Johannisbeerliebe

Die ersten Johannisbeeren wurden geerntet und ein paar von ihnen wanderten in einen großartigen kleinen Kuchen, hier gefunden, schon so oft gebacken und für großartig befunden, jetzt zum ersten Mal mit mit einer Hand voll Johannisbeeren im Teig, steht ihm gut, die roten Tupfer!

 

Rezept für Minikäsekuchen mit Polenta  (für eine 18er Springform!):

 

3 Eier

100 g weiche Butter

100 g Rohrohrzucker

50 g Polenta

1 TL Backpulver

400 g Quark

1 Prise Salz

(bei mir noch etwas abgeriebene Zitronenschale und eine Hand voll Johannisbeeren)

 

Die Eier trennen,  Eiweiße mit dem Salz steif schlagen, Eigelbe mit Butter, Zucker und Zitronenschale cremig rühren, Polenta unterrühren, Quark unterrühren, Johannisbeeren dazugeben, zuletzt den Eischnee luftig unterheben. Den Teig in die gefettete Form geben und bei 180° O/U ca. 45 min backen, bei offener Ofentür und ausgeschaltetem Ofen noch 10 min ruhen lassen, lauwarm oder kalt essen. So gut. 

 

Bei der Menge Johannisbeeren am Strauch geht da noch der ein oder andere Kuchen:-)

Dieser hier mit Olivenöl im Teig wurde bereits getestet und für großartig befunden, und diese herzhafte Variante mit Tomaten klingt auch interessant. 

  

 

Und weil ich Johannisbeeren so mag, habe ich noch einen Stoff (der früher einmal ein Bettbezug war) mit den roten Beeren bedruckt, hier hab ich schonmal gezeigt, wie´s geht. Bei der Größe war das eine ziemliche Geduldsarbeit, aber ich mag ja dieses meditative Vor-mich-hin-stempeln. Nach einer Runde Bügeln zum Fixieren der Stofffarbe und einer Stunde an der Nähmaschine war das neue Sommershirt fertig, eine FrauFrida, ich mag den einfachen Schnitt. 

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Kracher-Körner-Knäckebrot

Körner-Knäckebrot (develloppa)

Ich mag Essen von cremiger, gern schlotziger Konsistenz, Risotto, Polenta, Dhal, die Seelen- und Magenwärmer. Manchmal verlangt es aber nach etwas Krachigem, Knackigem, nach etwas zum knuspern, knabbern, kauen... vielleicht auch noch gesund? Dafür gibt es dieses Knäckebrot:-)

 

Superknusper-Bio-Knäckebrot-Rezept:

 

150 g Dinkelvollkornmehl (oder anderes Mehl)

150  g Haferflocken 

100 g Sonnenblumenkerne

50 – 70 g Sesam

50 – 70 g Kürbiskerne

50 – 70 g Leinsamen

30 g Mohn oder Chiasamen

2 gestr. TL Meersalz (oder Himalayasalz, gute Qualität lohnt sich)

2 EL Öl

500 ml lauwarmes Wasser

 

Alles in einer Schüssel gut verrühren, den Backofen auf 145 Grad Umluft (oder 160 Grad Normal) vorheizen.

Zwei Backbleche mit Silikonmatten auslegen (Backtrennpapier kann manchmal ankleben!) und den Teig darauf dünn und gleichmäßig verstreichen (das ist die Hauptarbeit). In den Backofen geben.

Nach 10 Minuten herausnehmen und die gewünschte Form vorschneiden (Sollbruchstellen).

Dann weitere 60 Minuten backen. Beim Herausnehmen die Rückseite der Brotstücke prüfen, sollten diese noch etwas feucht sein (Klopftest) mit der feuchten Seite nach oben noch weiter 10 Minuten backen.

Die Brotscheiben auskühlen lassen und dann in einer Blechdose aufbewahren.

 

Pur, mit Frischkäse, mit Dip, mit Schokocreme, alles superlecker, und glaubt mir, man geht ganzschön oft zur Knäckebrot-Dose.

 

Und natürlich kann man zusätzlich noch Gewürze nach Lust und Laune unterrühren, Kümmel, Thymian, Chillie, alles geht. Oder das Ganze mit etwas geriebenem Käse bestreuen, das aber erst ca. 10 min vor Ende der Backzeit, der verbrennt sonst. 

 

Noch mehr Kracher-Rezepte? Zum Beispiel Hier und hier und hier

 

Und ein paar neue Schalen sind fertig geworden. Die geriffelte Schale kam genauso aus dem Ofen, wie ich sie mir vorgestellt hatte, große Freude. Töpfern und Backen ähneln sich doch manchmal irgendwie.

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Was mit Bergamotte

Mir unbekannte Früchte machen mich sofort neugierig, so war es also keine Überraschung, dass ein paar Früchtchen aus der Kiste mit der Aufschrift "Bergamotte-Zitronen aus dem Piemont"  im Einkaufskorb landeten. Bergamotte kennt man eher als Duftöl, das ätherische Öl aus den Schalen dient beispielsweise zum Aromatisieren von Earl Grey-Tee, als Frucht ist sie mir bisher noch nie untergekommen. Meine Exemplare waren sehr orange, dünnschalig und saftig (sauer-bitter), das Aroma war aber nicht so speziell, wie ich erwartet hätte. Vielleicht gibt es verschiedene Sorten.

 

Die Früchte wurden zu drei verschiedenen Köstlichkeiten verarbeitet:

 

Bergamotte-Plätzchen - dazu 170 g weiche Butter mit 100 g Puderzucker cremig rühren, den Saft (ca. 40 ml) und den Schalenabrieb einer Bergamotte dazu geben, 200 g Mehl mit 50 g Stärke und einer Prise Salz mischen und zügig ohne lange zu rühren unter die Buttermischung mengen. Kleine Kugeln formen, mit der Gabel flach drücken, bei mir gab es noch einen Schwung Rosmarinzucker oben drauf, bei 180° ca. 15 min backen, bis sie am Rand ganz leicht braun werden.

 

Bergamotte-Rosmarin-Olivenöl-Kuchen (nach einem leicht abgewandelten Rezept von hier) :

200 g Olivenöl mit 175 g Zucker und 3 Päckchen Vanillezucker 5 min cremig schlagen, nach und nach 4 Eier dazu rühren (kühlschrankkalt, dann emulgiert die Masse schön), 125 g Joghurt dazu, 2 komplette Bergamotten (vorher in Wasser ca. 30 min weich gekocht und abgekühlt) und 1 EL gehackte Rosmarinnadeln mit dem Pürierstab pürieren und das Ganze ebenfalls unterrühren, 250 g Mehl, 50 g gemahlene Mandeln, 1 Prise Salz und 1 Päckchen Weinsteinbackpulver vermischen und kurz unterrühren, den Teig in eine gefettete Kastenform gießen und bei 175° ca. 50 min backen (Stäbchenprobe). Bei mir gabs auf den heißen Kuchen noch ein paar Löffel Sirup (200 ml Wasser, ca. 3 EL Zucker, Bergamotte-Saft, Bergamotte-Schale und 2 Rosmarinzweige sirupartig eingekocht). Der Kuchen war auch nach ein paar Tagen noch saftig und lecker.

 

Und der Saft der allerletzten Bergamotte kam mit in Michas köstliche Balsamico-Orangen-Reduktion. 

 

Für alle, die mehr Ordnung in ihre Gewürzschublade bringen wollen.

 

Für alle, die die Stimme von Roger Willemsen vermissen.

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Wilde Fermentationen

fermentierter Rotkohl mit Birnen und Zwiebeln nach einem Rezept von Cathrin Brandes

Die Sache mit dem Fermentieren finde ich gerade sehr spannend. Deshalb habe ich mir dieses Buch gekauft, in dem die Autorin Cathrin Brandes die uralte Methode der Fermentation wieder in modernen Küchen etablieren möchte und dies tut sie mit viel Herzblut, Experimentierfreude und Wissen.

 

"Wer sich hier informiert, ist ein neugieriger Mensch, und das ist gut." - schon allein dieser erste Satz macht mir gute Laune. Als Erstes habe ich mir den Rotkohl vorgenommen, vor allem wegen der tollen Farbe.

Und - der erste Versuch hat super funktioniert, ich habe heute sehr leckeren gesäuerten würzigen Rotkohlsalat aus dem Glas geholt! Und gesund ist das Ganze auch noch.

 

Rezept für Pink Sauerkraut mit Zwiebeln & Birnen: 

(ich habe davon nur die Hälfte genommen und ein 1l-Bügelglas benutzt)

 

1 kg Rotkohl 

2 saftige Birnen

1 große rote Zwiebel

1 EL Salz

Gewürze nach Geschmack (4-6 Pfefferkörner, 2-3 Pimentkörner, 2 Gewürznelken) 

(bei mir noch 2 Thymianzweige)

 

Den Kohl vierteln und in Streifen schneiden und mit dem Salz kneten, bis der Saft austritt. Man sollte wirklich sehr, sehr lange und kräftig kneten und walken und stampfen, die austretende Flüssigkeit ist wichtig. Und ja, die Hände und Unterarme tun irgendwann sehr weh (und wenn man wie ich keine Handschuhe anziehen will, sind sie den Rest des Tages leicht blau). Birnen schälen, entkernen und die Hälften in 1 cm dicke Scheiben schneiden, Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Ringe schneiden. Das Kraut ins Glas drücken, dazwischen die Birnen- und Zwiebelscheiben und Gewürze einschichten. Immer wieder drücken und feststampfen. Das Kraut beschweren (ich habe einfach einen großen passenden Stein genommen, den ich vorher in kochendem Wasser gereinigt habe), das Kraut sollte jetzt oben komplett mit Flüssigkeit bedeckt sein. Zur Not mit 2%iger Salzlake auffüllen. Das Bügelglas verschließen und an einen ruhigen dunklen Ort stellen (Zimmertemperatur), immer mal einen Blick darauf werfen, es beginnt leicht zu blubbern oder zu zischeln oder Flüssigkeit tritt oben aus dem Glas (deshalb immer ´nen Teller drunter!), das ist alles ein gutes Zeichen, das die Fermentation in vollem Gang ist, denn die Mikroorganismen, allen voran die Milchsäurebakterien, vermehren sich jetzt (hoffentlich) wie wild. Man kann natürlich zwischendurch probieren, Achtung beim Glas öffnen, das steht unter Druck, und danach immer wieder gut runterdrücken und beschweren. Meins war nach ca. 10 Tagen für meinen Geschmack super und kam in den Kühlschrank, damit wird die Aktivität der Milchsäurebakterien dann weitgehend beendet. 

 

 

Für mein zweites Fermentier-Experiment wählte ich in Honig fermentierte Knoblauchzehen.

Die Idee und das Rezept stammt von hier und ein Glas davon ist schnell gemacht.

 

Frische geschälte Knoblauchzehen kommen mit Bio-Waldhonig in ein Bügelglas (ich habe zusätzlich noch ein paar Thymianzweige dazugetan), immer wieder mal schütteln und wenden und auf den Kopf stellen, damit alle Zehen benetzt sind, nach ein paar Wochen sinken die Knoblauchzehen dann nach unten. Ich habe ein Schraubglas benutzt und da ist ordentlich Druck drin, es blubbert und drückt schonmal etwas oben aus dem Glas raus, also auch hier am besten auf ein Tellerchen stellen:-) Die fertigen Knoblauchzehen sind gesund und helfen in der Erkältungszeit und sie sind einfach ein tolles Würzmittel, der Honig ist sensationell ungewöhnlich, z.B. auf Ziegenkäse-Flammkuchen. 

 

 

Hier wird auf jeden Fall weiter experimentiert mit den wilden Fermenten!

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Pause. Und ein Apfel-Walnuss-Kuchen

Äpfel, Aquarell+Fineliner (develloppa)

Pause. Die nächsten 4 Wochen bin ich auf dem Berg. Mit der Verantwortung für 83 Kühe, 14 Kälber, 3 Hühner, einen Hahn und einen Hundewelpen. Ich sehe dem Ganzen gerade alles andere als gelassen entgegen. Aber wird schon. Muss ja. Und ich freu mich auch drauf. 

 

Dieses Kuchenrezept kommt auf jeden Fall mit, eine Apfel-Walnuss-Galette von Micha, bereits mehrfach gebacken, so einfach und so gut, und ohne Form zu backen, das passt zur Alm.

 

140 g Mehl (bei mir Dinkel)

70 g geröstete gemahlene Walnüsse (oder andere Nüsse)

70 g Zucker

100 g Butter

1 Ei

1 Prise Salz

ca. 4 Äpfel

Saft einer halben Zitrone

2 EL Muscovado (oder brauner) Zucker

1 Handvoll grob gehackte Walnüsse

(bei mir noch 2 EL Johannisbeermarmelade)

 

Alle Zutaten für den Teig mit der Hand verkneten und im Kühlschrank zwischenlagern. Die Äpfel schälen und in Spalten schneiden, mit etwas Zitronensaft beträufeln, dann werden sie nicht braun. Den Teig auf einem Stück Backpapier halbwegs rund ausrollen (ordentlich Mehl drunter, er klebt). Mit einer 24er Springform oder freihand auf dem Teig den Kreis markieren, der mit den Äpfeln belegt wird, es muss noch genügend Rand zum Umklappen da sein. Diesen Kreis mit der Johannisbeermarmelade bestreichen , mit den Äpfeln dachziegelartig belegen, mit dem Zucker und den Walnüssen bestreuen, den Rand Stück für Stück umklappen und festdrücken. Das Backpapier samt Kuchenbauwerk schwungvoll auf ein Backblech ziehen (oder besser: den ausgerollten Teig schon vor dem Belegen aufs Blech ziehen), bei 185 ° Umluft ca. 30-35 min backen. Am besten gleich lauwarm essen - köstlich. Ich freu mich drauf, den im urigen Holzbackofen der Hütte zu backen.

Die kleinen bunten Äpfel entstanden aus Aquarellfarbe + Fineliner bzw. aus buntem Papier einer Zeitschrift ausgeschnitten + Fineliner. Und die Lieblingstasse hat der kleine Hund zerpöttert. 

Bis irgendwann im Oktober...

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Ein Kissen für den neuen Mitbewohner und Nervennahrung für mich

Darf ich vorstellen: das ist Tammy. Tammy, zarte 11 Wochen alt, wohnt jetzt bei uns, ist zuckersüß, ziemlich eigensinnig, knabbert ALLES an, findet Erde, Blumen oder Holz essen toll (tja, halber Labrador eben), erfordert sämtliche Aufmerksamkeit und manchmal starke Nerven. Das erste Kissen, eigentlich ein ehemaliges Sofarückenteil, für das ich eine Hülle aus dickem Stoff genäht habe, erweist sich jetzt schon als zu klein und unpraktisch, weil der kleine Hund am liebsten auf flachem Boden und lang ausgestreckt schläft und hier nach einmal ausstrecken und über den Rücken drehen einfach runterkugelt. Muss also demnächst was anderes her.

 

Der kleine genähte Stoffknochen wird sehr gemocht und hält dank dreifach genähter Naht bislang sämtlichen Beiß- und Schüttelattacken stand.

Und für mich gab es zur Stärkung der Nerven eine Ladung Mandelhörnchen nach folgendem, altbewährtem Rezept (sozusagen ein Klassiker, saftig-marzipanig, nicht so arg süß wie die Gekauften, bleiben ein paar Tage frisch, kommen immer gut an, und sind einfach in der Dose zu transportieren für Picknick, als Mitbringsel oder was immer ihr euch versüßen mögt)

 

400 g Marzipanrohmasse

200 g gemahlene Mandeln

160 g Puderzucker 

2 Eiweiß

2 TL Zitronensaft

evtl. nach Geschmack etwas Bittermandelaroma

kleine Prise Salz

200 g gehobelte Mandeln

200 g Kuvertüre 

 

Marzipan klein schneiden oder raspeln, dann verarbeitet es sich leichter, mit den gemahlenen Mandeln, Puderzucker und Zitronensaft verkneten, dann steif geschlagene Eiweiß unterkneten.

Kleine Hörnchen formen. Der Teig ist super klebrig, es hilft, wenn man die Hände vor jedem Hörnchen mit Wasser nass macht.

Hörnchen in den gehobelten Mandeln wälzen.

Bei 180 Grad  ca. 10 min backen (ist Geschmackssache, wie braun oder weich man sie haben will, am besten find ich sie, wenn sie außen leicht braun werden und innen noch weich sind, heiß sind sie noch sehr weich, werden beim Abkühlen härter)

Nach dem Abkühlen die Spitzen in flüssige Kuvertüre tauchen. Warten bis die Schokolade fest wird, reinbeißen und sich freuen. Schmecken frisch genauso gut wie nach ein paar Tagen.

Das Kissen wandert zum creadienstag.

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Rhabarber plus Waldmeister

Rhabarber by develloppa

Wenn Rhabarber und Waldmeister im Garten schon fast nebeneinander wachsen, warum diese Kombination nicht auch im Glas probieren? Dafür 4 dicke Stangen Rhabarber ungeschält in Stücke schneiden und mit wenig (ca. 150 ml) Wasser ca. 15 min weich kochen, einige (noch nicht blühende) Stengel Waldmeister etwas anwelken lassen, dann intensiviert sich der Duft durch das sich freisetzende Cumarin, zum Rhabarber geben, noch ein Scheibchen Ingwer dazu, das Ganze durch die flotte Lotte passieren. Das entstandene Mus abwiegen, mit der davon halben Menge Gelierzucker 2:1 vermischen, ca. 3 min kochen, heiß in blitzsaubere Gläser füllen. Die Farbe ist toll, die Konsistenz samtig, der süß-saure Rhabarbergeschmack passt gut zum Waldmeisteraroma. Ich bin sehr beglückt über die neue Variation auf dem Frühstücksbrot.

 

In Waldmeisterermangelung kann man dem Rhabarber je nach persönlicher Vorliebe auch Holunderblüten, Rosenblätter, Tonkabohne oder andere Geschmacksknospenkitzler dazu gesellen (obwohl ja Erdbeer-Rhabarber hier immer noch die ungeschlagene Nr.1 der Rhabarberkombinationen ist).

Womit kombiniert ihr Rhabarber am liebsten?

Der Waldmeister macht sich mit seinen kleinen weißen Sternchenblüten auch sehr hübsch in der Vase, hier kombiniert mit hellem Storchschnabel und so wandert er in handgetöpferter Vase rüber zum Flower-Friday.

Oder man legt ihn zusammengebunden als trockenes Sträußchen zum Schutz gegen Motten in den Kleiderschrank. 

 

Fundstücke im Garten zeigen immer wieder, dass das Überleben als kleiner Vogel in der Nachbarschaft von Elstern, Eichhörnchen und Katzen nicht so einfach ist.  

 

Und andere Fundstücke lassen staunen, wie diese Kreuzspinnenkinderstube. Sie waren von einem Tag auf den anderen einfach da, sind winzig und wie ein kleiner Organismus, in dieser perfekten Trauben-Formation können sie auseinanderstreben, dann wird die Traube größer und lockerer, sich ganz eng zusammenballen oder zusammen ganz langsam am Stengel entlangwandern. Sehr faszinierend zu Beobachten. Gegen den Gewitterregen letzte Nacht hatten sie aber keine Chance.

 

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Die gute alte Steckrübe

Sie war ungeliebtes Hauptnahrungsmittel in den Hungerwintern von Kriegs- und Nachkriegszeit, wohl deshalb haftete ihr lange der Ruf an, ein "Arme-Leute-Essen" zu sein, sie wächst auch unter widrigen Bedingungen, und sie trägt viele Namen: Steckrübe, Kohlrübe, Butterrübe, Dottsche, Runke, Wruke, Bodenkohlrabi, Erdkohlrabi, schwedische Rübe und sogar ostpreußische Ananas. Sie ist nicht besonders ansehnlich, dabei ist sie (auch dank neuerer Züchtungen) ein delikates Knollengemüse, preiswert und gesund. Aus heimischer Ernte bekommt man sie von Oktober bis April, und im Moment landet sie oft in meinem Einkaufskorb, weil ich keine große Lust mehr auf Kohl habe und frisches Grünzeug im Hofladen noch Mangelware ist, und ich mag ihren süßlich erdigen Geschmack, irgendwo zwischen Möhre, Kohlrabi und Kohl, und ganz besonders mag ich gerade dieses Steckrüben-Dinkel-Risotto. 

 

Für Risotto benutze ich gern anstelle von Reis ab und zu Getreide wie Dinkel mit seinem nussigen Aroma. Perldinkel oder Zartdinkel hat leicht geschliffene Körner und gart schneller, man kann alternativ auch Gerstengraupen benutzen. Darf man überhaupt Risotto sagen, wenn gar kein Reis drin ist? Egal, Dinkotto/Gerstotto klingt komisch, und Mr. Fearnley-Whittingstall, von dem dieses Rezept ist, nennt es schließlich auch so.

 

Steckrüben-Dinkel-Risotto

Rezept:

 

1 l heiße Gemüsebrühe

1 großer EL Butter

2 EL Olivenöl

2 Zwiebeln, gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

350 g Steckrübe, geschält, ca. 1 cm groß gewürfelt (bei mir mehr)

300 g Zart-Dinkel

60 g Parmesan oder anderer würziger Käse, gerieben (bei mir mehr, Blauschimmel geht auch gut) und zusätzlich etwas geriebener Käse als Garnitur

ca. eine Handvoll gehackte Petersilie

 

Meersalz, schwarzer Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss

 

Butter und Öl ein einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin langsam andünsten, bis sie weich sind. Knoblauch und Steckrüben hinzufügen und weiterrühren. Dann den Dinkel oder die Graupen dazu geben und einige Minuten weiterrühren. Nun nach und nach die Brühe hinzugeben, wie bei einem Risotto, und unter häufigem Umrühren köcheln lassen, bis die Flüssigkeit (fast) aufgesogen ist und das Getreide weich, aber gerade noch bissfest ist, das sollte nach ca. 25 min (Gerstengraupen etwas länger) der Fall sein. Eventuell noch Brühe nachgeben. Zuletzt Petersilie und geriebenen Käse unterrühren, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss abschmecken und mit geriebenem Käse bestreut servieren.

 

Ein bauch- und seelenwärmendes Essen. Bei Mr. Fearnley-Whittingstall reicht es übrigens für 4 Personen, bei uns nicht. 

Ach ja, wie für die meisten Wurzelgemüse gilt auch für die Steckrübe: je kleiner, desto zarter.

 

Beim Rüben zeichnen fiel mir auf, dass ich noch nie eine Steckrübe mit Blättern gesehen habe und weder Oma noch Eltern sie je im Garten hatten. 

Und ich erinnerte mich an das russische Märchen vom Rübchen, das wächst und gedeiht und riesengroß wird und sich erst aus der Erde ziehen lässt, als der Großvater, die Großmutter, das Kind, der Hund, die Katze und die Maus gemeinsam ziehen... Kennt ihr´s? Ach, ich weiß noch genau, wie die Bilder dazu aussahen. 

 


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Daumenschälchen, Webversuche und ein für gut befundenes Knuspermüsli

Daumenschälchen (von develloppa)

Die Lust mit Ton zu arbeiten und alles darüber zu lernen ist gerade größer als meine Nählust.

Diese neuen Schälchen sind aus stark eisenhaltigem Ton entstanden, in der altbewährten Daumenschälchen - Technik. Ungebrannt war dieser sehr spezielle Ton rotbraun und hat stark die Hände gefärbt, nach dem Schrühbrand rötlich wie Ziegelstein, nach dem Glasurbrand war er dunkelbraun. Die Glasur ist nur innen und am oberen Rand aufgetragen, und die Schälchen sind ungewöhnlich schwer, ich mag sie sehr und schicke sie zu den gesammelten Dienstagswerken.

 

Und es wurde endlich mal der für 3 Euro auf dem Flohmarkt erworbene Webrahmen ausprobiert. Die beiliegende Anleitung war nicht sehr hilfreich, aber es gibt ja im Netz Anleitungen für Alles, und so waren die Fäden endlich ordnungsgemäß aufgespannt und es entstanden kleine, nun ja, Tischläufer. Wir brauchen natürlich keine Tischläufer, aber die kamen halt dabei heraus. Mit den Webschiffchen kommt man erstaunlich schnell voran, die 3 Euro waren also gut investiert.

Knuspermüslirezepte haben mich bislang ja nie zum Nachmachen animiert, aber als ich Michas Variante gesehen hatte, erwachte sofort der Nachmachzwang und jetzt gibt es auch hier selbstgemachtes Knuspermüsli. Die (leichte) Süße kommt nämlich ausschließlich von getrockneten Früchten, was mir sehr gut gefällt. Die ersten zwei Bleche verschwanden rasant schnell, so dass es bereits eine Folgeproduktion gab, diesmal gaanz leicht an der Süße geschraubt (mehr Datteln), und aufgrund persönlicher Vorlieben gab es mehr Mandelkerne und nen Löffel Zimt dazu. So geht´s: 500 g Haferflocken, 100 g Hirseflocken (oder andere Flocken), eine Handvoll Sonnenblumenkerne oder Buchweizen (was man so da hat oder gern mag), 200 g Mandeln (grob gehackt) und 100 g Kokoschips in einer großen Schüssel vermischen. 150 g getrocknete Aprikosen, 100 g getrocknete Datteln, 100 g getrocknete Feigen und etwas Zimt mit 250 ml heißem Wasser übergießen, ca. 15 min stehen lassen, dann das Ganze fein pürieren. In die Schüssel mit den trockenen Zutaten kippen und mit den Händen gründlich durchkneten, dabei kann man in der Faust Klümpchen drücken oder wieder kleiner zupfen, so wie man die Knuspergröße haben möchte. Auf zwei mit Backpapier belegten Blechen verteilen und bei 100° Umluft ca. 90 - 100 min trocknen lassen, dabei 2-3mal mit einem Spatel wenden. Nach dem Auskühlen in Gläsern oder Dosen luftdicht aufbewahren, so hält sich das Knuspermüsli lange. 

Im Garten werden übrigens am liebsten Erdnüsse geknuspert, hier von Eichhörnchen und Eichelhäher demonstriert.

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Sonne auf dem Teller

Orangen-Mandel-Kuchen (develloppa)

Im Hofladen gab es neulich spanische Orangen, voll ausgereift am Baum, mit Stiel und Blatt, weich und nach Urlaub duftend, und schnell zu verbrauchen, da nicht konserviert. Einige von ihnen landeten direkt in diesem sirupgetränkten Orangen-Mandel-Kuchen, eigentlich eher ein Dessert, etwas aufwendig in der Herstellung, weil man eine Menge Töpfe/Schüsseln in Gebrauch hat, aber nicht schwierig, und da man ihn einen Tag vor Verzehr zubereitet, muss man ihn, wenn die Gäste kommen, nur noch aufschneiden.

 

Beim Zubereiten riecht die ganze Wohnung nach Orange, das Ergebnis ist ein sehr aromatischer, sehr feuchter (man kann auch matschig sagen, aber das gehört so) Kuchen, durch die verwendeten Schalen erinnert er an Bitterorangenmarmelade, als Kuchen zum Nachmittagskaffee würde ich ihn nicht servieren, aber in schmalen Streifen als Dessert mit Vanilleeis  war er ein Knaller und löste großes Ah und Oh bei den Gästen aus (bis auf eine Person, die aber auch Bitterorangenmarmelade hasst und mit Vanilleeis pur sehr glücklich war). Absolutes Wiederholungsrezept.

 

 

Rezept (für eine Springform von 26-28 cm Durchmesser):

 

3 große Bio-Orangen (ca. 1,2 kg) (bei mir mehr, da kleiner)

5 Eier

400 g Zucker

50 g Vanillezucker (bei mir 3 Tütchen Vanillezucker)

Salz

Butter für die Form

250 g gemahlene Mandeln

1,5 TL Backpulver

5-6 Saft- oder Blutorangen

1/2 Vanilleschote

1 TL frisch gemahlener Kardamon

 

Zwei  Bio-Orangen (bei mir drei, da kleiner, so dass man ungefähr auf ca. 800 g kommt) in einem Topf mit Wasser zugedeckt ca. 1 Std. köcheln lassen, dann abtropfen und abkühlen lassen. Die Eier trennen. Eigelbe, 200 g Zucker und Vanillezucker cremig hell aufschlagen, die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Mandeln mit dem Backpulver mischen. Die gekochten Orangen vierteln, Kerne entfernen, die Viertel mit der Schale fein pürieren. Mit der Eigelbmasse und den Mandeln verrühren, dann den Eischnee unterheben. Den Teig in die gefettete Backform füllen und im vorgeheizten Ofen bei 170° (Umluft 150°) ca. 50 min backen. Inzwischen den Sirup zum Beträufeln kochen. Saftorangen auspressen, von der (gewaschenen) Bio-Orange die Schale abreiben, dann den Saft auspressen, insgesamt sollte man auf ca. 800 ml Saft kommen, Vanilleschote auskratzen, mit dem Vanillemark, der ausgekratzten Schote, dem restlichen Zucker (200g) und dem Kardamon aufkochen und bei mittlerer Hitze ca. 20 min auf ca. 400 ml einkochen. Vanilleschote entfernen. In den noch warmen Kuchen mit einem Spieß viele Löcher stechen und den Sirup auf dem Kuchen verteilen (bei mir ist oben eine Schicht Sirup stehen geblieben, das macht nichts). Den Kuchen möglichst 24 Stunden durchziehen lassen. Mit Vanilleeis oder Sahne servieren.

 

Quelle: Bettina Matthaei - "Vegetarisch vom Feinsten"


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Weihnachtsbäckerei

Die Keksdosen sind gefüllt. Mit altbewährten Klassikern und ein paar Neulingen. Manche der Neuen wandern auf die weihnachtliche Unbedingt-wieder-backen-Liste, andere werden wohl ein einmaliges Backerlebnis bleiben.  

Die superleckeren Elisenlebkuchen und Pistazien-Kokos-Makronen zählen bereits seit einigen Jahren zu den Gehören-unbedingt-auf-den-Plätzchenteller-Favoriten, und von denen gibt´s jetzt das Rezept - falls hier noch irgendjemand leere Keksdosen hat und das ändern möchte.

 

Rezept für Elisenlebkuchen ohne Mehl:

 

5 Eier

220 g Zucker

150 g gemahlene Mandeln

150 g gemahlene Haselnüsse

200 g gehackte Mandeln 

100 g fein gehacktes Zitronat

100 g fein gehacktes Orangeat

etwas abgeriebene Zitronen- und Orangenschale

Gewürze: 1 TL gemahlene Nelken

                 2 TL Zimt

                 1/4 TL Kardamon

                 1/4 TL Piment

(oder ca. 4 TL Lebkuchengewürz)

eine Prise Salz

Back-Oblaten (die Kleinen)

Kuvertüre und Puderzucker zum Überziehen

 

Eier und Zucker lange schlagen, bis die Masse dickschaumig wird, dann alle restlichen Zutaten unterrühren, die Schüssel mit dem Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Mit nassen Händen aus dem klebrigen Teig kleine "Frikadellen" formen und auf die Oblaten drücken, bei 175° ca. 20 min backen, bis sie am Rand leicht braun werden, sie sind beim Herausnehmen noch ganz weich. Abkühlen lassen, dann wahlweise mit Kuvertüre oder Puderzuckerglasur (Puderzucker mit etwas Wasser glattrühren) überziehen. Supersaftig, und aromatisch. Wenn ich nur eine Sorte Weihnachtsplätzchen machen dürfte, es wären diese.

 

Und wenn es was mit Kokos sein soll, ist das hier mein Favorit:

 

Rezept für Pistazien-Kokos-Plätzchen:

 

150 g Pistazien (ungesalzen und gesalzen gemischt oder mit Mandeln gemischt)

140 g Puderzucker (+ 2 EL zum Wälzen)

100 g Kokosraspeln

1 Eiweiß

2 EL weiche Butter (50 g)

 

Die Pistazien mit dem Stabmixer/Blitzhacker schreddern, so dass sie zwischen gemahlen und gehackt sind. Alle Zutaten verkneten (ja, das ist eine weiche, klebrige Masse) 2 Stunden kalt stellen, mit feuchten Hände kleine Bällchen formen, in Puderzucker wälzen, etwas flachdrücken und auf Backpapier setzen, bei 185° O/U-Hitze ca. 8-12 min backen, so dass sie außen leicht Farbe annehmen, innen aber noch weich sind.

 

Wer noch nicht genug Zucker hat, wie wär´s mit gebrannten Mandeln

 

Dazu Papiersternschnippeleien nach diesen Vorlagen.

 

Und ein Lied.

 

Habt schöne Weihnachtstage!!

 

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Schokoladenkeksvergleichsbacken

Wenn ich im Stress bin, besonders viel zu tun habe, keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann stelle ich mich zum Runterkommen und Kopf sortieren gern in die Küche und backe oder koche. Gern auch nachts. Manchmal mit Mixer und Rührschüssel unter einer dicken Bettdecke hockend, um die Nachbarn nicht aufzuwecken. Backen zur Nervenberuhigung. Da gibt es kein Nachdenken mehr, einfach nur noch Tun, ein Schritt nach dem anderen, und am Ende hat man eine lecker riechende Küche und ein Ergebnis, das man aufessen kann, Schokokekse zum Beispiel beruhigen die Nerven ja bekanntlich ungemein.

 

Gestern war so ein Schokokekstag. Bei Micha habe ich zwei Rezepte gefunden, die ich schon seit Längerem ausprobieren wollte: die Sablés au chocolat et fleur de sel  (das Originalrezept stammt von Pierre Hermé, einem bekannten Pariser Konditor bzw. Pâtissier) oder die Schokokekse  (die fast nur aus Schokolade bestehen) nach dem Rezept von Daniel Humm. Nun ja, da ich mich nicht entscheiden konnte, gab es beide. Ist eh viel besser zum direkten Vergleichsessen. 

 

Nach dem Backen fiel mir die Entscheidung allerdings auch nicht leichter. Direkt aus dem Ofen hatten die Schokokekse noch die Nase vorn, zart und zerbrechlich schmelzen sie fast auf der Zunge, am zweiten Tag fand ich allerdings die Sablés feiner mit ihrer Kombination von dunkler Schokolade und Salzkristallen und ihrer Mürbheit. Die anderen Testesser waren sich ebenfalls uneinig. Die Sablés sind definitiv ungewöhnlicher, aber auch polarisierend, denn man muss die Kombination Schoko + Salz mögen, einer meiner Kollegen kam damit gar nicht klar und hätte den Bissen am liebsten wieder ausgespuckt, die anderen beiden fanden sie großartig. Da ich Schoko + Salz auch großartig finde, gebe ich hiermit den Sablés den ersten Platz und hier kommt das Rezept:

 

150 g sehr gute dunkle Schokolade (70%)

175 g Mehl

30 g Kakao

5 g  Natron

150 g weiche Butter

120 g Rohrzucker

50 g Puderzucker

5 g fleur de sel (das ist ca. ein leicht gehäufter Teelöffel, und das schmeckt man sehr deutlich, wer nicht                                sicher ist, kann etwas vorsichtiger dosieren)

Mark einer Vanilleschote

 

Die Schokolade auf einer Reibe oder mit einem Brotmesser fein zerkleinern. Mehl, Kakao und Natron vermischen und sieben. Die sehr weiche Butter mit dem Zucker, Puderzucker und Vanillemark schaumig aufschlagen, mit der geriebenen Schokolade und dem Salz vermischen, zuletzt die Mehl-Kakaomischung dazu geben und nur so viel wie nötig kneten (desto mürber werden die Kekse). Den Teig zur Rolle von ca. 4 cm Durchmesser formen (möglichst ohne Luftlöcher in der Teigrolle, der Teig ist etwas bröselig), dann in Klarsichtfolie gewickelt 2-3 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Nach dem Rausnehmen ein paar Minuten warten, bis der Teig sich ohne zu brechen schneiden lässt, in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit etwas Abstand auf ein Backblech mit Backpapier setzen, bei 170° Umluft ca. 10 - max. 12 min backen. Die Kekse sind heiß noch relativ weich und werden beim Auskühlen härter. Komplett ausgekühlt können sie in eine Blechdose, wo sie sich angeblich lange halten, das konnte ich aber nicht testen, sie sind schon alle.

Die hübschen bunten Blätter stammen vom letzten Herbstspaziergang, wurden gepresst und mit etwas Goldfarbe versehen, steht ihnen ganz gut und wird demnächst als Tischdeko verwendet, und Malen ist ja ebenfalls eine beruhigende Tätigkeit.


Mit ganz viel Geduld kann man aus Ahornblättern das hier basteln - zauberhaft! 


Und vor ziemlich genau 20 Jahren purzelte dieses schwarze Fellbündel in mein Leben. Auf dem Foto noch zarte 8 Wochen alt und später riesengroß, war er 11 Jahre mein treuer Begleiter. Ach Higgins, manchmal vermiss ich dich immer noch.


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Herbstgarten und Zwetschgenknödel

Ruhig war´s hier im Blog im Oktober. Ich muss gerade ziemlich viel arbeiten. Umso schöner, wenn dann am freien Tag das Wetter mitspielt und der Herbst nochmal seine schönsten Farben zeigt. Durchatmen. Herbstluft riechen, das Gesicht in die Sonne halten. Eine Runde durch den Garten gedreht, überraschenderweise noch Himbeeren gefunden, so verliebt in die abgeblühten Hortensienblüten gewesen, dass ich einen kleinen Kranz machen musste. Dafür einfach biegsame Zweige (bei mir Haselnussrute, Efeuranke und Goldrute) zusammenbinden und mit Blumendraht Gartenfundstücke befestigen. Diese hier sind auch hübsch (aber wer bitte bezahlt denn 138 $ für ein paar Zweige?).

 

Die Samen der Nachtkerze sind jetzt reif und lassen sich ganz leicht ausschütteln, sie besitzen einen hohen Anteil an Gamma-Linolensäure und Linolsäure und können z.B. zu Pulver gemörsert oder einfach so aufs Müsli gestreut werden. 

 

Dann gab es noch Freihandstick-Spielereien an der Nähmaschine und schönstes Seelenfutter aus den wohl letzten Zwetschgen der Saison - Zwetschenknödel, und zwar unbedingt aus Kartoffelteig statt aus Topfenteig, aber da gehen die Meinungen sicher auseinander.

 

Rezept für Zwetschgenknödel:


750 g Kartoffeln

230 - 250 g griffiges Mehl (gut ist z.B. Pasta-/Spätzlemehl)

1 Ei

eine Prise Salz

ca. 12 Zwetschgen

ebensoviel Stück Würfelzucker

100 g Butter, ca. 100 g Semmelbrösel, Zimtzucker

 

Die Kartoffeln mit Schale kochen, noch heiß pellen und durch die Kartoffelpresse drücken. Abkühlen lassen, mit Mehl, Ei und Salz zu einem glatten Teig verkneten, 10 - 20 min ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Zwetschgen entsteinen und statt Kern jeweils ein Stück Würfelzucker hineinlegen und einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig auf einem bemehlten Brett zur Rolle formen und in ca. 12 Scheiben schneiden, die Pflaumen mit dem Teig umhüllen und die Knödel im heißen Salzwasser ca. 8-10 min leicht sieden. Butter schmelzen und mit den Semmelbröseln goldbraun rösten. Fertige Knödel mit dem Schaumlöffel herausnehmen, die Bröselbutter darübergeben, dann noch Zucker+Zimt darüber streuen und genießen. 

 

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Hallo Herbst - Apfel-Quitten-Zwetschgen-Walnuss-Tarte

Apfel-Quitten-Zwetschgen-Walnuss-Tarte (develloppa)

Von den Ende September Geborenen heißt es ja, sie wären manchmal entscheidungsunfreudig, unentschlossen, wägen alles ab. Bei diesem Kuchen habe ich das anscheinend bestätigt, Apfel-Walnuss oder lieber Pflaumenkuchen oder doch was mit Quitten, die gerade so verlockend aussehen, hmmm, und so wurde aus dem Nichtentscheidenkönnen eine ziemlich köstliche Apfel-Quitten-Zwetschgen-Walnuss-Tarte. Vor ein paar Jahren noch wäre Schokokuchen meine erste Wahl gewesen, aber diese rustikalen Tartes mag ich immer lieber, einfach und gut, ohne schischi, die Zutaten eher nach Gefühl und nicht grammhaargenau wie z.B. bei den zickigen Macarons, wo schon Zugluft das Resultat verändern kann.


Rezept:

 

160 g Mehl

60 g gemahlene (Hasel)Nüsse

70 g Rohrzucker

100 g kalte Butter

1 Prise Salz

1 Bio-Ei

2 EL Apfel-Karamell-Marmelade (oder andere Marmelade nach Wahl)

2 Äpfel

1 Quitte (+ 1 TL Zitronensaft und 1 EL Zucker zum Dünsten der Quitte)

1 Handvoll Zwetschgen

1 Handvoll Walnüsse

1 EL Zucker zum Bestreuen

 

Die gemahlenen Nüsse in einer Pfanne leicht rösten, bis sie duften (aber nicht verbrennen, dann werden sie bitter), abkühlen lassen. Dann Mehl, gemahlene Nüsse, Zucker, Butter, Salz und Ei mit kühlen Fingern rasch zu einem Mürbeteig verkneten und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Die Quitte schälen, Kerngehäuse entfernen, vierteln, in Stücke schneiden und in etwas Wasser mit 1 TL Zitronensaft und 1 EL Zucker bissfest dünsten, dann abgießen. Die Äpfel ebenfalls schälen und in Stücke schneiden, Pflaumen entsteinen und vierteln. Den Teig auf bemehltem Backpapier ausrollen (größer als eine Springform), die Mitte mit einem Teller o.ä. markieren, so dass ein guter Rand zum Umklappen bleibt, die Mitte mit Marmelade bestreichen (ich hatte noch ein Glas Apfel-Karamel-Marmelade mit fleur de sel im Vorratsschrank, was natürlich hervorragend dazu passt, aber es geht auch andere Marmelade wie Aprikose oder Johannisbeer), dann mit den Früchten belegen, was nicht draufpasst, direkt aufessen, die Walnusshäften zwischen den Fingern zerdrücken und darüberbröseln, dann den Zucker darüberstreuen, den Rand vorsichtig Stück für Stück umklappen, alles schön fest drücken, für einen schönen Glanz kann man den Rand noch mit kalter Milch oder Sahne bepinseln. Die Tarte mit dem Backpapier auf ein Backblech ziehen und bei 190° Umluft ca. 30 - 40 min backen, wird der Rand zu schnell braun, die Temperatur etwas reduzieren. Man kann auf die fertige, noch heiße Tarte noch etwas Marmelade pinseln, das ist Geschmackssache, wie süß man das Ganze haben möchte. Und dann am allerbesten lauwarm essen, und noch besser mit Sahne oben drüber.

 Herbstzeit ist auch Pilzzeit. Und dieses Jahr scheint es eine Menge davon zu geben. Auf diese hübsche Fliegenpilzfamilie sind wir letzte Woche in Österreich gestoßen. Der Fliegenpilz ist wohl der bekannteste Pilz überhaupt, er ist aber bekanntermaßen kein Speisepilz, dafür gilt er als Glückssymbol und ich mag den Anblick der leuchtenden Rotkäppchen.

Fliegenpilzfamilie (develloppa)

Noch mehr freue ich mich aber über den Anblick dieses Exemplars: ein Bilderbuchsteinpilz, heute vor den Toren Hamburgs gefunden, und zwar richtig viele von seiner Sorte. Nee, die Stelle verrate ich nicht. Und meine Mutter scheint mit ihrer Theorie, Pilze braucht man eh nur bei zunehmendem Mond zu suchen, Recht zu haben, vor zwei Wochen war nämlich nichts zu finden.


Die Steinpilze gaben ein Dreierlei-Schlemmermahl, der Schönste wurde roh als Carpaccio serviert, ganz dünn in Scheiben geschnitten, mit ordentlich gutem Olivenöl, Meersalzflocken, Basilikumblattstreifen und Parmesanspänen bestreut, die zweite Variante mit Schinkenspeckstreifen gebraten, die dritte Variante in Olivenöl mit frischem Thymian gebraten, Salz, Pfeffer, hauchdünne Knoblauchscheibchen und etwas Zitronensaft dazu. Alle drei Varianten supergut. Fotos gibt es davon nicht, es war viel zu lecker, um vorher noch Zeit mit Fotografieren zu verbringen. Die Fundstelle ist auf jeden Fall gemerkt.

ein perfekter Steinpilz (develloppa)

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Bergluft macht hungrig

Die Alpen im September, so anders als im Frühjahr, und auch so schön. Die Farben ändern sich, die Almen sind abgegrast, empfindliche Kühle am Morgen und am Abend, der Geruch von Holzfeuer, tief hängende Wolken, allerletzte Blaubeeren, Pilze wo man hinschaut, und bei Föhn herrliche Weitsicht und bestes Wanderwetter.

 

Wir haben eine Woche bei einem Freund im Pitztal verbracht, hier steht auf 1200 m Höhe das Auszeithaus, das Franz in den nächsten Jahren von einer Bauruine zurück ins Leben holen wird, damit Menschen dann hier einen Perspektivwechsel erleben können. Es gab schöne Wanderungen, unberechenbares Wetter, einen heftigen Sturm mit umgeknickten Bäumen, eine Kälbchengeburt, handwerkliche Lernprozesse (ich habe Glas geschnitten und in alte Fenster eingesetzt), wir haben jeden Abend die Feuertonne angezündet und auf dem Campingkocher mit Blick auf die Berge ziemlich gut gekocht. 

 

Am letzten Tag wurde der alten Holzherd an den Schornstein angeschlossen und zum ersten Mal in Betrieb genommen, diesmal zwar nur für Kaffeewasser, aber beim nächsten Besuch werden Tiroler Schmankerln gekocht - Butternockerln, Kassupp´n, Krautkrapfen, Speckknödel, Schwammerlgulasch, Marillenknödel, Mohnstrudel, Apfelradln... ach, allein schon diese Namen.

 

Da ich ein Stück Graukäse hatte (einen traditionellen fettarmen Sauermilchkäse), gab es hier zum Warmwerden schonmal Kaspressknödel. 

 

Rezept:

 

1 Zwiebel

1 EL Butter

1 EL gehackte Petersilie

200 g Knödelbrot (in Würfel geschnitten)

200 - 250 ml Milch (lauwarm)

2 Eier (mit der Gabel verschlagen)

Salz, Pfeffer

2 mittelgroße Kartoffeln

70 g Bergkäse

100 g Graukäse (wer den nicht bekommt, ersetzt ihn durch einen Hartkäse)

1 EL Mehl

3 EL Öl

 

Die Zwiebel kleinschneiden und mit der Petersilie in der Butter langsam goldbraun braten. Knödelbrot mit der Milch, den Eiern, Salz, Pfeffer und den Zwiebeln vermengen, die gekochten Kartoffeln schälen und reiben, unter die Masse heben, dann den Käse zerbröseln/reiben und mit dem Mehl untermischen, am besten mit einer Gabel. Aus der Masse handflächengroße, daumendicke Pressknödel formen (geht am besten, wenn man die Hände in kaltes Wasser taucht) und im heißen Öl bei mittlerer Temperatur ca. 5 min auf jeder Seite ausbacken.

Man kann die Knödel, so sagen die Tiroler, "zu Wasser oder zu Land" verzehren, also entweder mit klarer Brühe oder mit Sauerkraut. Oder wie hier mit einem frischen Salat. 

 

Tirol, bis bald! Ich glaube, ich brauche dieses Buch.

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Farbenfroh.

Rote-Bete-Apfel-Suppe (develloppa)

Unser kleiner Apfelbaum hat hübsch anzuschauende mittelleckere rote Äpfel, meist mit Wurm, aber sie sind absolut nicht lagerfähig, und wenn man nun nicht dauernd Apfelkuchen oder Apfelmus machen möchte, müssen herzhafte Apfelrezepte her, zum Beispiel diese Suppe, sie bringt ordentlich Farbe auf den Teller und schmeckt heiß genauso gut wie kalt. 


Rote-Bete-Apfel-Suppe:

 

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

ein kleines Stück Ingwer

2 EL Öl

ca. 400 g Rote Bete (2 kleinere Knollen)

2 Äpfel

ca. 500 ml Gemüsebrühe

200ml trockener Weißwein (oder Apfelsaft)

Meerrettich 

 

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Rote Bete und Äpfel schälen, würfeln und in Öl andünsten. Mit Gemüsebrühe und Weißwein (bzw. Apfelsaft) aufgießen, köcheln, bis das Gemüse weich ist, pürieren, mit Salz und Pfeffer und vielleicht etwas Kümmel abschmecken, zum Servieren nach Belieben einen Klacks creme fraiche dazu geben, ich hab mich für Meerrettich entschieden, der toll dazu passt. Dazu gibt es in etwas Olivenöl geröstetes Brot. 

 

Der große Apfel auf dem Bild stammt übrigens von den Nachbarn und wiegt knapp 500 g. Wir erschrecken inzwischen nicht mehr, wenn es draußen rumst und poltert, denn dann war es sicher wieder so ein Riesenapfel, der gerade vom Baum gefallen ist.

 

Und wer auch noch Kapuzinerkresse im Garten oder Blumentopf hat, sollte dieses ungewöhnliche Kapuzinerkresse-Apfel-Mandel-Pesto ( Rezept von Hugh Fearnley-Whittingstall) probieren:

 

75 g geschälte und geröstete Mandeln

100 g Kapuzinerkresse und 1 Handvoll Blüten 

1 Apfel (geschält, ohne Kerngehäuse)

1 Knoblauchzehe

100 ml Olivenöl

100 ml Rapsöl

Zitronensaft

Salz

 

Alles fein hacken und pürieren, bis ein flüssiges grünes Pürree entsteht. Ich habe weniger Kapuzinerkresseblätter, dafür zusätzlich etwas Basilikum und weniger Öl genommen. 

 

Sowieso kann man bei  Pesto ja nach Lust und Laune und Vorratsschrank experimentieren. Neu für mich war, dass man von der Kapuzinerkresse nicht nur die Blüten, sondern alles benutzen kann. Sie hat einen typisch scharfen Geschmack, da sie dieselben aromatischen Verbindungen wie Senf hat und sie ist ziemlich gesund. Jetzt mag ich sie noch mehr mit ihren leuchtenden Blüten und kreisrunden Blättern, von denen das Wasser so schön abperlt. 


Da die Rezepte ganz pflanzlich daherkommen, sind sie ein Fall für den Tierfreitag.

 

Was sind denn eure liebsten herzhaften Apfelrezepte? 


Und auch auf dem Papier wurde es herbstfarbenfroh, ich habe die über 20 Jahre alten Aquarellfarben aus der Kiste geholt und ohne Ziel und Zweck gepinselt und mich am unberechenbaren Verlauf der Farben beim Aneinanderstupsen erfreut. Sollte man viel öfter machen. 

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Zeitfragen und ein Apfel-Mohn-Kuchen

So ein normaler Tag ist ja mehr oder weniger durchorganisiert, strukturiert, bestimmt von Terminen, Verabredungen, Verpflichtungen, Job, Einkaufen usw., man hat gar keine Zeit, nachzudenken, was man mit seiner Zeit denn nun Tolles anfängt.

 

Aber dann gibt es auch so völlig unverplante Tage, ich liebe und brauche das, um kreativ zu sein, einfach machen zu können, was mir in den Sinn kommt, so lange ich möchte, ohne auf die Uhr zu schauen. An so einem freien Tag schlafe ich nicht etwa aus, nein, ich stelle mir den Wecker extra früh, um möglichst viel von dem tollen freien Tag zu haben. Und dann sitze ich da mit meinem Kaffee und tausend Ideen im Kopf und kann mich kaum entscheiden, womit ich denn jetzt anfange, nähen, färben, malen ... alles, Hauptsache kreativ und mit den Händen. Und Rezepte ausprobieren, im Garten buddeln, und dann liegt da auch noch das 10kg-Paket Ton und den Kleiderschrank könnte man doch auch mal ....

 

Ich muss dann aufpassen, dass ich mich nicht verzettele, einen Fokus finde, mit irgendwas einfach mal anfange. Und dann vertief ich mich meist komplett in mein Tun und erschrecke irgendwann, wie spät es schon ist. Freie Tage gehen definitiv schneller rum als strukturierte.

 

Heute war so ein Tag, der Fokus lag irgendwann auf Stoffschnipsel sortieren und auf dem kompletten Boden verteilen, Patchwork- und Stickexperimenten. Gelernt: Sticken durch mehrere Lagen Stoff geht schwer und tut am Daumen weh und wenn man trotzdem weitermacht, hat man am Ende des Tages einen tauben Daumen. 

 

Unser kleiner Apfelbaum trägt sehr hübsch anzuschauende Äpfel, die aber allesamt einen Wurm beheimaten und die jetzt nach und nach runterplumpsen, also gab es heute auch noch einen Apfelkuchen. Auf die altbekannten Apfelrezepte hatte ich keine Lust, und bei Micha (natürlich) bin ich mal wieder fündig geworden, Apfel mit Mohn und Buttermilch, so fluffig, so saftig, so gut.

 

Das Rezept hab ich etwas runtergerechnet, so dass es für eine normale Springform (25 cm Durchm., 6 cm Höhe) passt:

 

600 g geschälte, grob gewürfelte Äpfel (mit 1 EL Zitronensaft beträufeln)

200 g weiche Butter

170 g Rohrzucker

1 P. Vanillezucker    

4 Eier

320 g Mehl (hier: 220 g Weizen-, 100 g Buchweizenmehl)

1/2 TL Zimt

Prise Salz

2 TL Backpulver

200 ml Buttermilch

für die Mohnmischung:

125 g Mohn

100 ml Milch

20 g Butter

50 g Zucker

für den Guss: 100 g Puderzucker und etwas Zitronensaft

 

Für die Mohnmischung den Mohn quetschen oder mahlen (geht gut mit einer alten Kaffeemühle), die Milch mit Butter und Zucker heiß werden lassen, den Mohn dazugeben und quellen lassen, wer mag, kann einen Schuss Rum oder Rosinen oder gehackte Mandeln dazu geben. Eine Packung Mohnback geht natürlich auch, ich bin aber kein Freund von Fertigzeug.

Für den Teig weiche Butter und Zucker mit dem Mixer schaumig schlagen, dann nach und nach die Eier dazu rühren, dann die abgekühlte Mohnmasse, zuletzt die Buttermilch und das mit Zimt, Salz und Backpulver vermischte Mehl unterrühren (wenn das Mehl drin ist, nicht mehr so lange rühren). Zuletzt die Apfelstücke unterrühren, den Teig in die gefettete Springform gießen, bei 160° Umluft ca. 75-85 min backen (Stäbchenprobe), wenn der Kuchen oben zu braun wird, mit Alufolie abdecken. 

Nach dem Abkühlen einen Guss aus Puderzucker und Zitronensaft auf den Kuchen geben, schmeckt frisch und auch noch nach 3 Tagen.


"Write it. Shoot it. Publish it. Crochet it, saute it, whatever. MAKE." (Joss Whedon)


Schönen Sonntag. 


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Rote-Bete-Liebe

Viele verbinden Rote Bete ja mit süß-sauer eingelegt oder irgendwie muffig und langweilig. Aber das stimmt nicht, sie kann so lecker sein und allein diese Farbe ist der Hammer und super gesund ist sie auch noch. 

Am besten sind natürlich die jungen, frischen Knollen, süß und erdig, gern zu wilden Rohkostmischungen geraspelt, und auch die Blätter kann man z.B. wie Mangold verwenden.

 

Für meinen liebsten Salat, mit dem ich auch schon Rote-Bete-Hasser rumkriegen konnte, benötigt man allerdings gegarte Knollen, aber ich nehme nur im Notfall die eingeschweißten vorgegarten Kugeln, der Aufwand ist gar nicht so groß und lohnt sich, sowohl geschmacklich als auch optisch. Die rohen Knollen ungeschält in Salzwasser kochen, auch nicht an der Wurzel abschneiden, sonst bluten sie aus und werden hell und fad, es dauert je nach Größe ca. eine Stunde, bis sie weich sind. Abtropfen lassen und unter kaltem Wasser etwas abkühlen, dann kann man die Haut einfach ablösen, Strunk und Wurzel abschneiden. Wer Angst vor roten Händen hat, sollte Gummihandschuhe benutzen. 

Die Rote-Bete-Kugeln in Stücke schneiden und mit einem Dressing aus ordentlich Zitronensaft, Olivenöl, Pfeffer, Salz und wenig Honig vermischen, weichen Schafskäse dazu bröckeln und unterheben, leicht geröstete Walnusskerne drüber streuen, über die irre Farbe staunen. 

 

Noch mehr Anregungen? Bitteschön:


Das hier ist mein Lieblingsrezept für  Rote-Bete-Hummus (klar, ist ja auch von Hugh Fearnley Whittingstall), so schnell gemacht, so lecker, auf Partys wird IMMER nach dem Rezept gefragt.

 

Rote Bete versteckt sich auch in diesem Schokokuchen.

 

Dieses Rote-Beete-Eis sieht fantastisch aus. 

 

Und in Klassikern wie Borschtsch oder Labskaus darf Rote Bete sowieso nicht fehlen.

Natürlich war die Versuchung groß, in dem tiefroten Kochwasser noch einen Stofffärbeversuch zu machen. Aber es funktioniert nicht. Egal wie lange man Stoff in Rote-Bete-Wasser oder -saft einlegt oder kocht, Essig oder Salz dazu gibt, nach dem Auswaschen des Stoffes bleibt ein helles bräunlich-rosa übrig. Nachdem ich neuerdings dieses Buch besitze, weiß ich, dass für die meisten Färbevorgänge mit Pflanzen der Stoff vorher stundenlang gebeizt werden muss, beispielsweise mit Alaun oder Aluminiumsulfat, das klingt nun eher nicht so reizvoll.

 

Um doch noch zu einer Rote-Bete-Tasche zu kommen, habe ich den Stoff etwas mit grüner und pinker Stofffarbe besprenkelt (Zahnbürstenspritztechnik) und mit Roten Beten (aus Softcutplatten geschnitten) bedruckt. Meine Obst- und Gemüseeinkaufsbeutelkollektion wächst und es macht mir gute Laune, damit einzukaufen. 

Wenn man das mit dem Stempeln gut drauf hat, sieht das so aus, oh ich mag einfach alles, was mirdinara macht, und der Satz "Well, my fingers are sore, but my soul is pleased" - wie gut ich das kenne... 


Die Tasche wandert rüber zum creadienstag, die Fotos wurden im Regen gemacht. 


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Überlast am Johannisbeerstrauch - eine Johannisbeertarte schafft nur wenig Abhilfe

kleine Johannisbeertarte (develloppa)

Der Johannisbeerstrauch hängt so voll, dass sich die Äste biegen. Mit Wegnaschen kommt man da nicht gegen an. Also wurde gebacken, um ihn etwas zu erleichtern. Zwar brauchte ich für diese Tarte nun nicht gerade viele Beeren, aber dafür war sie superlecker. Das Rezept für den Teig habe ich mal wieder bei Micha gefunden und mir das dann passend gebastelt.


240 g Mehl,  125 g kalte Butter, 80 g Puderzucker, 75 g Creme fraiche, eine Prise Salz und evtl. 1 EL kaltes Wasser zügig zu einem glatten Teig verkneten und in Folie gewickelt mindestens eine Stunde kühlen. 

Gewaschene Johannisbeeren (ich habe nicht nachgewogen, einfach so viele, wie gut raufpassen) mit ca. 3 EL Zucker vermischen, der Süßegrad ist wie immer Geschmackssache. Den gekühlten Teig auf bemehltem Backpapier ca. 0,5 cm dick ausrollen, in der Mitte (man kann den Mittelkreis mithilfe einer Tarteform  markieren oder das einfach Pi mal Daumen machen) 3 Esslöffel gemahlene Mandeln verteilen, damit die Beeren nicht durchsapschen, Beeren darauf verteilen, ich habe noch Kokoschips darüber verteilt, Mandelblättchen sind auch gut, dann den Rand Stück für Stück umklappen und schön andrücken. Der Rand sollte eigentlich noch mit etwas Sahne bepinselt werden, hatte ich aber nicht, etwas creme fraiche mit Wasser tat es auch...

Das Backpapier vorsichtig auf ein Blech ziehen und in den auf 190° vorgeheizten Backofen schieben, ca. 30-35 min backen, die letzten 10 min evtl. die Temperatur auf 180° reduzieren oder abdecken (je nach Bräunungsgrad).


Diese Tarte schmeckt am allerbesten lauwarm.

Ich habe das Rezept übrigens heute halbiert, weil es sonst zu viel gewesen wäre, das hat gut funktioniert und das kann man locker zu zweit schaffen, oder als Dessert mit Sahne oder Vanilleeis serviert ist es für 4 Portionen eine gute Größe.


Mit dieser kleinen Tarte war dem Johannisbeerstrauch ja noch nicht geholfen, also gab es noch einen Schwung Johannisbeergelee, das braucht man ja immer, spätestens für Weihnachtskeksfüllung oder Linzertorte. Ich habe das Gelee zum ersten Mal ohne Gelierzucker gemacht, das geht sehr gut bei Johannisbeeren, da sie viel Pektin enthalten. Johannisbeeren (bei mir waren es gut 2 kg, die Menge ist hier aber noch egal) waschen und abribbeln, ihr kennt ja wahrscheinlich alle den Gabeltrick. Mit wenig Wasser in einen Topf geben (die Beeren geben viel Saft ab, wenn sie platzen), aufkochen, mit dem Kartoffelstampfer etwas durchmatschen, abkühlen lassen, dann durch ein stabiles Sieb geben, die entstandene Flüssigkeit abwiegen, das waren bei mir 1,2 Liter, nun genau dieselbe Menge Zucker dazu geben (also 1,2 kg), noch den Saft einer Zitrone, unter Rühren ca. 10-15 min kochen lassen, Gelierprobe machen, in blitzsaubere Gläser füllen.

 

Und dann gab es heute noch eine Menge kleine Johannisbeeren auf Stoff, dazu morgen mehr.


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Salbeisirup und neue Täschchen

Salbei-Blatt-Bäumchen (develloppa)

Endlich habe ich eine neue Verwendungsmöglichkeit für unseren Salbei. Bis jetzt hatten die weichen bitter-aromatischen Blätter lediglich zwei große Einsatzgebiete, nämlich entweder getrocknet für Salbeitee, sehr hilfreich bei Halsschmerzen und Entzündungen im Mund, schmeckt aber scheußlich, oder sehr langsam in viel Butter gebraten, bis die Blätter knusprig sind, himmlisch lecker zu Gnocchi oder Nudeln.

Damit kam ich aber nicht gegen die zwei wuchernden Pflanzen an, die hier seit Jahren standhaft jeden Winter überleben und schon mal zweigeweise in der Vase landen, weil sie über dem klitzekleinen Rosmarin hängen.

 

Aber jetzt gibt es Salbeisirup. Und der ist sowas von lecker - vorausgesetzt natürlich man mag das Salbeiaroma. So geht´s:


80 - 100 g Salbeiblätter

500 ml Wasser

ca. 300 g Zucker

eine Bio-Zitrone in Scheiben geschnitten und den Saft einer zweiten Zitrone


Alles zusammen in einen Topf geben und einmal aufkochen lassen, dann den Herd ausstellen ca. eine Stunde durchziehen lassen, alles durch ein Sieb gießen und die Flüssigkeit nochmal 10-20 min mit offenem Deckel köcheln, bis die Konsistenz leicht sirupartig wird. In eine saubere, heiß ausgespülte Flasche geben (bei mir kamen ca. 300 ml Sirup heraus), Deckel zuschrauben, hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen. Mit Mineralwasser oder Sekt oder Getränken eurer Wahl eiskalt aufgießen, nach Belieben Eiswürfel, Zitronenscheibe und Cocktailschirmchen dazu und den Sommer im Glas genießen.

 

Was macht ihr denn so mit Salbei?

 

Da der Estragon ebenfalls ein riesiger mehrjähriger Busch ist, wird hier demnächst wohl auch ein anis-lakritziger Estragonsirup im Topf landen. Yummie.


neue Täschchen - handmade by develloppa

Aus den Stoffen, die ich letzte Woche gefärbt, bedruckt und bemalt habe, sind ein paar Täschchen entstanden, jeweils kombiniert mit Jeansstoff, der mal zu einer Hose gehört hat.

Und vielleicht schaffe ich es ja demnächst auch mal, sie in den Shop einzustellen, eine ungeliebte Tätigkeit, die ich so gerne aufschiebe...

die Täschchen wandern zum creadienstag


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nochmal Rhabarber

Rhabarber (develloppa)

Eine alte Bauernregel sagt, dass Rhabarber nur bis zum 24. Juni geerntet werden soll. Das hat einerseits gärtnerische Gründe, denn Ende Juni beginnt beim Rhabarber ein zweiter Wachstumsschub (auch als "Johannistrieb" bezeichnet) und die Pflanze braucht diese Stangen, um Kräfte und Reserven fürs nächste Jahr zu sammeln. Ein weiterer Grund ist die im Rhabarber enthaltene Oxalsäure, je später man erntet, desto höher wird der Oxalsäuregehalt. Dafür ist Rhabarber reich an Mineralien, vor allem Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen, also schnell noch mal ein paar Stangen schnappen und verarbeiten, z.B. zu Rhabarber-Baiser-Kuchen.

 

Das Rezept:

210 g Mehl

120 g kalte Butter

50 g Zucker

2 Eigelb

1 Prise Salz  

3 EL gemahlene Mandeln oder Semmelbrösel

750 g Rhabarber (+ 2 EL Zucker nach Wunsch)

2 Eiweiß

100 g feiner oder Puderzucker

 

Mehl, Butter, Zucker, Eigelb und Salz und 2-3 EL kaltes Wasser zu einem glatten festen Teig verkneten, in eine gefettete Springform drücken und ca. 30 min kalt stellen. In der Zwischenzeit Rhabarber waschen, putzen und in Stücke schneiden. Auf den gekühlten Boden erst die Mandeln bzw. Semmelbrösel geben, dann die Rhabarberstücke, nach Belieben mit etwas Zucker vermischt. Bei 180° Umluft ca. 30-40 min backen. In der Zwischenzeit die 2 Eiweiß steif schlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen. Die Baisermasse auf dem heißen Kuchen verteilen, Backofenhitze auf 210° erhöhen und ca. 5 - 10 min weiter backen, bis sich die Spitzen hellbraun färben.

Am allerbesten noch lauwarm essen.


Und aus den allerletzten Stangen vielleicht noch schnell ein paar Gläser Erdbeer-Rhabarber-Kontitüre?

Oder wie wär´s mit Mr. Slaters im Ofen geschmorten Rhabarber mit Blutorange und Vanille?

Oder etwas experimenteller - Rhabarber-Tomaten-Ketchup?


Während der Kuchen buk, sind diese hübschen Schlüsselanhänger entstanden. Dazu habe ich große Holzperlen mit bereits ewig rumstehendem Nagellack bemalt, ich krieg die Fläschchen ja nie alle... Schlüsselring und Lederbändchen dazu, voilá. Leider ist diese hübsche Idee nicht von mir, sondern von hier, beim Stöbern auf Pinterest entdeckt und jetzt nachgebastelt. Und damit ein Fall für Evas "machen, nicht pinnen". 


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Thymian-Shortbread mit Mandeln

"Shortbread ist ein krümeliges, buttriges Gebäck, das einen vielleicht für den Moment vergessen lässt, dass man auf die entscheidenden Fragen im Leben keine Antwort bekommt", sagt Elisabeth Raether. Klar, dass ich diese Kekse sofort nachbacken musste, vor allem, wenn sie wie hier mit Thymian, Parmesan und Mandeln daherkommen. Ich habe ja schon so einiges an Kräuter-Käse-Keksen ausprobiert, diese hier sind ab sofort ganz weit vorn auf der Beliebtheitsskala, vor allem die knackigen Mandeln machen sich sensationell gut. Die Kekse haben nur einen Abend gehalten, absolute Suchtgefahr!

 

Rezept (ganz leicht abgewandelt):

60 g Mandeln

100 g kalte Butter

40 g Parmesan

1 EL Thymian

125 g Mehl (bei mir halb Weizen/halb Dinkel)

1 Prise Salz

1 TL Honig

grobes Meersalz zum Bestreuen

 

Die Mandeln in einer Pfanne leicht rösten und grob hacken. Mehl, Parmesan, Thymian, kalte Butter (gewürfelt), Salz und Honig und die abgekühlten Mandeln vermischen und (mit möglichst kühlen) Fingern rasch zu einem Teig verarbeiten, nicht zu lange kneten. Den Teig auf einem bemehlten Backpapier ca. 0,5 cm dick ausrollen, mit etwas Meersalz bestreuen und in Rauten schneiden (ja, man kann auch hübsche Kreise ausstechen, aber mir ist das zu tüddelig, die Ungeduld und so...) das Backpapier auf ein Backblech ziehen und 15 - 20 min bei 150° Umluft backen. Noch warm schonmal die Ersten probieren... 

 

Wollt ihr mal sehen, wie es aussieht, wenn zwei Seeadler richtig Spaß in der Luft haben? So schön.

Wie übrigens alle Folgen dieser Reihe sehr sehenswert sind.

 

Im Moment schauen überall im Garten die filigranen, nickenden Blüten der Akelei hervor, so zart auf ihren langen Stengeln und in den verschiedensten Farbabstufungen. Leider kann man sie für kulinarische Küchenexperimente nicht benutzen, aber dafür sind sie wunderschön. Aber so sehr ich sie mag, sie breiten sich von selbst ziemlich doll aus, besonders im Kräuterbeet, deshalb werden die Blüten hier demnächst abgeschnitten, bevor die Samenkapseln aufplatzen. 

Akelei (develloppa)

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Tellerrand #3 - mit Wunderknete, Schnittlauchblütenbutter und ´nem ganzschön alten Song

Heute gibt´s mal wieder ein paar schöne, interessante oder inspirierende Dinge, woanders entdeckt und lose zusammengewürfelt.

 

"Reparieren ist eine Einheit von mechanischem Arbeiten, analytischem Denken und emotionalem Glückserlebnis, wenn die Reparatur gelingt." (sagt Wolfgang Heckl, Autor des Buches "Die Kultur der Reparatur")

 

Das uralte Konzept, kaputte Dinge zu reparieren, spart Geld, ist nachhaltig und verbindet uns mit unseren Dingen. Aber Reparieren ist längst kein Ausdruck mehr von Armut oder Geiz, sondern stellt das herrschende Wegwerfdenken infrage, es geht um Müllvermeidung, und in den immer mehr entstehenden Repair-Cafés auch um den Gemeinschaftsaspekt, denn geschraubt wird zusammen, mit Leuten, die Ahnung und Werkzeug haben.


Ich macgyver da mal was - ein oft gehörter Satz in unserem Haushalt, der Freund ist Meister im Macgyvern, also der Fähigkeit, aus allen möglichen gerade verfügbaren Gegenständen und Werkstoffen etwas Hilfreiches herzustellen. Womit wir zur Wunderknete kommen. Das Zeug heißt Sugru und ist ein Silikonmaterial, das im Ausgangszustand 30 min wie Knetmasse verarbeitet werden kann und dann innerhalb von 24 Stunden aushärtet, dabei formstabil und trotzdem elastisch ist, man kann damit Formen, Abdichten, Isolieren, Abpolstern, also macgyvern ohne Ende. Schon allein die Slogans wie "hack things better" oder "the future needs fixing" mag ich, und den ansteckenden Enthusiasmus von Sugru-Erfinderin und Product-Designerin Jane Ni Dhulchaointigh ("you don´t need to be an expert, learn it.") mag ich noch mehr. 

 

Und dann mag ich Doros Zeichnungen. Einfach jede ihrer kleinen feinen Zeichnungen mit Köpfchen und Witz macht mir gute Laune, heute hat sie bei Indre ein paar Fragen beantwortet.


Und ich brauche sofort Maiwipfel, zarte grüne Tannenspitzen, nämlich hierfür, da die allerdings in Hamburg nicht mal eben so zu pflücken sind und es ja auch schon Juni ist, wird das wohl aufs nächste Frühjahr verschoben.

 

Dieser Song ist heute 50 Jahre alt. 

Derselbe Song klingt so, wenn er von Björk und PJ Harvey performt wird. Großartig.

 

Wer´s noch nicht wusste: Schnittlauchblüten kann man essen und Schnittlauchblütenbrot ist noch leckerer ist als Schnittlauchbrot und sieht schön aus und gesund ist das Ganze auch noch.

 

Ich hoffe, ihr seid gut in den Juni gestartet, und hey Juni, zeig uns bitte ganz viel Sommer, ja?



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Sonntagssüß - fluffige Rhabarbermuffins mit Zimtzuckerkruste

Ich brauch´ ihn nicht das ganze Jahr, so dicke sind wir nicht, der Rhabarber und ich. Aber im Mai und Juni, wenn er Saison hat, freue ich mich über die roten Stangen (die übrigens ein Gemüse sind und kein Obst, wie man annehmen könnte) und trage sie nach Hause, um dann Kuchen, Kompott oder Sirup aus ihnen zu machen.  Denn roh essen, in Zucker gestippt, als Kind gerne gemacht, boah nee, das geht nicht mehr. 

 

Jedes Jahr mindestens einmal gemacht werden diese traumhaft süß-sauren Rhabarbermuffins. Sonst eher kein großer Muffin-Fan, gehören diese hier zum Standard-Rhabarber-Backrepertoire, aus dem Handgelenk geschüttelt sozusagen. Sehr fluffig, super schnell gemacht, man braucht nicht mal einen Mixer, 2 - 3 Stangen Rhabarber reichen aus, und die Säure der Rhabarberstückchen in Kombination mit der Zimt-Zucker-Kruste - einfach gut.

Rezept: 

 

150 g brauner Zucker

80 ml neutrales Pflanzenöl

1 Ei

1 Päckchen Vanillezucker

250 g Joghurt oder Buttermilch

250 g Rhabarber (ca. 2-3 Stangen)

70 g Haselnüsse oder Walnüsse

300 g Mehl

1/2 TL Natron

1 TL Backpulver

1/2 TL Salz

 

Guss:

1 EL zerlassene Butter

50 g brauner Zucker

1 TL Zimtpulver

 

Zucker, Öl, Ei, Vanillezucker und Joghurt bzw. Buttermilch in einer Schüssel gut verrühren, das ist sehr flüssig und geht am besten mit einem Schneebesen.

 

Den Rhabarber putzen, waschen und in kleine Stücke schneiden (ca. 1 cm Länge). Die Nüsse grob hacken, Nüsse und Rhabarber unter die flüssige Mischung geben.

 

In einer zweiten Schüssel Mehl, Natron, Backpulver und Salz vermischen und nach und nach unter die Fruchtmischung rühren, ebenfalls mit dem Schneebesen oder einem Holzlöffel.  Hier ist wichtig, nicht zu doll und zu lange zu rühren, sonst wird der Teig zäh und später nicht fluffig!

 

Ein Muffinblech fetten, die Mulden maximal 2/3 hoch mit dem Teig füllen (bei einer 12er Form bleibt bei mir immer etwas Teig übrig, den ich in zwei kleinen Tassen backe, wenn man die Mulden zu voll macht und beim Backen die "Häubchen" zu sehr über den Rand gehen, bekommt man die Muffins schlecht aus der Form).

 

Für den Guss die zerlassene Butter mit dem Zucker und dem Zimt mischen und auf dem Teig verteilen.


Im vorgeheizten Backofen (200° oder 180°Umluft) ca. 25 - 30 min backen. Nach dem Backen etwas abkühlen lassen, dann aus den Mulden nehmen und genießen. Lauwarm sind sie besonders lecker, halten sich aber auch einige Tage.

  

Seit 3 Jahren gibt es eine Rhabarberpflanze im Garten, im ersten Jahr mit bleistiftdünnen Stängelchen, im zweiten ist sie gar nicht aufgetaucht und ich hatte sie bereits abgeschrieben, der Standort ist auch schwierig, ist sie nun erstaunlicherweise wieder aufgetaucht und kann wohl bald sehr vorsichtig beerntet werden.

Die rosa Blüten gehören übrigens zum Apfelbaum, nicht zum Rhabarber, sie sehen gerade so schön aus.


Bei Micha gibt es heute Rhabarber-Johannisbeertarte mit Haselnussbaiser, oder wie wär´s mit diesem Eis? Süßen Sonntag!

 


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Amarettini 

Diese harten, süßen, kleinen Amarettini, die auswärts oft neben der Kaffeetasse liegen, werden von mir ja meist liegen gelassen. Nicht lecker. Was man von diesen hier nicht behaupten kann. Sehr mandelig, nicht so süß, außen knusprig, aber innen weich und leicht klebrig... noch lauwarm wurde hier fast die Hälfte weggenascht. Und ein Blech davon ist ruckzuck gemacht. Das Rezept habe ich mal wieder bei Micha gefunden, eigentlich auf der Suche nach was ganz anderem, und zack, gesehen, Speichelfluss und sofortiger Nachbackzwang.

 

Wer seine Amarettini lieber knusprig und luftig mag, sollte eher klassische Rezepte verwenden, dabei wird das Eiweiß zu sehr festem Schnee geschlagen und die Mandelkekse werden länger im Ofen getrocknet.

 

Die Weichen haben übrigens einen eigenen Namen: Amarettini morbidi.

Rezept:

 

115 g gemahlene geschälte Mandeln

115 g gemahlene ungeschälte Mandeln (man kann sich die Mühe machen und selbst mahlen oder schon gemahlen kaufen, aber je frischer, desto aromatischer und feuchter)

120 g Rohrzucker, zu Puderzucker gemahlen, das hat mit unserer alten Krups-Kaffeemühle hervorragend geklappt, oder einfach Puderzucker benutzen

2 Eiweiß (M)

1/2 TL Bittermandelaroma

1 EL Amaretto (ich hab Rum genommen)

1 Prise Salz

 

Die Eiweiße mit der Gabel ordentlich verschlagen, dann mit den restlichen Zutaten vermengen, ebenfalls mit der Gabel, der Teig ist sehr klebrig. Ca. eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.

Dann mithilfe eines Teelöffels kleine Portionen abstechen und kleine Bällchen formen (knapp walnussgroß). Gegen das Kleben hilft, eine Schüssel kaltes Wasser daneben zu stellen und die Hände immer mal wieder feucht zu machen.

Die Kugeln mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, ganz leicht platt drücken, und im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft ca. 16 - 18 min backen, bis die Ränder leicht braun werden, die Kekse sind heiß noch weich und werden erst beim Abkühlen hart. Sie halten in einer Blechdose ca. zwei Wochen.

 

Klein, lecker, schnell gemacht, zum Kaffee, für Gäste, als Mitbringsel, für sich selber - auf jeden Fall absolute Nachbackempfehlung. Und dieser Duft in der Küche! 


Man kann einen Teil der Mandeln übrigens auch durch andere Nüsse ersetzen, gemahlene Pistazien  zum Beispiel kann ich mir darin sehr gut vorstellen. 

 

Ich glaube, ich bin spät dran mit Tomaten, aber jetzt gucken sie zumindest schon mal aus der Erde! Ein paar Samen vom letzten Jahr wurden aufgehoben, allein dass das funktioniert hat, ist eine Freude. Mal schauen, ob aus ihnen auch solche 2m-Büsche werden wie aus ihren Eltern...


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Samstagskaffee - mit sehr wenig nach Thymian schmeckenden aber trotzdem sehr leckeren Nussecken

Mit Nüssen kriegt man mich immer. Dann noch Aprikosenmarmelade und Schokolade dazu, da kann geschmacklich nicht mehr viel schief gehen. Das Rezept habe ich von hier, ich hab´s nur ein klein wenig geändert - etwas weniger Zucker, dafür zusätzlich eine Prise Salz (gehört für mich immer in Süßes), zum Aufpeppen etwas Thymian. Nussig-knusprig-fruchtig-superlecker, und dringend benötigte Energiezufuhr nach stundenlangen Hundespaziergängen. Ferienhund Fanny ist nur noch heute bei uns, ich werde sie vermissen, man kann sich ja schnell an ein Tier im Haus gewöhnen. Kein Hund mehr heißt aber auch wieder mehr Zeit für andere Sachen zu haben, z.B. nähen (würde mich nicht wundern, wenn nächste Woche irgendwas "Hundiges" dabei raus kommt), ins Museum gehen, im Garten buddeln, den Klamottenschrank ausmisten, überhaupt frühjahrsputzmäßig mal so einiges entrümpeln... oder einfach Kaffee trinken. Aus der neuen selbstbemalten Vogelschwarmtasse.

 

Rezept (für ein Blech Nussecken):

 

300 g Mehl (ich hab Weizen und Dinkel gemischt)

100 g Zucker

120 g kalte Butter

2 Eier

1 Vanillezucker

1 TL Backpulver

1 Prise Salz

 

Belag:

200 g Butter

200 g brauner Zucker

5 EL Wasser

200 g gemahlene Haselnüsse

400 g gehackte Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln - je nach Geschmack)

 

Aprikosenmarmelade (ca. 3 EL)

wer sich traut, ein paar frische Thymianblättchen (ca. 1 EL)

200 g Zartbitterkuvertüre

 

Alle Teigzutaten zügig zu einem Teig verkneten und ca. 30 min kalt stellen.

 

Für den Belag Butter und Zucker in einem Topf schmelzen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, aber nicht kochen. Die gemahlenen und die gehackten Nüsse dazu geben und gut verrühren. Abkühlen lassen. Nicht zuviel davon naschen, das ist nämlich schon ziemlich lecker.

 

Den Teig dünn auf ein gefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Blech rollen, mit der Aprikosenmarmelade bestreichen, mit den Thymianblättchen bestreuen, dann die Nussmasse darüber streichen. 

 

Bei 180° ca. 25 - 30 min backen. Nach dem vollständigen Auskühlen in Dreiecke oder Würfel schneiden (wenn man das wie ich noch lauwarm macht, ist es bröselig), dann die Ecken in geschmolzene Kuvertüre tauchen (ebenfalls ganzschön bröselig) oder einfach über die Nussecken träufeln.

 

Falls die Nussecken nicht sofort aufgegessen werden, halten sie sich in einer Blechdose ein bis zwei Wochen und werden sogar jeden Tag besser.

 

Den Thymian merkt man nicht besonders, vermutlich ist mein Thymian im Winter nicht besonders aromatisch. Aber ich mag ungewöhnliche (und vielleicht erstmal ungewohnte) Geschmackskombinationen, fruchtig und herzhaft, süß und salzig, Aprikosen+Thymian, Kirschen+Rosmarin, Erdbeeren+Basilikum, Pfirsiche+Koriander, Kaffee mit etwas Kardamon, Schokolade oder Vanilleeis mit etwas fleur de sel, Birnen und Blauschimmelkäse (dieses Eis würde ich sicher mögen), Vanille und Lauch, bacon mit Honig, Hackfleisch mit Zimt (Filmtipp: Zimt und Koriander)... und immer wieder was Neues ausprobieren.

 

Und was sind eure ungewöhnlichen Geschmackskombinationen?

 

Ein schönes Wochenende, ich schau gleich mal zu Ninjas Samstagskaffee rüber.

 


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Weckruf im Glas - Bitterorangenmarmelade

Pomeranzen für köstliche Bitterorangenmarmelade / develloppa

"Marmelade aus bitteren Orangen zu machen, gehört zu den vergnüglichsten Kocharbeiten überhaupt. Es ist nichts für diejenigen, die nur wegen des Endproduktes kochen. Wenn Sie das Orangenschälen, das sorgfältige Schneiden der Haut in feine Streifen und das ständige Überprüfen Ihrer Fortschritte auf dem Herd als Mühe empfinden, sollten Sie es sein lassen... Orangenmarmelade ist eine Küchenarbeit zum Schwelgen - man sollte jeden bittersüßen Spritzer aus der Schale einatmen, das Prickeln der Fruchtöle auf der Haut genießen und das Haus mit dem Duft von Orangennektar erfüllen." (Nigel Slater)

 

Nun ja, ganz so enthusiastisch wie Nigel Slater bin ich nicht, Orangenmarmelade kochen macht viel Arbeit, es gehört schon ein Portion Küchennerd dazu, und am Ende zählt für mich dann doch das Endprodukt, aber bei keiner anderen Marmelade ist die Freude über die fertigen goldglänzenden Gläser in der Vorratskammer so groß wie bei dieser. Und dieser Geruch beim Kochen ist definitiv ein wirksames Mittel gegen Winterdepressionen. 

 

Bitterorangen (auch Pomeranzen oder Sevilla-Orangen genannt) haben von Natur aus einen hohen Pektingehalt, eine aromatische bittere Schale und saures Fruchtfleisch, sie wachsen hauptsächlich in Portugal und im spanischen Sevilla, und man macht aus ihnen die echte englische Marmelade und aus ihren Schalen Orangenlikör, Orangeat und Bitterorangenöl.

Bitterorangen haben eine kurze Saison und sind bei uns im Handel nur im Januar/Februar, manchmal bis Mitte März zu finden. Mein Gemüsehändler (die will doch keiner haben!) hat sie mir extra vom Großmarkt mitgebracht, Mindestabnahme 2 Kilogramm. 

 

geschälte Pomeranzen für Bitterorangenmarmelade / develloppa

Es gibt verwirrend viele verschiedene Rezepte, manche kochen die Orangen zuerst und zerschneiden sie dann, manche schneiden die komplette Frucht in Scheiben, manche benutzen den weißen Teil der Schale, andere entfernen ihn pingelig, manche pürieren das Ganze, oder nehmen ein paar süße Orangen dazu oder Zitronen... Letztendlich ist es ein Frage des Geschmacks. Dazu noch mal Mr. Slater: "Ich mag es, wenn meine Orangenmarmelade in der Morgensonne glänzt. Eine juwelenbunt strahlende Mixtur, gerade so fest, dass die dünnen Schalenfäden darin zittern, aber nicht auf den Ärmel meines Morgenmantels tropfen... Sie ist ein Weckruf im Glas." 


Genau so mag ich das auch, und trotzdem habe ich nicht das Rezept  von Nigel Slater benutzt, sondern einen Mix aus verschiedenen Rezepten, mit mehr Bitterorangen und weniger Wasser als in vielen Rezepten, und für mich hat sie genau das richtige Verhältnis von leicht bitter und süß, nicht zu fest, sehr feine Schalenstückchen, superfruchtig, goldfarben... Aber genug geschwärmt, hier ist das Rezept:

 

Man benötigt:

 

2 kg Pomeranzen 

Saft von ca. 6 Orangen (so dass Orangensaft + Pomeranzensaft  1 l ergibt)

Saft einer Zitrone

1 - 1,5 kg Zucker (die genaue Menge ergibt sich später nach dem Reduzieren der Flüssigkeit)

1 l Wasser

 

Zuerst die Pomeranzen gründlich abwaschen und abtrocknen. Mit einem Sparschäler abschälen und die Schale in sehr feine Streifen schneiden. Dann die Pomeranzen halbieren und auspressen (bei mir ergab es ca. 600 ml Saft), die Kerne und sämtliche Pressrückstände sammeln und in ein Mullsäckchen (Mulltuch/ausgekochtes dünnes Geschirrhandtuch o.ä.) füllen und gut zubinden. Das Mullsäckchen in einen Topf setzen, mit einem Liter Wasser übergießen, einmal aufkochen und dann über Nacht stehen lassen (durch das Stehen lassen wird angeblich das Pektin besser gelöst und die Marmelade geliert später besser). Die Zitrone und soviel von den normalen Orangen auspressen, bis man insgesamt (inklusive dem Pomeranzensaft) auf  1 Liter kommt, Saft in einen großen Topf geben, die geschnittenen Orangenschalen dazu geben und ebenfalls über Nacht stehen lassen.


Am nächsten Tag das Einweichwasser samt Mullsäckchen in den großen Topf mit dem Orangensaft/Schalen-Mix geben und das Ganze ca. 1 bis 1,5 Stunden sanft vor sich hin köcheln lassen, dabei keinen Deckel aufsetzen, die Flüssigkeit soll reduzieren. Wenn die Schalen weich sind (bei mir nach ca. einer Stunde),  Herd ausstellen, das Mullsäckchen herausnehmen und auf einen Teller setzen (Achtung heiß!), da muss gleich der Glibber rausgedrückt werden. Jetzt wiege ich ab, wieviel Flüssigkeit + Schalen noch in dem Topf sind (schlau ist, wenn man am Vortag den leeren Topf wiegt, dann muss man jetzt nur noch mal wiegen und die Differenz ist das Ergebnis, so spart man sich das Umschütten zum Abwiegen), das waren bei mir 1,2 kg (bzw. Liter), und genauso viel Zucker gibt man dazu.


Nun braucht man den (jetzt leicht abgekühlten) Glibber, dazu den Mullbeutel immer wieder durchkneten und den austretenden Glibber mit einem Löffel abstreifen (Konsistenz wie Tapetenkleister), oder die Masse in ein Metallsieb geben und den Glibber vom Siebboden abstreifen, oder den Mullbeutel mit einer Kartoffelpresse bearbeiten, Hauptsache man bekommt möglichst viel Glibber in den Topf (bei mir waren es so etwa 3 Esslöffel). Der ausgedrückte Rest im Mulltuch wir nicht mehr benötigt und kann in den Bio-Müll.


Nun das Ganze wieder erhitzen, dabei unter Rühren den Zucker auflösen, mindestens 15 min sprudelnd kochen, dabei die ganze Zeit rühren, damit nichts anbrennt. Zur Gelierprobe etwas Marmelade auf eine Untertasse aus dem Tiefkühlfach geben und gucken, ob die Marmelade eine Haut bekommt, also leicht geliert, sonst noch weiter kochen... Ich bin mir nie sicher, ob die Marmelade fest genug ist, sie wurde es immer.


Wenn die Marmelade fertig ist, Herd ausstellen und noch ca. 10 min ruhen lassen, damit sich die Schalen besser verteilen, dann in die vorbereiteten Gläser füllen (bei mir ergab es 7 Gläser), 5 min auf den Kopf stellen, dann umdrehen und abkühlen lassen. Und stehen lassen, nicht dauernd nachgucken:-) Es kann bis zu einem Tag dauern, bis die Marmelade durchgeliert ist. 

 

Schmeckt köstlich auf frisch getoastetem Brot mit Salzbutter. 

 

Oder in diesem Eis. 

 

Oder in diesem Schokoladenkuchen.

 

"Weckruf im Glas" - selbst gemachte Orangenmarmelade

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Samstagskaffee mit nicht so roten Valentinskeksen

Eigentlich geht der Valentinstag ja einfach so an mir vorbei.  Aber heute morgen beim Kekse backen wollte ich dann doch irgendwie zuckerig-rosa-rot. Ich wollte Kekse, die etwa so aussehen. Keine Ahnung, was die drüben in Amerika für Lebensmittelfarben haben, aber diese Knall-Farbe krieg ich nicht hin. Weder mit Farbe aus der Tube von Dr. Ö noch mit Bio-Rote-Beete-Pulver. Die Schokoladigen sehen trotzdem ganz schön aus, aber versucht nie, hellen Teig rot zu färben. Vor dem Backen schon nicht sehr ansehnlich, aber immerhin noch kaugummirosarot, werden sie nach dem Backen rosarotbräunlich, hmpf. Nun ja, die beteiligten Kinder fanden sie (natürlich auch wegen der Zuckerherzen) trotzdem sehr schön. Und dem Geschmack tut´s keinen Abbruch, aber das Auge isst ja bekanntlich mit.


Letzte Woche hab ich Vogelfutter im Garten aufgehängt und seitdem ist hier erstaunlich viel los in den Bäumen, es macht großen Spaß, das zu beobachten.

Und wenn ich nicht kaffetrinkenderweise Vögel beobachte, lese ich gerade dieses Buch. Pollan hält das Kochen für eine der interessantesten und lohnendsten menschlichen Tätigkeiten überhaupt, und in diesem informativen, schlau und weitgespannt erzählten Sachbuch vermittelt er Wissenschaft, Geschichte, Inspiration und Rezepte (mehr darüber z.B. hier ).

"An einem bestimmten Punkt meines Lebens machte ich die unerwartete Entdeckung, dass die Antwort auf viele Fragen, die mich beschäftigten, tatsächlich ein und dieselbe war: Kochen." (Michael Pollan)


Viel Vergnügen bei Ninjas Samstagskaffee.


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Samstagskaffee mit Rosenkuchen

Eigentlich wollte ich heute nähen. Nächste Woche gibt es nämlich einen pop-up-store, bei dem ich dabei bin und dafür möchte ich noch ein paar Taschen oder Kissen oder Kleinigkeiten herstellen. Aber dann war das Wetter heute so schön, sonnig und frostig, also musste ein Spaziergang gemacht werden.  Und dann hab ich gestern Abend bei Micha dieses Rezept gesehen, es ging mir nicht mehr aus dem Kopf und musste unbedingt heute ausprobiert werden. Dieser Hefeschneckenkuchen ist köstlich, und mit der Karamell-Apfelmus-Schmand-Matsche-Füllung * so saftig, genau das Richtige für den letzten Januar-Tag. Nähen kann ich auch morgen noch, ich hab ja noch bis Donnerstag Zeit (aaahhhrrr). Jetzt geh ich erstmal arbeiten, mein richtiger Job findet nämlich im Theater und somit auch Samstag Abend statt. 

Viel Spaß in die Runde bei Ninjas Samstagskaffee.


(* mein Ersatz für das ofengeröstete Apfelmus: 2 EL Zucker karamellisieren lassen, dann 1 TL Butter dazu und gut rühren, dann 1 kleines Glas Apfelmus dazu und unter Rühren ca. 20 min einkochen lassen. Etwas Zimt, ganz wenig Salz, und wenn man dann nach dem Abkühlen den Schmand unterrührt, schmeckt das schon so gut, dass man den Topf ausschlecken möchte.)

 


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Die Stolle - der Stollen? Egal, wenn sie so gut schmeckt wie diese hier!

Bild: weltbeste Stolle / develloppa

In Nord- und Mitteldeutschland sagt man angeblich eher "die Stolle", in Süddeutschland "der Stollen", Leipziger sagen "die Stolle", Dresdner "der Stollen" oder "der Striezel", in meiner Familie sagt eine Hälfte "die" und die andere Hälfte "der", ich sag beides... viel wichtiger finde ich allerdings, wie das Endprodukt schmeckt. Ich esse eigentlich nicht so gern Stolle, ist mir fast immer zu trocken. Aber die hier, nach dem Rezept meiner Mutter, hmmm... dicht und feucht und aromatisch aber nicht überladen, genau richtig.

Ach ja, es ist übrigens ein Dresdner Rezept, aber die Originalbezeichnung ist geschützt und darf nicht benutzt werden:-)

Bild: weltbeste Stolle nach Mutters Rezept / develloppa

Rezept:

 

(dieses Rezept ergibt insgesamt 6 kg Teig, das macht 3 große Stollen, man kann es natürlich auch halbieren, dann werden es 2 etwas kleinere Stollen, die nebeneinander auf ein Blech passen)

 

2000 g Weizenmehl (Typ 405)

160 g Hefe (das sind 4 Würfel)

400 ml Milch

200 g Zucker (das ist wirklich so wenig, die Süße kommt von den Rosinen und dem Durchziehen...)

2 Tütchen Vanillezucker

500 g Butter (gute Qualität!)

500 g Butterschmalz

1500 g Rosinen (klingt viel, aber vertraut mir.-))

400 g süße Mandeln, gemahlen (am besten ganze Mandeln überbrühen, enthäuten und durchdrehen,              aber fertig gemahlene aus der Tüte gehen auch, die sind halt etwas trockener)

80 g Bittermandeln  (ebenfalls enthäutet und gemahlen)

oder 2 Fläschchen Bittermandelaroma, falls keine Bittermandeln zu bekommen sind

300 g Bio-Zitronat, gehackt  (bitte auch hier nicht das billige aus dem Supermarkt nehmen,  das ist                     wirklich ein Unterschied)

100 g gehackte Mandeln

4 unbehandelte Zitronen (man braucht die abgeriebene Schale und den Saft)

20 g Salz (ca. 2 TL mit Häufchen)

80 ml Rum


nach dem Backen:

300 g Butter (Empfehlung: Süßrahmbutter)

Feinzucker und Puderzucker zum Bestreuen

 

Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben, in der Küche sollte es nicht ziehen (das mag Hefeteig nicht). Und ihr braucht eine sehr, sehr große Schüssel!

Das Mehl in die Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte formen. Die Milch leicht erwärmen (handwarm), die Hefe vollständig in der Milch auflösen (ich mach das mit der Hand, dann hab ich auch bessere Kontrolle, dass die Milch nicht zu heiß ist), ca. 3 EL vom Zucker zur Hefemilch geben, das Ganze in die Mehlmulde gießen, vom Rand etwas Mehl darüber streuen, mit einem Geschirrhandtuch abgedeckt ca. 15-30 min stehen lassen. 

 

In der Zwischenzeit alle anderen Zutaten abwiegen und vorbereiten, wenn ihr einmal die Hände im Teig habt, seid ihr froh, wenn dann alles bereit steht (es sei denn, ihr habt so eine tolle Küchenmaschine, die das Kneten übernimmt oder nen Helfer in der Küche). Den Rum über die Rosinen kippen.

Wenn die Hefemilch schön blubberig aufgegangen ist, geht es los mit dem Kneten. Erstmal das ganze Mehl, den Zucker, Vanillezucker, abgeriebene Zitronenschale und das Salz mit der Hefemilch vermischen (auch wenn das sehr trocken ist, meine Mutter behauptet, an die Hefemilch darf am Anfang kein Fett, sonst verkleben die Hefebakterien, keine Ahnung, ob das wissenschaftlich haltbar ist, aber ich mach das so, fertig.) Dann den Zitronensaft sowie die weiche Butter und das Butterschmalz dazu geben und kneten. Lange kneten. Das ist wirklich Knochenarbeit, aber je länger, desto besser für den Teig, mindestens 10 min durchhalten. Dann alle Mandeln und das Zitronat dazu, weiter kneten, bis alles gleichmäßig verteilt ist, dann wieder ein Geschirrhandtuch auf die Schüssel und den Teig mindestens eine Stunde gehen lassen. 

 

Den Teig nun in 3 Teile zu je 2000 g teilen. Das erste Drittel noch einmal kurz durchkneten und zusammendrücken, dann auf ein Backpapier legen, die Stolle formen und mit dem Backpapier auf ein Backblech ziehen. Da man die Stollen ja in der Regel nacheinander backt, bleiben die anderen zwei Teile einfach solange liegen und werden dann, wenn sie an der Reihe sind, ebenfalls kurz zusammengeknetet und geformt (man will ja einen eher dichten Teig bei Stollen, deshalb muss die Luft raus, meine Mutter piekst die Stollen sogar vor dem Backen mit nem Spießchen...).

 

So, jetzt zum Backen. Das ist das Schwierigste beim Stollen machen, ein Gefühl für die richtige Backzeit zu bekommen. Die Stolle soll durchgebacken sein, aber gerade so, und soll nicht zu braun werden, sonst trocken, also hellgoldgelb ist gut. Also die Stolle bei 175° O/U in den Ofen schieben und nach einer halben Stunde (nicht zu früh) nachsehen, wenn sie dann schon anfängt braun zu werden, den Ofen herunterschalten auf 160° und noch eine weitere halbe Stunde backen, gegebenenfalls mit Backpapier abdecken, sie darf nicht zu dunkel werden! 

 

In der Zwischenzeit 150 g Butter erhitzen, um damit die fertigen, noch heißen Stollen einzupinseln, die Butter wird komplett aufgesogen. Wichtig ist, die Butter nicht nur zu erwärmen, sondern richtig zu erhitzen wie kurz vor braune Butter und die abgesetzte weiße Molke nicht zu benutzen, durch das lange Lagern könnte es sonst nämlich passieren, dass die Butter irgendwann leicht ranzig schmeckt.

 

Am nächsten Tag noch einmal mit Butter einpinseln, wieder ca. 150 g (diese Menge ist übrigens für alle drei!), dann die Stollen erst mit Feinzucker bestreuen, dann mit Puderzucker, noch einmal etwas ruhen lassen und dann fest verpacken in mehrere Lagen Alufolie, zuletzt noch in eine Tüte, das Ganze soll luftundurchlässig sein. Früher wurden die Stollen in Pergamentpapier und luftdicht schließenden Tontöpfen gelagert (vielleicht mal eine gute Alternative zur Alufolie, die ich eigentlich nicht gern benutze, aber hier doch sehr praktikabel ist, hüstel...) Und Vorsicht, die frischen großen Stollen sind etwas bruchgefährdet, am besten man macht das Einpacken zu zweit und zieht sie dann auf ein Brett oder Backblech, welches man die nächsten 6 Wochen nicht benötigt. Die eingepackten Stollen kommen nämlich jetzt an einen kühlen Platz, am besten ist ein kühler Keller, Stollen müssen unbedingt durchziehen und reifen, um ihr Aroma und ihre Konsistenz zu entwickeln. 6 Wochen halten wir meist nicht durch, aber 4:-) Ich weiß noch, was das immer für ein Ereignis war, wenn die erste Stolle hochgeholt und angeschnitten und begutachtet wurde....       

 

Bild: Weihnachtsstollen nach weltbestem Rezept von Muttern / develloppa

So, ich hoffe, ihr lasst euch von meiner langen Anleitung und all den aufgeführten Stolpersteinen nicht abschrecken und traut euch ran an die Stolle. Mit diesem Rezept seid ihr jedenfalls gut gerüstet:-) Und die Arbeit lohnt sich! Aber wahrscheinlich erst im nächsten November - es sei denn, ihr wollt den Februar mit selbst gebackener Stolle beginnen. Wir essen die übrigens den ganzen Dezember über, immer mal ein Scheibchen abschneiden, wieder einpacken, so hält sie sich wirklich lange, und wenn Gäste kommen, hat man immer was da. Ähm, ich glaub, ich hol mir jetzt noch ´n Stück.

 

Beste weihnachtliche Grüße an alle, die bei der Aktion "ich backs mir" von Clara alias Tastesheriff mitmachen, dahin wandert jetzt das Rezept.

 

Bild: Weihnachtsbeleuchtung im Hause develloppa

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Adventsbäckerei: Weltbeste Linzer Torte und Linzer Plätzchen

Bild: Linzer Torte / develloppa

Achtung, diese Linzer Torte macht süchtig! Bei Micha (die übrigens einen meiner liebsten Foodblogs betreibt) gefunden und allein von ihrer Beschreibung schon eine Pfütze im Mund bekommen, nachgebacken und - sie hat absolut Recht! Weltbeste Linzer Torte! Und wenn man sie nicht sofort aufisst und sie schön durchziehen kann, wird sie immer besser. Das ist schwer, denn man möchte sie sofort aufessen. Wenn man aber zum Beispiel die letzten zwei Stücke in eine Tupperdose packt, um sie mit auf einen Kurzurlaub zu nehmen und dann leider vergisst und dann nach 5 Tagen auspackt, ja dann... gapschig-nussig-fruchtig-weihnachtswürziger Genuss!

Das Rezept gibt es bei Micha, die hat sich das schließlich ausgedacht, da gebührt ihr auch die Ehre:-)  

 

"People who love to eat are always the best people." (Julia Child)

 

Nach diesem Zitat muss ich euch noch schnell den Film "Julie & Julia" ans Herz legen - vom Glück des Kochens, UND mit Meryl Streep, mehr muss ich nicht sagen, oder? Aber Achtung, dieser Film macht sehr hungrig!


weltbeste Linzer Torte und  Kissen Mr. Bär / develloppa

Nach all der Lobhudelei und dem Geschmack der Torte noch auf der Zunge war klar: es müssen Linzer Plätzchen auf den bunten Plätzchenteller. Aus 3 verschiedenen Rezepten entstand dieses hier:

 

150 g Dinkelmehl (+ etwas zum Ausrollen)

150 g gemahlene Mandeln

150 g Butter

70 g Puderzucker

1 Ei

1 EL Kakao

1 TL Zimt

1/4 TL gemahlene Nelken

1/4 TL gemahlener Kardamon

1 EL Kirschwasser

1 Prise Salz

ca. 150 g Johannisbeergelee

Puderzucker zum Bestreuen

 

Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Std. kühl stellen.

Den Teig dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 3-4 mm dick ausrollen, ans Nudelholz auch Mehl geben, der Teig wird nämlich recht schnell weich und klebt. Wer geduldig ist, kann jetzt Kreise und Ringe ausstechen und backen, ca. 8-10 min bei 150°, nach dem Abkühlen die Kreise mit der Marmelade bestreichen, die Ringe mit Puderzucker bestäuben und auf die Marmeladenunterteile draufsetzen.

Ich hatte aber heute überhaupt keine Lust auf Ausstechgefriemel und hab direkt die Marmelade auf einen Teil des ausgerollten Teiges gegeben und dann die Deckelplatte draufgelegt, beim ersten Schwung noch auf hübsch versucht mit Lochmuster, dann beim restlichen Teig auch darauf noch verzichtet, einfach Marmelade auf die Hälfte, andere Hälfte drüberklappen, etwas andrücken, fertig, ab in den Backofen. Die Backzeit verlängert sich so auf ca. 15-20 min, nach Auskühlen schneidet man einfach kleine Würfel und bestreut sie mit Puderzucker. 

In einer luftdichten Dose aufbewahrt, werden sie nach ein paar Tagen Durchziehen noch leckerer.


Wer noch auf der Suche nach weiteren Plätzchenrezepten ist: Okka hat gebacken.

Oder lieber was mit Nutella und Minzschokolade? Bitteschön.

 

Weihnachtsbäckerei: Linzer Plätzchen / develloppa

Nein, bei uns hat es NICHT geschneit! Aber ich wünsch mir, dass es mal wieder so tollen Glitzerschnee gibt wie hier vor ein paar Jahren, am besten kombiniert mit strahlendem Sonnenschein und glücklichem Hund, schon vom Angucken bekomme ich gute Laune.

 

Desweiteren heute festgestellt:

 

* dass ich zum Falten eines (!) Fröbelsterns ca. 20 min brauche, nachdem ich genauso lange gebraucht habe, die Anleitung zu verstehen und hier noch ca. 96 Fröbelsternstreifen zur weiteren Verarbeitung rumliegen, hmpff (Danke, Oma Friedel;-))

 

* dass es noch andere Leute gibt, die Glühwein nicht mögen, zum Beispiel Frau Nessy

 

* dass irgendjemand (ich) morgen die Weihnachtskiste im Keller suchen muss, aber ganz so schlimm wie hier wird es hoffentlich nicht werden

 

* dass diese Version von Little Drummer Boy jedes Jahr im Dezember mindestens einmal gehört werden muss, hach...

 

Euch allen einen schönen dritten Advent!


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Gebrannte Mandeln und genähte Bäumchen

selbst gebrannte Mandeln - develloppa

In meiner Küche duftet es gerade sehr weihnachtlich. Und jahrmarktig. Nach selbst gebrannten Mandeln! Es musste auf die Schnelle ein Geschenk für eine Freundin her, Mandeln und Zucker waren im Haus, das Bonbonglas ist gekauft und die Weihnachtsanhänger sind genäht. Ich habe für die Muster die verschiedenen Zierstiche meiner Nähmaschine benutzt, die ich sonst eigentlich nie verwende, endlich kommen die mal sinnvoll zum Einsatz.

Das Rezept für die Mandeln habe ich im letzten Jahr bei der wunderbaren Okka gefunden, ich habe es ein wenig abgewandelt, ich mag es, wenn die Zuckerschicht etwas dünner ist. 

 

Rezept (für ca. 500 g gebrannte Mandeln):

 

100 ml Wasser

200 g Zucker

300 g Mandeln (nicht geschält)

1/2 TL Zimt

Prise Salz

 

Wasser und Zucker zusammen in eine (beschichtete) Pfanne geben und erhitzen, sobald das Ganze aufkocht, die Mandeln in die Pfanne geben und mit einem Holzlöffel rühren. Das ist am Anfang recht flüssig, das muss so. Weiterrühren. Irgendwann werden die Mandeln weiß, nämlich wenn das Wasser verdampft ist. Weiterrühren. Jetzt fängt der Zucker irgendwann an zu karamellisieren und wird klar bernsteinfarbig, so lange rühren, bis alle Mandeln so aussehen wie auf dem Foto, dann auf ein Blech mit Backpapier geben und sehr schnell großflächig verteilen, Vorsicht sie sind sehr heiß und kleben aneinander fest, wenn sie etwas abgekühlt sind, kann man sie aber leicht auseinander brechen. Das Wichtigste ist also Geduld und ständiges ganz gemütliches Rühren. Und nicht heiß aus der Pfanne naschen, man verbrennt sich schnell den Mund! 

 

Mein Glas war zu voll, um den Deckel draufzukriegen (ihr seht es auf dem Foto), also konnte ich noch eine Schicht abnaschen, bevor die Leckerlis den Besitzer wechselten:-)


So wie der Seeräuber hier rüberschielt, hätte er wohl auch gern ein paar Mandeln. Wäre aber nicht gut für seinen Zahn. Deshalb wandert er rüber in den Shop, der in den nächsten Tagen mal etwas aufgefüllt wird. Braucht ihr noch Weihnachtsgeschenke? Dann schaut mal vorbei!


Euch einen schönen Tag!

genähter Weihnachtsbaumschmuck - made by develloppa
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Ein Bergkissen, Käsestangen und Jane Goodall

Gestern hab ich beim Blogstöbern bei luziapimpinella auf dem Sofa diese Bergkissen gesehen und war schockverliebt - sofortiger Nachbastelzwang setzte ein und das Stoffregal wurde durchforstet. Voilá, seit heute wohnt ein schneebespitztes Bergkissen bei uns und ist gerade das neue Lieblingskissen, dick gefüllt und kuschelig. Für noch mehr Gemütlichkeit gibt es dazu Käsestangen, hier ist das Rezept:


125g Mehl

90g kalte Butter

1 Eigelb

120 g fein geriebenen Hartkäse (ich hab mittelalten Gouda benutzt, Parmesan geht auch gut, je nach Geschmack und was ihr im Kühlschrank habt)

Salz und Pfeffer


Alle Zutaten zügig zu einem Mürbeteig verkneten und mindestens 30 min kühl stellen. Dann auf ca 0,5 cm Dicke ausrollen und in Streifen/Stücke schneiden. Wer mag, kann noch Eigelb auf den Teig pinseln und Kekse mit Mohn, Sesam oder Kümmel und grobem Meersalz bestreuen.  Dann bei 180° ca. 15 min backen. 



Und die Zeit, die die Kekse im Ofen verbringen, ist genau so lang, um sich diesen (englischsprachigen) knapp 14 min langen Film anzuschauen, in dem die großartige Jane Goodall  über Nachhaltigkeit spricht. Sie hat ja so Recht. 


"Every single individuum makes a difference, every single day, and we have the choice." 




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Manchmal braucht man Hildegard-von-Bingen-Nervenkekse

Im Regen durch die Stadt radeln, von Fußgängern auf dem Radweg angepöbelt werden, von Autos mit 20 cm Abstand überholt worden, und dann erfahren, dass man 5 Wochen falsche Arztbehandlung hatte...

Wütend sein. Dass es anscheinend Glückssache ist, ob man einen guten Orthopäden erwischt. Durchatmen. Dankbar sein, dass es auch andere, großartige Ärzte gibt, und einen Osteopathen, der Knie und Schulter wieder hinkriegt.

Es gibt so Tage, da braucht man eine dicke Kuscheldecke, heißen Tee und Hildegard-von Bingen-Nervenkekse.


Oder diesen Button!! Ja, so eine idiotensichere Weste, das wäre manchmal ne tolle Sache.


Bild: Hildegard-von-Bingen-Nervenkekse / by develloppa

Rezept:


200 g Dinkel(vollkorn)mehl

125 g kalte Butter

80 g brauner Zucker

1 Ei

100 g gemahlene Mandeln (ich: gemahlene+gehackte Haselnüsse, kurz in der Pfanne geröstet)

1 knappen TL Muskatnuss

1 TL Zimt

1/2 TL Nelken (alle Gewürze gemahlen)

1 Prise Salz

2-5 EL Wasser (ich: 2EL Ahornsirup:-)


Alle Zutaten zügig zu einem Mürbeteig verkneten, zu einer Rolle formen (ca. 4 cm Durchmesser)  und mindestens 30 min in Folie gewickelt im Kühlschrank ruhen lassen. 

Dann mit einem scharfen Messer in ca. 5mm dicke Scheiben schneiden, nach Belieben mit gehackten Nüssen bestreuen, bei 180° ca. 15 min backen.


Wegen der vielen Gewürze gelten die Kekse nicht als harmlose Nascherei und man sollte nicht mehr 4 Stück auf einmal essen  (ich habe die Gewürzmenge schon etwas reduziert), hier gibt es noch ein paar mehr Informationen.


Kleiner Exkurs: Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179 und zählt als eine der herausragendsten Frauengestalten des deutschen Mittelalters. Sie gilt als erste Naturforscherin, erste Ärztin, sie war Dichterin, Komponistin und eine der grössten Mystikerinnen, sie war Äbtissin des Benediktinerinnenklosters bei Bingen, führte einen der umfangreichsten Briefwechsel des Mittelalters und schuf ein natur- und heilkundliches Werk, das heute zu den bedeutendsten Zeugnissen der sogenannten Klostermedizin zählt. Vor allem ihre Ernährungslehre (u.a. Dinkel) ist heutzutage populär.


Habt einen schönen Tag. 


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Quiche mit Fenchel, Birnen, Roquefort und karamellisierten Walnüssen

Bild: Quiche mit Fenchel, Birne, Roquefort und karamellisierten Walnüssen, by develloppa

Eigentlich kommt  bei mir ja eher Pizza in den Ofen als Quiche, nicht zuletzt wegen der Menge an Butter, Eiern und Sahne, die da so drinstecken, aber manchmal gibt es auch gute Gründe für eine Quiche (Kühlschrankinhalt, Wetter, oder der Körper verlangt nach Kalorien oder Gäste sind im Anmarsch...). Mit buttrig splittrigem Mürbeteig  (das mit dem Esslöffel Essig im Teig habe ich von Micha stibitzt und die hats vom Schubeck, soll noch mal einer sagen, Blogs lesen wäre Zeitverschwendung:-), cremiger Gemüsefüllung und würzigem Käse. In diesem Fall eine herbstliche Variante mit Fenchel und Birne, wozu ein kräftiger Blauschimmelkäse gut passt, man kann natürlich auch milden Gorgonzola oder Ziegenkäse nehmen, ganz nach persönlichem Geschmack. Die karamellisierten Walnüsse werden nach dem Backen auf die fertige Quiche gestreut und geben ihr so noch den letzten Schliff, sie sind aber auch alleine eine leckere Knabberei, jedenfalls wenn man süß+salzig-rosmarinig genauso gern mag wie ich...  Ich musste sie zweimal machen, weil ich die erste Portion gleich weggenascht habe.

Bild: Quiche mit Fenchel, Birne, Roquefort und karamellisierten Walnüssen, by  develloppa

Hier ist das Rezept:

 

*für den Teig*:

200g Dinkelmehl

120g kalte Butter

1 Ei

1EL Weißweinessig

1 Prise Salz

ca. 2 EL kaltes Wasser

 

*für den Belag*:

2 Birnen

2 Fenchelknollen

250 g creme fraiche

3 Eier

100 - 150 g Roquefort

2 EL Olivenöl

1 TL Stärke

 

*für das Topping*:

eine Handvoll Walnüsse

2 EL Zucker

1 Prise gobes Meersalz

1 TL gehackter Rosmarin

 

Die Zutaten für den Teig zügig zu einem Mürbeteig verkneten und in Folie gewickelt mindestens eine halbe Stunde kühl stellen.

Den Fenchel vierteln, Strunk rausschneiden und in dünne Scheiben schneiden, in dem Olivenöl einige Minuten dünsten, leicht salzen.

Die Birnen (nach Belieben) schälen, halbieren, Gehäuse rausschneiden und in dünne Scheiben schneiden.

Creme fraiche mit den Eiern und der Stärke gut verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Den gekühlten Teig mit den Fingern in eine gefettete Tarteform drücken und am Rand schön hochziehen, den Teig im vorgeheizten Ofen bei 180° Umluft ca. 10 min vorbacken, dann mit den Fenchel- und Birnenscheiben belegen, die Eiermasse drübergießen, den Käse drüberbröckeln und ca. 20 - 30 min backen, bis die Quiche schön gebräunt aussieht. Vor dem Anschneiden kurz ruhen lassen.

Für das Nuss-Topping den Zucker in einer Pfanne karamellisieren (ohne Rühren warten, bis er flüssig wird), dann sofort die grob gehackten Walnüsse, das Salz und den Rosmarin dazu geben und kräftig rühren, bis die Nüsse schön mit dem Karamell überzogen sind, abkühlen lassen, beim Servieren über die Quiche streuen. 


Und das Rezept wandert rüber zu Claras Aktion "ich backs mir"  im Oktober. 

 

Habt einen schönen Restsonntag!

 

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Dukka - die leckerste Gewürz-Nussmischung überhaupt

Bild: die Zutaten für Dukka (by develloppa)

Ich glaub, ich bin süchtig. Nach Dukka (oder Dukkah? Die oder das Dukka? Aus Persien oder Ägypten? Mit oder ohne Minze? Pfeffer oder nicht? Ach es gibt so viele verschiedene Rezepte, fest steht, es ist eine köstliche Mischung aus gerösteten Nüssen, Samen und Gewürzen.

 

Hier mein bevorzugtes Rezept:

 

60g Haselnüsse 

60g geröstete geschälte Pistazien

1 EL Kreuzkümmelsamen

2 EL Koriandersamen

3 EL Sesamsamen

1 TL feinflockiges Meersalz

1/2 TL getrocknete Chiliflocken

 

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Die Haselnusskerne auf ein Backblech verteilen und Ofen etwa 5 min rösten, bis die dunklen Häutchen aufplatzen. Leicht abkühlen lassen und dann zwischen den Händen die Häutchen abrubbeln (es macht nichts, wenn manche Häutchen nicht ganz ab gehen).

Pistazien und Haselnüsse hacken oder im Mörser grob zerstoßen. 

Kreuzkümmel und Koriander in einer Pfanne kurz rösten, bis sie zu duften beginnen, aber aufpassen dass die nicht verbrennen, sonst werden sie bitter! Dann im Mörser zerdrücken, aber nicht zu fein, sie sollten noch etwas Biss haben.

In der gleichen Pfanne den Sesam leicht rösten.

Alles vermischen, Salz und Chiliflocken dazugeben, fertig. 

 

Das Ganze hält sich in einem Schraubglas mehrere Wochen.

Bei mir ca. 1 Woche. Weil ich es auf fast alles tue. Auf gebratenes Gemüse, auf Reis, auf Linsen, auf Salat.... Ganz klassisch serviert man Dukka eigentlich in einer kleinen Schale, dazu eine weitere mit Olivenöl. Man tunkt ein Stück Brot ins Öl, dann ins Dukka und dann ab in den Mund. Manchmal öffne ich einfach das Glas und nehme einen tiefen Atemzug. Oder nasche ein paar Krümel. Ich sagte ja schon, ich bin süchtig.

 

Man kann übrigens auch nur Haselnüsse nehmen, oder Mandeln, paar geröstete Sonnenblumenkerne dazu, je nach Vorlieben und Vorratsschrankinhalt.  

 

Es ist doch interessant, wie sich der Geschmack im Laufe des Lebens verändert. Dinge, die man als Kind eklig findet und später irgendwann mag, kennt wahrscheinlich jeder, aber  auch später gibt es immer wieder Überraschungen und Entdeckungen. Mit Mitte Zwanzig war mir Kreuzkümmel zum Beispiel ein Greuel, ich erinnere mich an die Mitbewohnerin, die immer Reissalat mit Kreuzkümmel gemacht hat, schon der Geruch war unerträglich. Und heute - große Kreuzkümmelliebe. 

Und ihr so, welche Geschmäcker/Gewürze/Gerichte habt ihr in letzter Zeit für euch entdeckt?

Genussvollen Tag euch,

Dagmar 

 

Bild: gebratener Kürbis mit Dukka
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Pastéis de Nata - portugiesische Puddingtörtchen

Wer kennt sie nicht: Natas  - mit vollem Namen Pastéis de Nata - die köstlichen kleinen portugiesischen Puddingtörtchen? Oft gekauft, aber noch nie selbst gebacken. Bis heute:-)

Die Erfindung des Törtchens wird den katholischen Mönchen des Hieronymus-Klosters in Belém, heute ein Stadtteil Lissabons, zugeschrieben, die die kleinen Köstlichkeiten bereits im 18. Jahrhundert hergestellt haben. 1837 erwarb die Pastelaria Casa Pastéis, eine Fabrik direkt neben dem Kloster, das Originalrezept und bis heute dürfen sich nur die Törtchen aus dieser Fabrik pastéis de Belém nennen. Als weiterführende Lektüre gibt es hier einen sehr netten Artikel des Tagesspiegel über die Fabrik, die die "einzig echten" Törtchen herstellt!

 

Hier das Rezept für 12 Natas:

 

1 Pk. Blätterteig (ca 270g)

1 TL Butter

1/2 l Milch

2 EL Mehl

1 Vanilleschote

200 g Zucker

Prise Salz

6 Eigelb

 

Aus dem Blätterteig 12 Kreise ausstechen und in die Mulden der gefetteten Muffinform drücken. Kalt stellen (Blätterteig immer kalt verarbeiten und kalt halten).

Vanilleschote auskratzen. 

Zucker, Mehl und Salz mischen und mit etwas Milch glatt rühren. Restliche Milch und 1 TL Butter aufkochen, dann die Zucker-Mehl-Mischung kräftig einrühren und einen Moment aufkochen lassen, bis die Creme andickt (wie bei Pudding). Vom Herd nehmen. 

Vanillemark und Eigelbe verquirlen, erst nach und nach ein paar Löffel heiße Creme unterrühren, dann alles verrühren (wenn man das in einem Schwung macht, kann das Eigelb stocken).

Abgekühlte Creme in die Mulden verteilen und 15 - 20 min bei 220 ° Umluft backen, bis sie schön braun aussehen. Wer mag, kann noch Puderzucker/Zimt überstäuben, mir waren sie so schon süß genug. Am besten ganz frisch genießen.

 

Die Mönche stärkten übrigens ihre Kutten mit dem Eiweiß von Hühnereiern und suchten wohl nach einer Verwendung für das übrig gebliebene Eigelb, die sie dann ja mit den Törtchen gefunden hatten.

Was aber mache ich jetzt dem ganzen übrig gebliebenen Eiweiß?? Baisers mag ich nicht, und Zimtsternen und Mandelmakronen verweigere ich mich im August. Habt ihr irgendwelche Ideen?

 

Während ich das hier schreibe, schleicht immer mal wieder ein Familienmitglied vorbei und holt sich eins von den Törtchen, es sind aktuell noch zwei (!!) von zwölf vorhanden...


Und das Rezept wandert gleich rüber zur Aktion "ich backs mir" von Clara alias tastesheriff, Clara ich drück dir ganz dolle die Daumen für den Minisheriff!!

Habt ein schönes Wochenende!



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Pflaumenmus aus dem Backofen

Köstlicher pflaumiger weihnachtlicher Duft zog hier gestern durch die Wohnung! Unerwartet eine Schüssel Pflaumen geschenkt bekommen und zu Pflaumenmus verarbeitet - im Backofen geht das fast von allein, ohne Anbrennen und ständiges Rühren - zwar mit ordentlich Zeitaufwand, aber das Ergebnis entschädigt.  Und so wurden aus 3,5 kg Pflaumen nach gut 4 Stunden 6 Gläser herrlich dunkles aromatisches Pflaumenmus.

 

3,5 kg Pflaumen

700 g Zucker (ich hab braunen genommen)

2 TL Zimt 

5 Nelken (oder etwas Lebkuchengewürz, frei nach Geschmack) und

ca. 10 Pflaumenkerne (in einem Teebeutel, damit man sie zum Schluss besser rausangeln kann)

 

Die entsteinten Pflaumen mit dem Zucker vermischen und ca. 3 Stunden stehen lassen, damit sich Saft bildet, dann die Gewürze dazu und für mehrere Stunden in den Backofen stellen (160°, die Tür anfangs einen kleinen Spalt offen lassen oder von Zeit zu Zeit öffnen, damit die Flüssigkeit entweichen kann). Gegen Ende immer mal nachschauen, umrühren, probieren... Die Süße bildet sich erst am Ende, also am Anfang ist das Ganze noch recht flüssig und sauer, aber je mehr die Masse eindickt, desto süßer wird sie, lieber kurz vor Schluss noch etwas Zucker zufügen, wenn´s noch nicht paßt, das hängt ganz vom Süßegrad der Pflaumen ab. Wenn das Mus die richtige Konsistenz hat (nach ca. 4-5 Stunden, es wird beim Abkühlen noch ein bisschen dicke) heiß in saubere Schraubgläser füllen und sich aufs Frühstück freuen. 

Wenn man das Glück hat, richtig reife Zwetschgen zu bekommen, die letzten der Ernte, fast schon schrumplig, braucht man fast gar keinen Zucker mehr dazu geben! So mag ich Frühstückssüße.

Schönen Tag euch, Dagmar

 

 

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Tomaten! Meine kleinen wilden roten Perlen...

Bei kaum einem Gemüse (eigentlich ist die Tomate ja eine Beere) schmeckt man den Unterschied zwischen gekauft und selbstgeerntet so stark. Tomaten, die noch nie einen Kühlraum von innen gesehen haben, sonnenwarm vom Strauch gepflückt, ein Traum! Tomaten stehen neben Kräutern ganz oben auf der Wanna-have-Liste im Garten. Wenn da nicht immer das Problem mit Regen und Gewächshaus wäre. Aber es gibt robuste alte Sorten und Wildtomaten, die viel weniger anfällig sind, und allein ihre Namen: Fuzzy Wuzzy, Sweetheart, Britain Breakfast, Brandywhine ... Am liebsten hätte ich sie ALLE, musste mich aber wegen Platzproblemen ein wenig beschränken, und nun wachsen hier 7 verschiedene Tomatensorten in Töpfen und Obstkisten wild vor sich hin. Und zwar wirklich wild, denn im Gegensatz zu "normalen" Tomaten müssen sie nicht ausgegeizt werden, sondern entwickeln riesige Büsche (Rote Murmel hat gerade die 2-Meter-Marke überschritten). Man gebe ihnen also ein Gerüst aus Stäben, gute Erde, Wasser und ein wenig Zuwendung ("Guten Morgen meine Süßen, jetzt gibts was zu trinken...")  und sie wachsen dankbar um die Wette. Black Cherry ist geschmacklich momentan mein Favorit, andere sind einfach lustig wie die Humboldii mit ihren unzähligen johannisbeergroßen (!) Früchten, oder die riesige German Gold, die jeden Tag größer wird. 

Ach und dieses Buch, mal auf dem Flohmarkt erstanden, tituliert als  "ein Muss für jeden hoffnungsfrohen Gärtner, der noch glaubt, jemals die Natur zähmen zu können...." - schön zu wissen, dass man nicht allein ist:-) Erfrischend, leidenschaftlich und urkomisch schreibt Mr. Alexander über seinen Beet-Wahnsinn, den Kampf gegen Wühlmäuse, Raupen, Unkraut und Unwetter und kommt nach einer Kosten-Nutzen-Analyse zu der Erkenntnis, dass es ihn 64 $ kostete, auch nur eine seiner heiß geliebten Tomaten zu züchten. Doch jeder Gärtner wird einem versichern: Es ist jeden Pfennig wert, denn nichts schmeckt so fantastisch wie die Tomaten aus dem eigenen Garten.

"Es gibt viel Gutes über das Gärtnern zu sagen, aber lassen Sie sich bloß nicht einreden, es sei vernünftig!" (W. Alexander)

 

So, und da inzwischen auch nach Direktverzehr vom Strauch Tomaten übrig bleiben, werden diese jetzt zu köstlichen Dingen weiterverarbeitet wie zum Beispiel dieser Schmortomatensauce: 

 

So gehts:

 

ca. 1,5 kg Tomaten (je nach Größe halbiert oder geviertelt) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, 1 Zwiebel in groben Stücken und ca. 4 ganze Knoblauchzehen dazu geben, einige Zwiege Thymian, Rosmarin, 2 Lorbeerblätter, 1 EL getrockneten Oregano, 2 EL Honig, 2 EL roten Balsamico, 4 EL Olivenöl, Meersalz und frisch gemahlenen Pfeffer  darüber geben und für eine knappe Stunde in den Ofen (180°). Dann Kräuterstiele rausfischen, alles in einen Topf geben und mit etwas Wasser (ca. 200 ml) pürieren. Ich habe einen Pürierstab genommen, man kann das Ganze auch mit einem Holzlöffel durch ein Sieb streichen oder in der Flotten Lotte passieren, dann bleiben die Häutchen und Kerne draußen, aber mir ist das zuviel Gedöns und ich find´s auch so köstlich. Nun nochmal aufkochen, abschmecken und mit offenem Deckel auf die gewünschte Konsistenz einkochen lassen. Heiß in saubere Gläser füllen.

Ich benutze die Sauce am liebsten für Pizza und mach sie etwas dicker, oder als schnelles Essen zu Nudeln mit Basilikum. 

 

Merke 1: man sollte beim Kochen von Tomatensauce niemals sein    

             Lieblingsshirt tragen

Merke2 : Wenn man Tomatensauce eine halbe Stunde mit offenem Deckel

             einkocht  (weil man z.B. zuviel Wasser zugefügt hatte, hmpfff),

             muss man danach die halbe Küche putzen.

Merke 3: Man verbrennt sich beim Kosten von Tomatensauce grundsätzlich

             die Zunge. Immer.

 

Habt einen sonnigen Tag,

Dagmar

 

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Aprikosen-Mandel-Marzipanstreuselkuchen - soooo lecker!

Ein sommerlicher Kuchen sollte es werden. In meinem Kopf hatte ich bereits ein ziemlich klares Bild von ihm: auf jeden Fall mit Aprikosen sollte er sein - die lachen mich grad bei jedem Marktbesuch an -, saftig und fruchtig und auch knusprig und ein bisschen rustikal und hocharomatisch, wie ein Urlaub in Südfrankreich. Und was soll ich sagen, er ist genauso geworden, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Das passiert mir bei Kuchenexperimenten nicht so oft. Man kann ihn doch fast riechen, oder?

Und das Tollste: er ist super unkompliziert zu machen, der Mandelstreuselteig ist schnell zusammengeknetet und ist sowohl Boden als auch Streuselbelag!

 

Hier ist das Rezept:

 

(ich habe eine 26er Tarteform benutzt, wenn ihr das Rezept verdoppelt, passt es für eine Fettpfanne/Backblech von ca. 32x39 cm)

 

ca 800 g aromatische Aprikosen (möglichst nicht mehlig:-)

300 g Mehl

170 g weiche Butter

1 Päckchen Vanillezucker

160 g Zucker (wer mag etwas weniger)

100 g gehackte Mandeln

1 Eigelb

1 Prise Salz

ca. 150 g Aprikosenkonfitüre

100 g Marzipanrohmasse

einige abgezupfte Thymianblättchen

 

Die Aprikosen waschen, halbieren und entsteinen.

 

Für den Teig Mehl, Butter, Zucker, Vanillezucker, Prise Salz, Eigelb und die Hälfte der Mandeln mit den Händen grob zu Streuseln verkneten.

Ca. 2/3 des Teiges in die gut gefettete Tarteform drücken, dabei einen Rand formen. 

Die Aprikosenkonfitüre auf dem Boden verstreichen, die Aprikosen dicht an dicht darauf setzen (ich lege sie immer mit der Schnittseite nach oben).

Jetzt kommt meine kleine Hommage an den Süden: ein paar Thymianblättchen über die Aprikosen streuen! Ich werde das nächste Mal deutlich mehr nehmen, denn es war seeehr dezent und ich liebe diesen kleinen ungewöhnlichen Extrageschmack im Kuchen.

Unter den restlichen Streuselteig nun grob die Marzipanrohmasse kneten, dicke Streusel auf die Aprikosen setzen, zuletzt die restlichen Mandeln über den Kuchen streuen.

In den vorgeheizten Backofen (E-Herd 200°C/ Umluft 175°C) stellen und ca. 40-45 min backen. Wenn er oben zu dunkel wird, mit Backpapier abdecken.

 

Schmeckt unfassbar lecker noch lauwarm, wenn der Saft aus den warmen Aprikosen läuft und die Streusel noch ganz knusprig sind, und unbedingt mit halbsteif geschlagener Schlagsahne dazu. Ich bin ein bisschen verliebt in diesen Kuchen. 

 

Und der wandert jetzt rüber zu Claretti für ihre Aktion "ich backs mir", viel Vergnügen und liebste Grüße, Dagmar

 

 

 

 

 

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Sommerlicher Tomaten-Erdbeer-Mozarella-Salat

 

Bei den derzeitigigen Temperaturen möchte man ja eigentlich den ganzen Tag nur Wassermelonen essen. Oder Eis. Oder diesen köstlichen Salat hier! Tomate- Mozarella-Basilikum kennt ja wohl so ziemlich jeder, aber diese Kombination mit fruchtigen Erdbeeren und Knoblauch ist einfach köstlich. Klingt ungewöhnlich? Umso besser! Probiert es aus, dieser Salat ist schnell zuzubereiten, steckt voller Aroma und passt herrlich zu den sommerlichen Temperaturen.

 

Ihr braucht:

 

ca. 200 g Erdbeeren 

ca. 300 g schön aromatische Cocktailtomaten

     (einfach etwas mehr Tomaten als Erdbeeren, ihr müsst das nicht genau 

      abwiegen, ist auch Geschmackssache)

1  Kugel Büffelmozarella (normaler geht natürlich auch, aber ich finde, man 

      schmeckt den Unterschied)

reichlich Basilikumblätter

1- 2 TL Zitronensaft (Balsamico geht auch)

etwa 2 EL Oliven- oder Rapsöl

1 Knoblauchzehe

etwas Salz

grob gemahlener schwarzer Pfeffer

 

Erdbeeren und Tomaten halbieren, Basilikumblätter grob zerpflücken, Mozarella in Stücke schneiden und alles in einer Schüssel vermischen. 

Für das Dressing Zitronensaft, gepressten Knoblauch, Olivenöl und Salz mit einer Gabel ordentlich verschlagen, bis es sich schön verbunden hat, über den Salat träufeln, etwas schwarzen Pfeffer darübermahlen, wer mag, kann auch noch Salzflocken darüberstreuen.

Dazu schmeckt Baguette oder alles vom Grill.

 

Nach Sommer duftenden schönen Montag Abend euch!

      

Buschtomate "Rote Murmel" und Strauchbasilikum "African Blue" wachsen in der Gemüsekiste um die Wette.
Buschtomate "Rote Murmel" und Strauchbasilikum "African Blue" wachsen in der Gemüsekiste um die Wette.
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Hmmmm Mooooohnkuchen!

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Es ist kein schnelles, einfaches Rezept, und Hefeteig gehört auch gerade nicht zu meinen Lieblingen, aber für meine Oma backe ich heute meinen ersten Mohnkuchen vom Blech.

 

Und hier kommt das Rezept, zuerst macht man den Hefeteig:

 

400g Mehl

1 Würfel Hefe

70 g + 1 EL Zucker

125 ml Milch

100 g Butter

1 Ei

1 Prise Salz

 

Das Mehl in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Vertiefung drücken und Hefe hineinbröckeln, 1 Esslöffel Zucker darüber streuen, die lauwarme Milch zugießen und auf dem Mehl etwas verrühren. Zugedeckt ca. 15 min gehen lassen. Dann die sehr weiche Butter und den restlichen Zucker, das Salz und das Ei dazu geben und mit dem Knethaken des Handmixers (oder den Händen) zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt mindestens 30 min gehen lassen, lieber länger.

 

In der Zwischenzeit kann man die Mohnmasse machen:

 

500ml Milch 

300 g Mohn (gemahlen)

100 g Grieß

150 g Zucker

2 EL Honig

100 g Rosinen

abgeriebene Zitronenschale

1/2 TL Zimt

ein Schuss Rum

30 g Butter

 

Alles in einen Topf geben und unter ständigem Rühren erhitzen, bis sich alles schön verbindet, nach dem Aufkochen abkühlen lassen. 

Und jetzt bitte nicht alles wegnaschen, das schmeckt nämlich einfach köstlich! Und ganz wichtig: der Mohn muss gemahlen sein, manchmal gibt es den zu kaufen, ich haben einfach ganz normalen (Blau)mohn in der Elektro-Kaffeemühle gemahlen, das ging ganz hervorragend und frischer ist´s sowieso.

 

Und während die Mohnmasse abkühlt und der Hefeteig geht, werden die Butterstreusel gemacht:

 

300 g Mehl

200 g weiche Butter

120 g Zucker

1 EL Grieß

 

Alle Zutaten zu Streuseln verkneten (wenn ihr einen Teigklumpen knetet, macht nix, kann man mit den Fingern wieder auseinanderpflücken).

 

Den Hefeteig mit bemehlten Händen auf ein gefettetes Backblech drücken, nochmal ein wenig gehen lassen, dann die abgekühlte Mohnmasse draufstreichen (durch zuviel Naschen bei mir nur noch für ein halbes Blech gereicht, hüstel) und mit den Streuseln bedecken.

Bei 200 °C  (Umluft 175°) ca. 30-40 min backen, bis die Streusel goldgelb werden. 

 

Nach dem Abkühlen bekam der Kuchen noch einen Guss aus 2 EL Puderzucker und 1 TL Zitronensaft übergesprenkelt. 

 

Und jetzt genießen, den Anblick, den Duft, den Geschmack...

 

 

Mohnkuchen Rezept von develloppa
Mohnkuchen Rezept von develloppa

Hmmmmm, lecker!! Und das Gute ist, der hält sich ein paar Tage und zieht sogar noch richtig durch (nur nicht im Kühlschrank aufbewahren, das macht Hefeteig trocken, einfach in Alufolie oder Tupper packen). 

 

Und, habt ihr´s gesehen? Der Kuchen ist auf Original "gutem Geschirr" von Oma gebettet!

 

So, jetzt verlinke ich das Ganze noch zu Claretti von tastesheriff, die mit ihrer Aktion "ich backs mir" der Anstupser für dieses Rezept war.

 

Liebste Grüße, Dagmar.

 

 

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nö ich mag keine low-carb-Bananen-Blaubeer-Pancakes

Heut morgen war kein Brot mehr im Haus. Dafür überreife Bananen und Eier. Und in meinem Kopf das Rezept aus meinem neuen Kochbuch "Die grüne Küche" von Luise Vindahl und David Frenkiel: Bananen-Kokosnuss-Pfannkuchen ohne Mehl. Yeah. Man zermatsche also 3 reife Bananen, gebe 6 Eier dazu, und 2 EL Kokosraspeln, verquirle das Ganze und backe es in Kokosfett zu hübschen Pfannkuchen. Ähm ja, die beim Wenden kaputtgegangen sind. Konsistenz wie Rührei. Rührei mit Banane. Die aufgetauten TK-Heidelbeeren und der Ahornsirup konnten es irgendwie auch nicht retten. Nach einer Stunde (inzwischen kalt, durchgesapscht und lila) nochmal probiert, für doch nicht so schlecht befunden und aufgegessen:-)

 

Gelernt: ich mag Rühreier lieber deftig, aufgetaute Tiefkühlheidelbeeren sind sowas von unfotogen und für Pfannkuchen nehm ich nächstes Mal wieder Muttis Rezept, mit Butter, Zucker und Zimt oben drauf.

 

Ich verlinke das jetzt trotzdem zu Katjas My Monday Mhhhh. So. Ist schließlich Montag. Und da stand nicht, dass nur extrem lecker reindarf. Oder dass man ein schönes Foto haben sollte, hüstel....

 

 

Das o.g. Kochbuch mag ich übrigens trotzdem total gern! Schöne Fotos, sympathisch geschrieben, so ein Immer-Wieder-Reinguck-Buch, und die gebackenen Kräuter-Pistazien-Falafeln waren der Kracher.

 

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erbsenliebe

Erbsen-Minz-Creme von develloppa
Erbsen-Minz-Creme von develloppa

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So frisch und leicht und lecker und easypeasy, ich bin ganz verliebt in diese Erbsen-Minz-Creme. Und die Farbe, hach... 

So geht´s:

frische Erbsen (ich nehm Bio-TK-Erbsen, schmeckt genauso lecker:-), frische Minzblätter, Zitronensaft, nach Belieben etwas Knoblauch, einen Schuß Olivenöl, frisch gemahlenen Pfeffer und Salz mit dem Zauberstab pürieren. Dick auf frisches Baguette häufen und genießen. .. Köstlich auch mit zerdrücktem Schafskäse drin, oder Dill statt Minze, oder gehackte Mandeln für Crunch. Und nach einer Übernachtung im Kühlschrank immer noch so grün.

Hach, Erbsenliebe...

Ich hab sie sogar im Blumentopf, zarte Zuckerschoten zum Naschen.

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Was zum Grillen dazu

Heute abend wird gegrillt und ich zeig euch mal die Beilagen:

1: gebratene Pilze mit (viel) Salbei

2: gebratene Gnocchi mit Birne, Parmesan, Pinienkernen und Rosmarin

3: Erbsen-Minz-Pürree

4: Schafskäse-Joghurt-getrocknete Tomaten-grüne Oliven-Paste

5: Zitronen-Parmesan-Butter

6: geröstete Paprika-Nuss-Paste

7: Trüffelöl-Pinienkern-Butter

 

Ich liebe es, Essen zuzubereiten, mir zu überlegen, was gut zusammen passt, damit man alles mischen kann, dabei probiere ich gern neue Rezepte aus, es gibt aber auch ein paar superschnell+saulecker-Lieblinge, die ganz oft dabei sind, eins davon zeige ich euch morgen!

Bis dann!

 

 

P.S.: Und ich hab heut zum ersten Mal Zahlen auf ein Bild gebastelt:-) noch nicht so richtig super, aber ich freu mich, weil nämlich:

 

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