis und Harmonie. Ich glaube, damit kann ich gut leben. 

 

 

"I hope that in this year to come, you make mistakes.

Because if you are making mistakes, then you are making new things, trying new things, learning, living, pushing yourself, changing yourself, changing your world. You´re doing things you´ve never done before, and more importantly, you´re Doing Something.

So that´s my wish for you, and all of us, and my wish for myself. Make New Mistakes. Make glorious, amazing mistakes. Make mistakes nobody´s ever made before. Don´t freeze, don´t stop, don´t worry that it isn´t good enough, or it isn´t perfect, whatever it is: art, or love, or work or family life.

Whatever it is you´re scared of doing, Do it.

Make your mistakes, next year and forever."

- Neil Gaiman - 

 

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Ein Weihnachtsbaum ohne Tanne und warum bunt am einfachsten ist

Bild: Weihnachten knallbunt /develloppa

Unser Weihnachtsbaum ist bunt. Sehr bunt. Das ist super, man kann nämlich den kompletten Inhalt der Weihnachtskiste dran hängen, alles geht. Die jährlichen Weihnachtsschmuck-Farbtrends kann ich so einfach links liegen lassen. Obwohl ich manche Trends wirklich wunderschön finde, sehe ich nicht ein, jedes Jahr neuen Weihnachtsbehang zu kaufen, wenn doch zwei randvolle Weihnachtskisten im Keller stehen. Wenn ein Kind bei der Dekoration beteiligt ist, kann man Farbkonzepte eh vergessen, da kommen dann in der Schule gebastelte oder geschenkte oder von der Oma mitgegebene Anhängsel ins Haus und natürlich müssen die alle mit an den Baum. Und Kinder erinnern sich ja auch an jedes Teil aus der Weihnachtskiste, das ist phänomenal, keine Ahnung, wo die Sportklamotten sind oder die Trinkflasche, aber die kleinen Wichtel vom letzten Jahr, die sind doch in der Kiste... Und dann ist man sehr froh, dass man sie im letzten Jahr nicht heimlich entsorgt hat.

 

Ein weiteres Phänomen in der Weihnachtskiste sind Lichterketten. Jedes Jahr beim Enttüdeln schwört man sich, sie beim Abnehmen ganz ordentlich aufzuwickeln und dann holt man im nächsten Jahr doch wieder ein Kabelknäuel aus der Kiste. Dabei wurde in meiner Kindheit das Abschmücken sehr ernst genommen, jedes Silberkügelchen zurück in sein Kästchen, die Baumspitze in Seidenpapier gewickelt, die Lamettafäden (es war dieses gute, schwere Lametta:-)) wieder von den pieksenden Nadelspitzen gefummelt und in Papier gewickelt.

 

Aber zurück zur Lichterkette, wir brauchten eine Neue, Freund und Kind haben sie ausgesucht. Sie kann lila leuchten. Und blau, pink, und orange. Kann man per Knopfdruck steuern. Und sie kann auch alle paar Sekunden die Farben wechseln, es ist einfach schrecklich. Vielleicht klebe ich die Fernbedienung auf orange fest... Und nun stellt euch mal vor, mein Dekokonzept dieses Jahr wäre weiß/kupfer gewesen... Da ist knallbunt doch irgendwie viel einfacher. 

Bild: hier einige Lichtstimmungen der Lichterkette. Und ja, diese Kugel kann innen bunt blinken...

Dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen, dass es sich bei unserem Baum nicht um einen klassischen Tannenbaum handelt, sondern um drei zimmerhohe verzweigte Äste, die unten zusammengeschraubt sind. Das spart Platz, das Sofa muss nicht verschoben werden, keine rieselnden Tannennadeln und außerdem hat mich schon als Kind der kleine Tannenbaum in der gleichnamigen Geschichte von Hans Christian Andersen sehr gerührt.

 

Hier noch ein Text über die Problematik des korrekten Weihnachtsbaumes. 


Bild: unser Baum kann alles tragen... /develloppa

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Die Stolle - der Stollen? Egal, wenn sie so gut schmeckt wie diese hier!

Bild: weltbeste Stolle / develloppa

In Nord- und Mitteldeutschland sagt man angeblich eher "die Stolle", in Süddeutschland "der Stollen", Leipziger sagen "die Stolle", Dresdner "der Stollen" oder "der Striezel", in meiner Familie sagt eine Hälfte "die" und die andere Hälfte "der", ich sag beides... viel wichtiger finde ich allerdings, wie das Endprodukt schmeckt. Ich esse eigentlich nicht so gern Stolle, ist mir fast immer zu trocken. Aber die hier, nach dem Rezept meiner Mutter, hmmm... dicht und feucht und aromatisch aber nicht überladen, genau richtig.

Ach ja, es ist übrigens ein Dresdner Rezept, aber die Originalbezeichnung ist geschützt und darf nicht benutzt werden:-)

Bild: weltbeste Stolle nach Mutters Rezept / develloppa

Rezept:

 

(dieses Rezept ergibt insgesamt 6 kg Teig, das macht 3 große Stollen, man kann es natürlich auch halbieren, dann werden es 2 etwas kleinere Stollen, die nebeneinander auf ein Blech passen)

 

2000 g Weizenmehl (Typ 405)

160 g Hefe (das sind 4 Würfel)

400 ml Milch

200 g Zucker (das ist wirklich so wenig, die Süße kommt von den Rosinen und dem Durchziehen...)

2 Tütchen Vanillezucker

500 g Butter (gute Qualität!)

500 g Butterschmalz

1500 g Rosinen (klingt viel, aber vertraut mir.-))

400 g süße Mandeln, gemahlen (am besten ganze Mandeln überbrühen, enthäuten und durchdrehen,              aber fertig gemahlene aus der Tüte gehen auch, die sind halt etwas trockener)

80 g Bittermandeln  (ebenfalls enthäutet und gemahlen)

oder 2 Fläschchen Bittermandelaroma, falls keine Bittermandeln zu bekommen sind

300 g Bio-Zitronat, gehackt  (bitte auch hier nicht das billige aus dem Supermarkt nehmen,  das ist                     wirklich ein Unterschied)

100 g gehackte Mandeln

4 unbehandelte Zitronen (man braucht die abgeriebene Schale und den Saft)

20 g Salz (ca. 2 TL mit Häufchen)

80 ml Rum


nach dem Backen:

300 g Butter (Empfehlung: Süßrahmbutter)

Feinzucker und Puderzucker zum Bestreuen

 

Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben, in der Küche sollte es nicht ziehen (das mag Hefeteig nicht). Und ihr braucht eine sehr, sehr große Schüssel!

Das Mehl in die Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte formen. Die Milch leicht erwärmen (handwarm), die Hefe vollständig in der Milch auflösen (ich mach das mit der Hand, dann hab ich auch bessere Kontrolle, dass die Milch nicht zu heiß ist), ca. 3 EL vom Zucker zur Hefemilch geben, das Ganze in die Mehlmulde gießen, vom Rand etwas Mehl darüber streuen, mit einem Geschirrhandtuch abgedeckt ca. 15-30 min stehen lassen. 

 

In der Zwischenzeit alle anderen Zutaten abwiegen und vorbereiten, wenn ihr einmal die Hände im Teig habt, seid ihr froh, wenn dann alles bereit steht (es sei denn, ihr habt so eine tolle Küchenmaschine, die das Kneten übernimmt oder nen Helfer in der Küche). Den Rum über die Rosinen kippen.

Wenn die Hefemilch schön blubberig aufgegangen ist, geht es los mit dem Kneten. Erstmal das ganze Mehl, den Zucker, Vanillezucker, abgeriebene Zitronenschale und das Salz mit der Hefemilch vermischen (auch wenn das sehr trocken ist, meine Mutter behauptet, an die Hefemilch darf am Anfang kein Fett, sonst verkleben die Hefebakterien, keine Ahnung, ob das wissenschaftlich haltbar ist, aber ich mach das so, fertig.) Dann den Zitronensaft sowie die weiche Butter und das Butterschmalz dazu geben und kneten. Lange kneten. Das ist wirklich Knochenarbeit, aber je länger, desto besser für den Teig, mindestens 10 min durchhalten. Dann alle Mandeln und das Zitronat dazu, weiter kneten, bis alles gleichmäßig verteilt ist, dann wieder ein Geschirrhandtuch auf die Schüssel und den Teig mindestens eine Stunde gehen lassen. 

 

Den Teig nun in 3 Teile zu je 2000 g teilen. Das erste Drittel noch einmal kurz durchkneten und zusammendrücken, dann auf ein Backpapier legen, die Stolle formen und mit dem Backpapier auf ein Backblech ziehen. Da man die Stollen ja in der Regel nacheinander backt, bleiben die anderen zwei Teile einfach solange liegen und werden dann, wenn sie an der Reihe sind, ebenfalls kurz zusammengeknetet und geformt (man will ja einen eher dichten Teig bei Stollen, deshalb muss die Luft raus, meine Mutter piekst die Stollen sogar vor dem Backen mit nem Spießchen...).

 

So, jetzt zum Backen. Das ist das Schwierigste beim Stollen machen, ein Gefühl für die richtige Backzeit zu bekommen. Die Stolle soll durchgebacken sein, aber gerade so, und soll nicht zu braun werden, sonst trocken, also hellgoldgelb ist gut. Also die Stolle bei 175° O/U in den Ofen schieben und nach einer halben Stunde (nicht zu früh) nachsehen, wenn sie dann schon anfängt braun zu werden, den Ofen herunterschalten auf 160° und noch eine weitere halbe Stunde backen, gegebenenfalls mit Backpapier abdecken, sie darf nicht zu dunkel werden! 

 

In der Zwischenzeit 150 g Butter erhitzen, um damit die fertigen, noch heißen Stollen einzupinseln, die Butter wird komplett aufgesogen. Wichtig ist, die Butter nicht nur zu erwärmen, sondern richtig zu erhitzen wie kurz vor braune Butter und die abgesetzte weiße Molke nicht zu benutzen, durch das lange Lagern könnte es sonst nämlich passieren, dass die Butter irgendwann leicht ranzig schmeckt.

 

Am nächsten Tag noch einmal mit Butter einpinseln, wieder ca. 150 g (diese Menge ist übrigens für alle drei!), dann die Stollen erst mit Feinzucker bestreuen, dann mit Puderzucker, noch einmal etwas ruhen lassen und dann fest verpacken in mehrere Lagen Alufolie, zuletzt noch in eine Tüte, das Ganze soll luftundurchlässig sein. Früher wurden die Stollen in Pergamentpapier und luftdicht schließenden Tontöpfen gelagert (vielleicht mal eine gute Alternative zur Alufolie, die ich eigentlich nicht gern benutze, aber hier doch sehr praktikabel ist, hüstel...) Und Vorsicht, die frischen großen Stollen sind etwas bruchgefährdet, am besten man macht das Einpacken zu zweit und zieht sie dann auf ein Brett oder Backblech, welches man die nächsten 6 Wochen nicht benötigt. Die eingepackten Stollen kommen nämlich jetzt an einen kühlen Platz, am besten ist ein kühler Keller, Stollen müssen unbedingt durchziehen und reifen, um ihr Aroma und ihre Konsistenz zu entwickeln. 6 Wochen halten wir meist nicht durch, aber 4:-) Ich weiß noch, was das immer für ein Ereignis war, wenn die erste Stolle hochgeholt und angeschnitten und begutachtet wurde....       

 

Bild: Weihnachtsstollen nach weltbestem Rezept von Muttern / develloppa

So, ich hoffe, ihr lasst euch von meiner langen Anleitung und all den aufgeführten Stolpersteinen nicht abschrecken und traut euch ran an die Stolle. Mit diesem Rezept seid ihr jedenfalls gut gerüstet:-) Und die Arbeit lohnt sich! Aber wahrscheinlich erst im nächsten November - es sei denn, ihr wollt den Februar mit selbst gebackener Stolle beginnen. Wir essen die übrigens den ganzen Dezember über, immer mal ein Scheibchen abschneiden, wieder einpacken, so hält sie sich wirklich lange, und wenn Gäste kommen, hat man immer was da. Ähm, ich glaub, ich hol mir jetzt noch ´n Stück.

 

Beste weihnachtliche Grüße an alle, die bei der Aktion "ich backs mir" von Clara alias Tastesheriff mitmachen, dahin wandert jetzt das Rezept.

 

Bild: Weihnachtsbeleuchtung im Hause develloppa

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Unfreiwillig im Faultier-Modus

Ärztlich verordnetes Nichts-Tun. Ein Biosuppenhuhn im Topf, Frau Pimpis Immunbooster direkt aus der Flasche, Pellkartoffeln auf der Stirn, Zwiebelsaft, literweise Thymiantee, heißen Schnaps mit Pfeffer vorm Schlafen gehen... ich arbeite mich durch sämtliche Hausmittel, um den "sauschweren Männerschnupfen" (anhand von Frau Nessys Beschreibung eindeutig als solchen identifiziert) ohne Antibiotika los zu werden. Nichts-Tun ist gar nicht so einfach, so kurz vor Weihnachten, noch so viele to-do-Listen, Basteleien, Erledigungen... Stopp. Nichts tun. Ohhmmm. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen.

Obwohl, sollte ich vor Weihnachten genesen, werde ich ein Faultier nähen, habe ich beschlossen. Faultiere werden nämlich zuwenig beachtet, als Kuscheltier sind sie mir jedenfalls noch nicht untergekommen. Dafür aber als süße Kettenanhänger.

Faultiere hängen mit ihren bis zu 10 cm langen Krallen fast ihr ganzes Leben am Baum, sie können nicht laufen, nur kriechen, und zwar mit einer Geschwindigkeit von 1m/Stunde(!), und trotzdem klettern sie etwa alle 10 Tage mühsam vom Baum, um ihr Geschäft zu verrichten. Jaaa, solche Informationen bekommt man in einem Hörbuch für Kinder. Es heißt "Kuckuck, Krake, Kakerlake - Das etwas andere Tierhörbuch" und erzählt wunderbar witzig und informativ von sehr ungewöhnlichen Tieren wie dem Wasserreservoirfrosch, dem Riesenröhrenwurm, oder dem dsungarischen Zwerghamstermännchen. Wem das noch nicht genug Tiergeschichten sind, es gibt noch ein weiteres ebenso empfehlenswertes Hörbuch über Wintertiere: "Eisbär, Elch und Eule - von Schnee- und Eisbewohnern", ebenfalls erschienen im Oetinger-Verlag. Beide Hörbücher sind für Kinder ab 8 Jahren angegeben (wir haben sie schon etwas früher gehört) und sind auch für Erwachsene total gut zu hören, zum Beispiel wenn man krank auf dem Sofa liegt.

So, ich häng hier jetzt noch ein bisschen rum und hör die Geschichte vom arktischen Erdhörnchen, dass im Winter 8 Monate schläft und seine Körpertemperatur dabei bis zum Gefrierpunkt sinken lassen kann. Total verrückt.

Bleibt gesund!

 

Bild: Faultier / gezeichnet von develloppa
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Adventsbäckerei: Weltbeste Linzer Torte und Linzer Plätzchen

Bild: Linzer Torte / develloppa

Achtung, diese Linzer Torte macht süchtig! Bei Micha (die übrigens einen meiner liebsten Foodblogs betreibt) gefunden und allein von ihrer Beschreibung schon eine Pfütze im Mund bekommen, nachgebacken und - sie hat absolut Recht! Weltbeste Linzer Torte! Und wenn man sie nicht sofort aufisst und sie schön durchziehen kann, wird sie immer besser. Das ist schwer, denn man möchte sie sofort aufessen. Wenn man aber zum Beispiel die letzten zwei Stücke in eine Tupperdose packt, um sie mit auf einen Kurzurlaub zu nehmen und dann leider vergisst und dann nach 5 Tagen auspackt, ja dann... gapschig-nussig-fruchtig-weihnachtswürziger Genuss!

Das Rezept gibt es bei Micha, die hat sich das schließlich ausgedacht, da gebührt ihr auch die Ehre:-)  

 

"People who love to eat are always the best people." (Julia Child)

 

Nach diesem Zitat muss ich euch noch schnell den Film "Julie & Julia" ans Herz legen - vom Glück des Kochens, UND mit Meryl Streep, mehr muss ich nicht sagen, oder? Aber Achtung, dieser Film macht sehr hungrig!


weltbeste Linzer Torte und  Kissen Mr. Bär / develloppa

Nach all der Lobhudelei und dem Geschmack der Torte noch auf der Zunge war klar: es müssen Linzer Plätzchen auf den bunten Plätzchenteller. Aus 3 verschiedenen Rezepten entstand dieses hier:

 

150 g Dinkelmehl (+ etwas zum Ausrollen)

150 g gemahlene Mandeln

150 g Butter

70 g Puderzucker

1 Ei

1 EL Kakao

1 TL Zimt

1/4 TL gemahlene Nelken

1/4 TL gemahlener Kardamon

1 EL Kirschwasser

1 Prise Salz

ca. 150 g Johannisbeergelee

Puderzucker zum Bestreuen

 

Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Std. kühl stellen.

Den Teig dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 3-4 mm dick ausrollen, ans Nudelholz auch Mehl geben, der Teig wird nämlich recht schnell weich und klebt. Wer geduldig ist, kann jetzt Kreise und Ringe ausstechen und backen, ca. 8-10 min bei 150°, nach dem Abkühlen die Kreise mit der Marmelade bestreichen, die Ringe mit Puderzucker bestäuben und auf die Marmeladenunterteile draufsetzen.

Ich hatte aber heute überhaupt keine Lust auf Ausstechgefriemel und hab direkt die Marmelade auf einen Teil des ausgerollten Teiges gegeben und dann die Deckelplatte draufgelegt, beim ersten Schwung noch auf hübsch versucht mit Lochmuster, dann beim restlichen Teig auch darauf noch verzichtet, einfach Marmelade auf die Hälfte, andere Hälfte drüberklappen, etwas andrücken, fertig, ab in den Backofen. Die Backzeit verlängert sich so auf ca. 15-20 min, nach Auskühlen schneidet man einfach kleine Würfel und bestreut sie mit Puderzucker. 

In einer luftdichten Dose aufbewahrt, werden sie nach ein paar Tagen Durchziehen noch leckerer.


Wer noch auf der Suche nach weiteren Plätzchenrezepten ist: Okka hat gebacken.

Oder lieber was mit Nutella und Minzschokolade? Bitteschön.

 

Weihnachtsbäckerei: Linzer Plätzchen / develloppa

Nein, bei uns hat es NICHT geschneit! Aber ich wünsch mir, dass es mal wieder so tollen Glitzerschnee gibt wie hier vor ein paar Jahren, am besten kombiniert mit strahlendem Sonnenschein und glücklichem Hund, schon vom Angucken bekomme ich gute Laune.

 

Desweiteren heute festgestellt:

 

* dass ich zum Falten eines (!) Fröbelsterns ca. 20 min brauche, nachdem ich genauso lange gebraucht habe, die Anleitung zu verstehen und hier noch ca. 96 Fröbelsternstreifen zur weiteren Verarbeitung rumliegen, hmpff (Danke, Oma Friedel;-))

 

* dass es noch andere Leute gibt, die Glühwein nicht mögen, zum Beispiel Frau Nessy

 

* dass irgendjemand (ich) morgen die Weihnachtskiste im Keller suchen muss, aber ganz so schlimm wie hier wird es hoffentlich nicht werden

 

* dass diese Version von Little Drummer Boy jedes Jahr im Dezember mindestens einmal gehört werden muss, hach...

 

Euch allen einen schönen dritten Advent!


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Weihnachtsbastelei: Anhänger aus Balsaholz

Bild: Weihnachtsanhänger,  aus Balsaholz geschnitten, von develloppa

Heute wurde krankheitsbedingt weihnachtsgebastelt. Die Anhänger sollten eigentlich aus Fimo entstehen. Aber dann stolperte ich im Baumarkt zufällig über dieses Holzbrettchen aus Balsaholz. Das hatte ich vorher tatsächlich noch nie in der Hand, es ist superleicht und weich, man kann es mit dem Fingernagel ritzen und brechen, also ja wohl auch mit dem Cutter schneiden! Ich sah völlig neue Möglichkeiten der Holzbearbeitung vor mir, denn mit einer normalen Säge und Sperrholz war ich beim Kettenanhängerbauversuch schon kläglich gescheitert. Es gab leider nur noch ein einziges Restbrettchen (10 x 100 cm und 4 mm dick, 2,50 Euro), ich hätte gern noch mehr experimentiert, vor allem mit Dünneren, die Brettchen gibt es nämlich in ganz verschiedenen Stärken, das geht bei 1mm Dicke los... Hier beim Künstlerbedarf Boesner zum Beispiel kann man sich darüber informieren und das Holz auch bestellen.

Das Holz lässt sich leicht mit dem Cutter schneiden, aber es bricht auch leicht in der Faserrichtung, man sollte also versuchen, immer möglichst schräg zur "Lieblingsbruchrichtung" zu schneiden, man bekommt da schnell ein Gefühl für... Dann mit dem Schaschlikspieß Löcher zum Aufhängen reinpieken, man kann sogar direkt mit der Nähnadel durchpieksen (und das bei 4 mm Dicke!), und zum Schluss kann man die Anhänger bemalen, besticken, bestempeln, wenn man sich verstempelt hat, das Ganze mit Maskingtape bekleben;-), oder einfach pur lassen - ganz nach Lust und Laune. Die Anhänger sind schnell gemacht und sehen hübsch aus an Zweigen oder an Geschenken,  oder wie wär´s als Tischdekoration für´s Weihnachtsessen, mit Namen bestempelt?

Das Schneiden mit dem Cutter sollten auf jeden Fall Erwachsene übernehmen, aber ab dann eignet sich diese Bastelei auch super für Kinder.

Und ich werde auf jeden Fall irgendwann auch noch mit den dünneren Brettchen experimentieren.

Weihnachtsanhänger, aus Balsaholz geschnitten und bestempelt, von develloppa
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Zweiter Advent und ein paar kleine Gute-Laune-Dinge

Bild: zweiter Advent / by develloppa

Wegen Basteleien, Bäckereien, Familienbesuch, einem Ausflug und einer fetten Erkältung passiert hier auf dem Blog grad wenig.  Zum Schreiben brauch ich nämlich Zeit und Muße. Und Lust. Da halt ich´s mit Farin Urlaub: "Was nicht geht, geht nicht. Und was geht, geht."  Was heute geht, sind Schnappschüsse, ich zeig euch ein paar Bilder und Dinge, die mich gefreut haben an diesem zweiten Adventswochenende.